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20 Millionen Euro: Buga-Defizit explodiert

Finanzielles Desaster 20 Millionen Euro: Buga-Defizit explodiert

Schön, aber teuer. Die Buga in der Havelregion entwickelt sich für die beteiligten Kommunen immer mehr zum finanziellen Desaster. Das Defizit steigt weiter und liegt jetzt bei rund 20 Millionen Euro. Die Macher geben dafür mehrere Gründe an. Die stoßen nicht überall auf Verständnis. Und es könnte noch dicker kommen.

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Quelle: Evelyn Vergin

Brandenburg/H.  Die 2015 zwischen Brandenburg und Havelberg veranstaltete Bundesgartenschau (Buga) kommt die fünf Ausrichterkommunen noch teurer zu stehen, als angenommen. Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) sagte jetzt, dass sich ein weiterer Mehrbedarf von zwei Millionen Euro ergeben habe. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange, denn das endgültige Ergebnis liegt noch nicht vor. Ursprünglich beschlossen die Ausrichterkommunen einen Durchführungshaushalt von 28 Millionen Euro für die Buga. Das Geld wurde zusammengebracht, zuzüglich eines Puffers von sieben Millionen Euro. Diese sieben Millionen Euro waren schon weg, noch bevor Bundespräsident Joachim Gauck die Buga eröffnete.

Noch mal zwei Millionen Euro mehr

Im September 2015 mussten Tiemann und der Buga-Geschäftsführer Erhard Skupch einräumen, dass erwartete Umsatz- und Besucherzahlen nicht erreicht würden. Statt der prognostizierten 1,5 Millionen Besucher gelang es der Buga bis zum Abschluss nur wenig mehr als eine Millionen Gäste anzulocken. Im September 2015 wurden deshalb im Buga-Nachtragshaushalt zusätzlich 10,16 Millionen Euro eingestellt, die sich je nach Anteil im Zweckverband auf die Kommunen verteilen.

Jetzt heißt es, dass sich Mehrkosten in Höhe von 300.000 Euro für den erhöhten witterungsbedingten Pflegeaufwand während des „Jahrhundertsommers 2015“ sowie aus der Beseitigung von schweren Sturmschäden ergeben würden. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar“, sagt Britta Kornmesser, SPD-Fraktionschefin in Brandenburg. Diese Begründung habe man bereits für das Defizit im September 2015 ins Feld geführt. Neben den Mehrausgaben begründet der Zweckverband das neue Millionenloch mit „rund 700.000 Euro Mindereinnahmen bei Catering-Erlosen sowie Parkgebühren. Weitere 700.000 Euro Verlust resultieren „aus der Rückgabe von kommissionierten Eintrittskarten.“ Das würde bei Eintrittspreisen von 20 Euro bedeuten, dass die Besucherzahl noch um 35.000 Personen niedriger liegen würde.

Ein riesiges Millionenloch

Für Kornmesser, die im September unter Protest wegen der intransparenten Führung des Zweckverbandes aus dem Gremium zurückgetreten war, ist das nicht plausibel: „Die Mindereinnahmen waren Ende September 2015 bereits klar.“ Und welcher Kommissionshändler Karten für 700.000 Euro zurück gebe, sei ihr auch nicht bekannt. Sie hat nachgerechnet: „7 Millionen Reserve plus 10,16 Millionen 1. Nachtrag plus zwei Millionen im 2. Nachtrag machen 19,16 Millionen Euro Defizit.“ Dabei sei schon klar, so die SPD-Frau, dass der Buga-Rückbau „teurer wird, als geplant.“

Dietlind Tiemann bedauert das Defizit, sieht aber keinen Grund für Selbstkritik. Das sei äußeren Umständen geschuldet. Überdies „können wir als Fazit festhalten, dass es mit unserer Bundesgartenschau 2015 gelungen ist über eine Million Menschen aus ganz Deutschland für unsere wunderschöne Havelregion und unsere Städte zu begeistern.“ Nicht zuletzt habe die Buga mit wirtschaftlichen Effekten „die Zukunft unserer Menschen gesichert.“ Das will sie jetzt beweisen: „Eine wissenschaftliche Betrachtung der nachhaltigen wirtschaftlichen Effekte der Bundesgartenschau 2015 wird von zwei Studenten aus der Stadt Brandenburg als Aufgabenstellung für deren Masterarbeiten an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde erfolgen.“

Von Benno Rougk

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