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1000 Menschen wollten Buddha sehen

Klosterfest in Päwesin 1000 Menschen wollten Buddha sehen

Das Sangha-Fest ist der jährliche Höhepunkt in der Buddhistischen Klosterschule in Päwesin. Die Mönche und Nonnen begrüßten am Sonnabend über 1000 Besucher. Viel Applaus gab es während der beiden Musical-Aufführungen „Wenn Buddha dein Nachbar wäre“.

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Für eine bessere Welt: Darsteller der United Peace Artists bei ihrer Vorstellung in der Päwesiner Klosterschule

Quelle: Volkmar Maloszyk

Päwesin. Wurden Buddhas geboren oder von jemandem erschaffen? Das lässt sich googeln. Doch so leicht machten es sich die Akteure der United Peace Artists nicht. An die zwei Stunden verpackten die Sänger, Tänzer und Mimen der Buddhistischen Klosterschule Ganden Tashi Choeling ihre Antwort in höchst weltliche Dinge wie Hip-Hop-Elemente, Hits von Abba bis Michael Jackson, Couplets und in den Straßenjargon junger Leute mit Migrationshintergrund. Indischer Dramentanz fehlte ebenso wenig wie mit Videosequenzen unterlegte Erklärungen über Siddhartha Gautama, der vor rund 2500 Jahren den Buddhismus begründete.

Als Ehrengast auf der Bühne war  Lama Gangchen Tulku Rinpoche (m) dabei

Als Ehrengast auf der Bühne war Lama Gangchen Tulku Rinpoche (m.) dabei. Der in Tibet geborene Priester lehrt verschiedene Meditationspraktiken.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Für jeden der rund 1000 Besucher war eine Botschaft dabei, wenn es darum ging, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Das Musical mit dem Titel „Wenn Buddha dein Nachbar wäre“ gestaltete sich zu einem Plädoyer gegen Zank, Gier, Streit und Unfrieden. Die Schauspieler unter Leitung von Klostergründerin Lama Dechen Losang Chöma Rinpoche setzten ihr Dharma dagegen: Sei glücklich, dann löse das Problem. Als Frontmann auf der Bühne brillierte Gelong Losang Kyabchok. Der Klostersprecher war in seinem bürgerlichem Leben Theaterschauspieler und Musiker. Kein Wunder, dass der Mönch als weiser Lama ebenso überzeugte wie als Teufel, hipper New Yorker und schwuler Ballettchoreograph.

So sieht man buddhistische Nonnen nur einmal im Jahr

So sieht man buddhistische Nonnen nur einmal im Jahr.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Was die Buddhisten auf ihrem Weg der Erleuchtung über viele Monate einstudierten, wollten in diesem Jahr so viele Menschen sehen, dass beim traditionellen Sangha-Fest zwei Aufführungen angesetzt wurden. Päwesin erlebte den Ausnahmezustand. Vorsorglich stellte die Kommune die große Fläche hinter dem Gemeindezentrum als Parkplatz zur Verfügung. Auch die vor 14 Jahren gegründete Klosterschule selbst hat auf die ungebrochene Anziehungskraft ihres Hauses reagiert. Noch rechtzeitig vor dem Sangha-Fest konnte der zu einem Tempel umfunktionierte Saal der einstigen Dorfgaststätte zur Parkseite mit einem Anbau erweitert werden.

Die Village People lassen grüßen

Die Village People lassen grüßen: Auch mit YMCA kann man die Lehre Buddhas umsetzen.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Entsprechend betriebsam ging es auf dem Wintermarkt der Klosterschule zu. Und zwar ohne Alkohol und Dauerbeschallung. Zu den vielen Besuchern an den Ständen mit Textilien, internationalen Gerichten und religiösem Beiwerk gehörten Freunde und Förderer des Hauses, die aus halb Deutschland anreisten. Neugierige, die das Kloster bislang nur vom Kuchen seiner überregional berühmten Bäckerei kannten, nutzten die Gelegenheit durch den mit Lichterketten geschmückten Peace-Garten zum Beschützertempel zu wandeln. Auch Angehörige der über 30 ständigen Klosterbewohner kommen jedes Jahr zum Sangha-Fest nach Päwesin. Mit der christlichen Weihnacht hat das allerdings nichts zu tun.

Blumen für die Nachbarin und Pfarrerin Johanna Martina Rief

Blumen für die Nachbarin und Pfarrerin Johanna Martina Rief.

Quelle: Volkmar Maloszyk

„Für unsere Klostergemeinschaft ist es ein Fest des Friedens, dass wir in die Weihnachtszeit gelegt haben. Es ist auch ein Dankeschön an alle Menschen aus der Region, die uns seit langem verbunden sind“, sagte Klostersprecher Losang Kyabchok der MAZ. Geradezu herzlich ist die Nachbarschaft mit der Evangelischen Kirchengemeinde. Pfarrhaus und Kirche steht in Rufweite des buddhistischen Klosters. Deshalb wurde zum Finale des Musicals Pfarrerin Johanna Martina Rief auf die Bühne gebeten. Beim gemeinsamen Singen von John Lennons und Yoko Onos „Happy Xmas“ wurde es dann doch noch weihnachtlich.

 

Von Frank Bürstenbinder

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