Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Kinski trifft Friedrich II.
Lokales Brandenburg/Havel Kinski trifft Friedrich II.
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:50 30.07.2018
Der große Vereinsvorsitzende Udo Geiseler (Mitte) wird mitten in seiner bedeutenden Rede vom Pult abgeführt. Quelle: JACQUELINE STEINER
Brandenburg/H

Der große Vorsitzende wird von der Bühne getragen –mit großem Tamtam und schmissiger Marschmusik. Nein, das ist keine Szene von der Kommunistischen Volkspartei in China oder Nordkorea, sondern spielt sich in der Studiobühne am 13. Oktober ab.

Und Frau Dr. des. Celina-Jessica Blökendal-Hirsedinkel sowie Herr Bodo Brüllmann sind auch nicht geradewegs aus einem Loriot-Sketch entsprungen, sondern führen durch einen heiter-belehrenden Abend – so wie einst Friedrich II. und Martin Luther. Kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, 1981 schrieb der Rostocker Dramatiker Claus Hammel das sensationelle Stück, bei dem die beiden Protagonisten im Streitgespräch historische Personen auf ihre „Re-Integrationsfähigkeit“ in die heutige Geschichte prüften und ihre Verdienste und reaktionären Rückschläge gegeneinander abwogen. Das war zu DDR-Zeiten tatsächlich eine Sensation, dass das Preußentum, besonders die Hohenzollern, nicht mehr nur als schlecht angesehen, sondern vielschichtig betrachtet wurde.

Wiederholung nicht ausgeschlossen

Die Festveranstaltung zum 150. Geburtstag des Vereins gibt es am 13. Oktober in der Studiobühne des Brandenburger Theaters.

Die 175 Karten werden über die Mitglieder vergeben und gelangen wohl nicht in den offiziellen Verkauf.

Wird die Premiere ein voller Erfolg, denken die Veranstalter über einige (kommerzielle) Wiederholungen nach.

Die Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Theater laufe prächtig, sagt der Vereinsvorstand.

Genau hier haben die Mitglieder des Historischen Vereins zu Brandenburg ihre Anleihen genommen, um den 150. Geburtstag des Vereins gebührend zu würdigen. Da kommen Albrecht der Bär, Fürst Pribislaw, Heinrich von Antwerpen genauso auf die Bühne wie Friedrich I. und seine schöne Else, Erich Honecker und Klaus Kinski. Wieso die? Lassen Sie sich überraschen. Das Stück ist voller Klamauk, zugleich anrührend und vor allem interessant. „Es ist vor allem eine historische Belehrung, keiner geht hier dümmer raus als rein“, sagt beispielsweise Clemens Bergstedt, der maßgeblich für den Inhalt zuständig ist. „Wir wollten eben keine ganz normale Festveranstaltung, mit ellenlangen Dankesreden und noch längeren Grußworten“, sagt Vereinschef Udo Geiseler. Da beschwert sich der spätmittelalterliche Chronist Engelbert Wusterwitz darüber, was mit seiner Aufzeichnungen gemacht wurde. Der Stadtarchivar und langjährige Vorsitzende Otto Tschirch muss sich ständig in seinen eigenen Jahreszahlen verhaspeln und wird gezwungen, einen Text zu verlesen. Er schlurft tatterig zum Pult, fängt stockend an, bis sich seine Stimme kraftvoll erhebt und er den Text schließlich brüllt –kein Wunder, ist ja auch sein eigener. Die unbändige Lust am Spielen ist den Rüdiger von Schnurbeins, Udo Geiselers und Stefan Dalitz’ anzusehen, sie müssen nicht bierernst „rüberkommen“ wie in ihren Professionen als Museumsdirektor, Gymnasiallehrer oder Stadtarchäologe. Die drei seien nur stellvertretend genannt – zehn Mitglieder und Freunde des Vereins gehören zum Ensemble.

Und sie nehmen es ernst, Spielleiter Bergstedt lässt viele Szenen wiederholen, korrigiert kleine Bewegungen, auch Lautstärke, Tempo und Ausdruck der Sprache sind ihm wichtig. Es ist eben harte Arbeit, noch dazu bei den Außentemperaturen. Und es wird nicht besser mit der ehrenamtlichen Belastung: „Noch treffen wir uns wegen der Urlaubszeit nur im Zwei-Wochen-Rhythmus, viele lernen ihre Texte zuhause. Ab Ende August schalten wir auf den wöchentlichen Rhythmus um und in den letzten zwei Wochen vor dem Auftritt auf tägliches Proben“, erzählt Udo Geiseler.

Das Programm heißt übrigens ganz zeitgemäß „Hilfe, Frauen sind im Kommen! Gender aller Länder vereinigt Euch*Innen“. Nein, natürlich haben das keinen Bezug zu einigen derzeitigen Diskussionen, die teilweise absurde Züge annehmen, beteuern Bergstedt und Geiseler.

Beide haben dabei sichtlich Mühe, nicht gleich loszuprusten. Ein Grinsen genügt dann doch.

Von André Wirsing

Klassik, Jazz oder Pop: Wenn den Musikern des Rastrelli Cello Quartetts ein Stück gefällt, dann spielen sie es einfach. Das Ergebnis sind faszinierende Konzerte, wie das im Brandenburger Dom.

30.07.2018

Ein Sexualstraftäter aus Brandenburg/Havel, der Jungen missbraucht hat, hat sich in der Nacht zu Montag in der JVA Brandenburg erhängt. Ihm stand erneut ein Prozess bevor wegen erneuter sexueller Übergriffe.

30.07.2018

Aufregung am frühen Sonntagabend im Marienbad. Ein Jugendlicher steht unter der Dusche und masturbiert. Die Polizei wird gerufen. Sie nimmt den 14-Jährigen mit und erstattet Anzeige.

30.07.2018