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150 kranke Pappeln sollen weichen

Fällungen am Havelradweg 150 kranke Pappeln sollen weichen

Die grüne Kulisse am viel befahrenen Havelradweg bekommt Löcher. Auf einem Teilstück bei Gollwitz lässt die Flächenagentur Brandenburg in diesem Herbst 150 kranke Pappeln fällen oder bis auf den Stamm abholzen. Die Sicherheit auf dem Radweg soll gewährleistet bleiben. In den Herbstferien müssen Radfahrer also mit Beeinträchtigungen rechnen.

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Der Havelradweg am verregneten Montag. Die kranken Pappeln können für Radfahrer gefährlich werden und sollen daher abgeholzt werden.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Die grüne Kulisse am viel befahrenen Havelradweg bekommt Löcher. Auf einem Teilstück bei Gollwitz lässt die Flächenagentur Brandenburg in diesem Herbst 150 Pappeln fällen oder bis auf einen rund drei Meter hohen Stamm abholzen. Der Grund: die Sicherheit auf dem Radweg soll gewährleistet bleiben. In den Herbstferien müssen Radfahrer also mit Beeinträchtigungen rechnen, befürchtet die Gollwitzer Ortsvorsteher Nicole Näther.

Vom Deichfuß bis zum Havelufer befinden sich zwischen Gollwitz und Götz große Baumbestände, teils waldartig, teils als Baumreihen. Das Problem: die Bäume sind bei Sturm nicht standsicher, daher sollen 150 Pappeln gefällt oder gestutzt werden.

Vor Jahrzehnten waren raschwachsende Hybridpappeln in dieser Gegend gepflanzt worden, berichtet die Flächenagentur Brandenburg, eine in der Stadt Brandenburg ansässige Naturschutzdienstleister, deren Gesellschafter die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg ist. Dieser Stiftung gehören die Pappeln und die zahlreichen andere Bäume wie Erlen, Eschen, Eichen und Weiden, die dort ohne menschliches Zutun gewachsen sind.

Pappeln werden mit jedem Sturm anfälliger

Das Problem sind jedoch die Pappeln, die mit jedem Sturm oder Unwetter zunehmend anfälliger würden. Äste oder auch ganze Stämme brechen dann in Windrichtung auf den Radweg. Viele Bäume haben nach Erkenntnissen von Flächenagentur-Mitarbeiterin Sibylle Tinius Schwammbefall, Hohlstellen und Fäulnisschäden. Oder sie sind über die letzten Jahre schon mehrfach beschnitten worden.

In der Vergangenheit haben die Feuerwehr, Anwohner, die Forst oder die verantwortliche Behörde die Schäden beseitigt, um die Wegeverbindung sicherzustellen. In den vergangenen Jahren hat die erwähnte Stiftung nördlich des Radweges mehr als 60 Pappeln gefällt oder in einer Höhe von drei bis vier Metern gekappt.

Diese Arbeit werden in wenigen Wochen fortgesetzt, die Ausschreibung für die Baumfällarbeiten läuft. Die Flächenagentur kündigt an, etwa weitere 150 Pappeln abholzen zu lassen, sobald die Brutzeit endet und ehe die Fledermäuse ihre Winterquartiere beziehen. Die kranken Bäume stehen derzeit noch in der ersten Reihe zum Deichfuß. Ein Drittel von ihnen soll als Stamm stehenbleiben.

Baumstamm als Lebensraum für Tiere

Die Arbeiten werden unter Leitung der Flächenagentur Brandenburg ausgeführt und sind den Angaben zufolge mit der unteren Naturschutzbehörde der Stadt und dem Landesbetrieb Forst abgestimmt.

Das Kappen der Bäume erhält den Lebensraum Stamm für Lebewesen wie Vögel, Insekten oder Höhlenbewohner noch für viele Jahre und würde beim Umfallen des Stammes den Deich und den Radweg nicht beschädigt.

Die Fläche des Havelradwegs befindet sich im Landschaftsschutzgebiet, Flora-Fauna-Habitat-Gebiet und im Vogelschutzgebiet.

Der Baumbestand ist durch die andauernde Pflege und Gehölzentnahme immer lückiger, die Windanfälligkeit und Bruchgefahr wird damit immer größer geworden.

Die jungen Pflanzen in Nachbarschaft der Pappeln lässt den Baumverlust nicht so drastisch wirken, hofft die Flächenagentur Brandenburg. Die Junggehölze erhalten somit Raum für ihre Entwicklung..

Die Flächenagentur hat den Ortsbeirat von Gollwitz über die anstehenden Baumfällungen informiert. „Zunächst war ich erschreckt, aber die Argumente haben mich überzeugt“, sagt Ortschefin Nicole Näther (SPD). Sie denkt an die Gesundheit der Radfahrer und Fußgänger und daran, dass Krankenwagen sonst womöglich nicht zur Hilfe eilen könnten, wenn umgeknickte Bäume im Weg liegen.

Ortsvorsteherin Näther befürchtet nur, dass sich die Arbeiten bis in die zweite Oktoberhälfte hinziehen und damit in den Herbstferien liegen könnten, wenn der Radweg noch einmal gut genutzt wird. Die Umleitung soll vermutlich in Verlängerung des Saaringer Weges verlaufen, also auf der Feldwegtrasse, die dem Baubeigeordneten Michael Brandt (CDU) einst als Havelradweg vorgeschwebt hatte.

Nicole Näther lobt die gute Informationspolitik der Flächenagentur und denkt dabei an den Schock zurück, den die unangekündigte Kettensägenaktion der Stadtverwaltung im Februar 2007 ausgelöst hatte, als 17 Pappeln im Gollwitzer Schlosspark abgeholzt worden waren.

Von Jürgen Lauterbach

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