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Brandenburg/Havel 19 Projekte hoffen auf EU-Förderung
Lokales Brandenburg/Havel 19 Projekte hoffen auf EU-Förderung
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14:03 15.03.2018
Die Kirche Riewend muss dringend saniert werden. Sie hat keine Zwischendecke mehr. Quelle: privat
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Brandenburg/H

Am Dienstagabend stellten viele der 19 Projektträger aus der Region Brandenburg ihre Ideen im Krugparkzentrum vor. Im April fällt die Entscheidung, wen die Lokale Aktionsgruppe Fläminghavel zur Antragstellung auffordert. Das Landesamt für ländliche Entwicklung entscheidet über die Förderung bis zum Spätsommer.

Rogäsen: Marion und Karl Geyer, Eigentümer des Herrenhauses Rogäsen, möchten mit Hilfe der Fördermittel als dritten Bauabschnitt die Außenfassade des Haupthauses erneuern. Sie wollen 120 500 Euro beantragen und insgesamt 267 000 Euro investieren. Baulich umgesetzt werden soll das 2019 und 2020. Das Ehepaar Geyer kaufte das kleine heruntergekommene Schloss 2013. Seitdem investiert es viel Kraft in die Sanierung und Belebung des Herrenhauses auch dank bisher schon erfolgter EU-Förderung. So flossen in den zweiten Bauabschnitt bereits eine Million Euro, davon 420 000 Euro Fördergeld weit überwiegend von der EU.

Das Herrenhaus Rogäsen: Geplant ist nun die Hüllensanierung als dritter Bauabschnitt. Quelle: Dirk Fröhlich

Gollwitz bei Brandenburg: Mit EU-Leadermitteln möchte die Evangelische Kirchengemeinde Brandenburg-Ost einen Pavillon zu einem Erlebnisraum für Geschichte umwandeln. Es ist ein Mausoleum, das zuletzt als Trauerhalle fungierte. Das denkmalgeschützte Gebäude ist sanierungsbedürftig. Gesamtkosten des PRojektes sind 53 000 Euro mit einer Förderung von knapp 40 000 Euro. Bis März 2019 soll das alte Gebäude saniert sein, so Fördermittel fließen.

Die Stadt Brandenburg hofft auf Zuschüsse für die Neugestaltung des Gollwitzer Schlossparks an der Begegnungsstätte für jüdische und nichtjüdische Jugendliche. Der barocke Park ist ein Gartendenkmal. Für 140 000 Euro will die Stadt die Gartenanlage bis 2020 weiter neu gestalten, um die Besucherzahlen zu steigern. Die Stadt hofft auf 104 000 Euro Förderung.

Päwesin: Familie Wasser möchte eines ihrer Nebengebäude zu einem Kulturstall Märkischer Hof umbauen mit 80 000 Euro Förderung für Konzerte und Lesungen.

Riewend bei Päwesin: Die Dorfkirche Riewend bietet ein Bild der Trauer. Dem Kirchenschiff fehlt die Zwischendecke. „Das ist ein Anblick, der weh tut“, sagte die Brandenburger Denkmalpflegerin Anja Heinecke. Das Sanierungsprojekt stellte am Mittwoch Gertrud Kaufmann, die Vorsitzende des Heimatvereins Riewendsee, vor. Das Dach der Kirche soll neu eingedeckt und die Zwischendecke neu eingezogen werden. Genutzt werden soll das Gotteshaus auch für kulturelle Veranstaltungen und ökumenische Gottesdienste mit Protestanten, Katholiken und Buddhisten. 20 Männer und Frauen machen sich für die Sanierung der denkmalgeschützten Dorfkirche stark, die aus dem Jahr 1718 stammt. 123 000 Euro würde das kosten. Der Verein hofft auf einen Zuschuss über 92 000 Euro. „Es ist wichtig, dass es jetzt los geht, sonst verpufft das Engagement“, sagte Gertrud Kaufmann.

Die Kirche Riewend „sieht ein wenig aus wie eine Feuerwehr“, sagt Fördervereinschefin Gertrud Kaufmann. Quelle: privat

Es sind neben Kirchengemeinden auch Vereine, die sich für den Erhalt der Kirchen stark machen. Viele der Menschen, die sich engagieren, sind keine Kirchenmitglieder. Auch deswegen ringen die Vereine immer wieder mit den Gemeinden über weltliche Veranstaltungen und Trauerfeiern in den Kirchen. Heiko Bansen vom Lader-Management Fläming-Havel sprach das ebenfalls an. Es gebe Kirchengemeinden, die dies zuließen oder sogar entsprechende Verträge geschlossen hätten, und andere nicht.

Gollwitz bei Warchau: Werner Fräßdorf, Vorsitzender des Fördervereins Gollwitzer Dorfkirche, verwies auf einen Nutzungsvertrag, „dass jeder aus dem Dorf eine Trauerfeier in der Kirche haben darf“. Er hofft mit seinen Mitstreitern auf weitere Fördermittel aus dem Leader-Topf. Für 41 000 Euro, davon 30 000 Euro EU-Zuschuss, möchte der Verein im dritten Bauabschnitt unte der Orgelempore einen „Raum der guten Ideen“ schaffen als beheizbare Winterkirche. Dafür soll eine Glaswand im Kirchenschiff eingezogen werden.

Die Trechwitzer Kirche benötigt ein neues Dach. Quelle: Marion von Imhoff

Trechwitz: Die Trechwitzer Dorfkirche ist weit über die Region hinaus für ihren schönen Taufengel bekannt. Eine der beiden Glocken soll mit einem Alter von 785 Jahren zu den ältesten der Mark gehören. Das berichtete am Dienstag Uwe Klußmann, Ehemann der Pfarrerin. Er richtete den Focus aber vor allem auf das marode Dach des Gebäudes, gedeckt mit „Second-Hand-Ziegeln“. Sie stammen vom Märkischen Museum Berlin, „die mit ehrenamtlicher Arbeit 1990 auf das Dach der Kirche befördert worden sind, aber mittlerweile ihr Lebensalter erreicht haben und bröselig geworden sind.“ Bei jedem Sturm drohen Schäden: „Die Renovierung ist dringend.“ Kosten soll diese 53 000 Euro und möglich werden durch einen Zuschuss von 40 000 Euro.

Lehnin: Ein Atelier für Kulturarbeit mit Kindern und Jugendlichen möchte das Institut für Kunst und Kultur Lehnin am Klostersee verwirklichen. Auf dem Vereinsareal soll das Lager des früheren Sägewerks zu einem 50 Quadratmeter großen Atelier ausgebaut werden mit Angeboten für Schüler und Geflüchtete aus Kloster Lehnin und Umgebung und Schulklassen von nah und fern, wie es in der Projektvorstellung heißt. Kostenpunkt: 20 000 Euro bei einer Förderung von 15 000 Euro.

Ketzür: Auf Leadermittel hofft auch Riccarda Beck, die im Vierseitenhof Ketzür einen Konditoreibetrieb einrichten möchte. Das Amt Beetzsee plant mit Zuschuss einen 900 Meter langen Weg zur Alten Gärtnerei in Päwesin auszubauen.

Von Marion von Imhoff

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