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100-Jährige bleibt im Mittelpunkt der Familie

Brandenburg an der Havel 100-Jährige bleibt im Mittelpunkt der Familie

Eine frühere Brandenburger Lehrerin feiert am Sonnabend ihren 100. Geburtstag. Alle Kinder und Enkel und fast alle Urenkel stoßen an. Erika Putzar weiß stets ihre Lieben an ihrer Seite, selbst wenn die meisten weit weg wohnen.

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Vier Generationen beisammen: Jubilarin Erika Putzar mit ihrem Sohn Folker, Enkelin Gritt und Urenkel Timo.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Im Pflege- und Seniorenzentrum „Clara Zetkin“ in Brandenburg an der Havel knallen schon heute die Sektkorken. Angestoßen wird auf ein besonderes Jahrhundert. Erika Putzar feiert ihren 100.Geburtstag und aus allen vier Himmelsrichtungen kommen ihre drei Kinder, sechs Enkel sowie fünf der sechs Urenkel, um mit dabei sein zu dürfen. Sie reisen aus Hamburg, Berlin, Freiburg, Chemnitz, Saarbrücken und Brandenburg an der Havel in das Pflegeheim auf dem Görden an.

Doch so weit verstreut die Familie wohnt, halten doch alle zusammen und besuchen ihre Mutti, Oma und Uroma regelmäßig, oder es gibt zumindest regelmäßige Anrufe, in denen Erika Putzar alles erfährt, was so passiert gerade. Die rüstige Jubilarin nimmt immer noch sehr aktiv am Leben teil. Zwar tragen sie ihre Füße nicht mehr so gut, aber sie schaut fern und informiert sich über alles. Sogar gewählt hat sie in diesem Jahr. Mit Hilfe ihres Brandenburger Sohnes Folker hat sie per Briefwahl an der Entscheidung teilnehmen können.

Mit 17 kam sie nach Potsdam

In Buschkowo (heute Polen) am 30. Dezember 1917 geboren, kam sie mit 17 Jahren nach Potsdam, wo sie als Hausmädchen in Stellung war. Später arbeitete sie als Sekretärin bei der Reichsbahn in Berlin. Am 12. Mai 1940 heiratete sie ihren Werner, der in den Krieg zog. In den letzten Kriegsjahren flüchtete sie mit ihren ersten beiden Kindern zur Familie ihres Mannes nach Malchow.

1947 kam Ehemann Werner aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause und 1948 kam das dritte Kind zur Welt. Das Leben begann von Neuem. Beide begannen ein Lehrerstudium in Schwerin. 1953 zogen sie mit ihrer Familie nach Brandenburg an der Havel. Hier arbeitete Erika Putzar als Deutschlehrerin in der Berufsschule des Stahlwerkes. Später war sie in der Berufsschule des Handels und auch Abteilungsleiterin der Berufsbildung des Landkreises Brandenburg. Sie arbeitete bis zu ihrem 61 Lebensjahr.

Jedes Kind hat eine andere Aufgabe

Das Studieren liegt wohl in der Familie, denn auch die Kinder besuchten Hochschulen – die Söhne sind Diplom-Ingenieure, die Tochter ist Lehrerin. Auch wenn ihre Kinder, bis auf Sohn Folker, nicht in Brandenburg wohnen, so kümmern sich alle drei bis heute liebevoll und regelmäßig um ihre Mutter. Während Folker alles Alltägliche mit und für seine Mutter erledigt, kümmert sich der Bruder aus Berlin um alle medizinischen Belange und die Tochter ist für die Kleidung zuständig.

Dieser Zusammenhalt prägt die Familie bis heute. Vielleicht auch, weil ihr Ehemann Werner bereits 1970 verstarb und Erika Putzar seitdem allein das Oberhaupt der Familie war. So telefonieren nicht nur die Kinder, Enkel und Urenkel regelmäßig mit ihr, jeder kommt sie regelmäßig besuchen und hält so den Familienbund fest zusammen.

Gesundheitlich geht es ihr gut

Vor 15 Jahren zog die Jubilarin aus dem betreuten Wohnen, wo sie schon einige Jahre lebte, ins Pflege- und Seniorenzentrum „Clara Zetkin“ und fühlt sich dort sichtlich wohl. Gesundheitlich geht es ihr gut und regelmäßig unternimmt sie, allerdings im Rollstuhl, Ausflüge in den schönen Park der Wohnanlage. Die Runde endet nicht selten in dem kleinen Cafe um die Ecke.

An Feiertagen, wie erst jetzt Weihnachten oder zu Ostern, ist sie Gast bei ihrem Sohn Folker und dessen Ehefrau Hannelore und genießt diese Zeit immer besonders, wie zu erfahren war. „Unsere Mutti ist noch immer sehr gut drauf, sie nimmt an allem teil. Solange wir sie haben dürfen, sind wir glücklich“, sagt Folker, der älteste ihrer Kinder.

Von Rüdiger Böhme

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