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1000 Jahre zurück: Zeitreise im Slawendorf

Brandenburg an der Havel 1000 Jahre zurück: Zeitreise im Slawendorf

Mehr als ein Dutzend Darsteller versuchten am Osterwochenende im Slawendorf in Brandenburg an der Havel, das Leben vor rund 1000 Jahren so realistisch wie möglich aufleben zu lassen. Beobachtet wurden sie dabei von großen und kleinen Besuchern.

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Schlachtgewänder nach heutigen Vorstellungen.

Quelle: Brigitte Einbrodt

Brandenburg/H. Die gelbe Farbe eines gefärbten Ostereies bedeutet Wohlstand, Sonne und Wärme. Tapfer erklärt Ina Frenzel am Sonntag an ihrem sorbischen Handwerkerstand den Ursprung des bemalten Eies. Auch Bärbel Ring aus Gransee versucht, den erneuten Regenschauer zu ignorieren und probiert die mittelalterliche Wachstechnik als Besucherin unter Anleitung aus.

Der Handwerkermarkt im Slawendorf will den Frühling vor mehr als 1000 Jahren vorführen. Vor der Kulisse frühmittelalterlichen Handwerks zeigen die Mitwirkenden, wie Wikinger und Germanen früher lebten und arbeiteten. Sie reisten dafür „quer Beet“ aus ganz Deutschland an, wie Organisator Uwe Schirm es beschreibt. Der kräftige Mann in langen Gewändern und imposantem Bartschmuck findet das Ambiente im Slawendorf „wunderbar für die frühmittelalterlichen Darstellungen.“

Etwa 25 verschiedene Gewerke werden dort nicht nur vorgeführt. Das Besondere an diesem Fest für die ganze Familie: Handwerkliches Können ist nicht vorgegaukelt. Sebastian Ring hat eine Drechselbank wie vor 1000 Jahren gebaut. Der junge Mann, der im Beruf am Computer arbeitet, fand viel heraus über Methoden und Material, das im 11. Jahrhundert verwendet wurde. Vor allem durch Ausgrabungen.

Das einheimische Ahornholz sei antiseptisch, schimmelt daher nicht, auch wenn Lebensmittel in der Schale liegen. Ring will die hohe Drechslerkunst ehrgeizig weiter vervollkommnen. Neugierig, mit dem Ziel, vier bis fünf Millimeter Wandungsstärke zu erreichen. Das sei bisher in der Neuzeit nur einem Engländer gelungen.

Liebevoll im Detail erklärte Freyja Thoradottir ihr Hobby – sie färbt Textilien, weiß auch viel über die Brettchenweber: „Für einen Meter Borte braucht man 600 Meter Wollfaden.“

Was gefällt den Besuchern an diesem Markt? Uwe Schirm, der seit etwa zehn Jahren gern im Slawendorf gastiert: „Es gehört zu unseren Darbietungen, authentisch zu sein.“ Das komme gut an. Fragen kommen viele: „Was ist ein Plattner?“ Der baut komplette Rüstungen aus Metall. Zu sehen waren diese dann auch bei einigen Kampfvorführungen. Dort standen die meisten Besucher mit ihren Regenschirmen und applaudierten den tapferen Männern. Da es aus dieser Zeit keine Aufzeichnungen gibt, wollte man den Versuch einer Kampfsimulation wagen.

Zurück zum Frühling und dem Osterfest. Wie kam es zum Brauch der bunten Ostereier? „In der Zeit des Christentums wurden die Eier während des Fastens weit vor Ostern gekocht, um sie haltbar zu machen“, erklärte Ina Frenzel, „sie wurden danach oft als Gastgeschenke genutzt.“

Von Brigitte Einbrodt

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