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Brandenburg/Havel 20 Millionen Euro für ein schöneres Ziesar
Lokales Brandenburg/Havel 20 Millionen Euro für ein schöneres Ziesar
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14:49 19.08.2016
Außenminister Frank-Walter Steinmeier (l.) lässt sich in Ziesar den Fortgang der Stadterneuerung erläutern. Quelle: Jacqueline Steiner
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Ziesar

Ordentliches Pflaster, sanierte Gehwege, neue Straßenlampen, schmucke Hausfassaden: Bei einem Blick in die Große Achterstraße zeigte sich Frank-Walter Steinmeier beeindruckt. So aufgeräumt sieht es inzwischen fast überall in Ziesars Altstadt aus. Der deutsche Außenminister ließ sich kürzlich bei einem Besuch in seinem Wahlkreis über den Stand der seit über 20 Jahren laufenden Stadtsanierung informieren.

Was sich über und unter der Erde abspielte, zeigt sich in beeindruckenden Zahlen. Insgesamt wurden inklusive des kommunalen Eigenanteils von 1995 bis Ende 2015 Städtebaufördermittel in Höhe von fast 19,1 Millionen Euro bewilligt. „Im kommenden Jahr wird in Ziesar die 20-Millionen-Euro-Grenze überschritten“, kündigte Walter Bitzer vom treuhänderischen Sanierungsträger EWS auf der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten an. Das Geld floss unter anderem in Straßen, Wege und Plätze (6,5 Millionen Euro). Aktuelles Beispiel ist der Ausbau des Wallgrabens.

Beiträge für Wertsteigerung

Mit einem Beschluss über die Durchführung vorbereitender Untersuchungen am 18. Mai 1995 leiteten die Stadtverordneten den Start in die Stadterneuerung ein. Ein Beschluss über die Sanierungssatzung folgte 1997. Mittlerweile gibt es eine aktualisierte Erhaltungssatzung, die den städtebaulichen Bestand für die Zukunft sichern soll.

Von den Anwohnern im Sanierungsgebiet sind spätestens nach Abschluss der Sanierung Ausgleichsbeiträge für die sanierungsbedingte Wertsteigerung der Grundstücke zu zahlen. Drei Euro im Breiten Weg, zwei Euro in den anderen Straßen pro Quadratmeter Grundstücksfläche. Dafür sind keine Straßenbaubeiträge nach Kommunalabgabengesetzt fällig.

Private Bauherren vom Wallgraben bis zum Petritor wurden mit 2,3 Millionen Euro unterstützt. Die Förderung verteilt sich über das gesamte Sanierungsgebiet und steckt in Dächern, Fassaden, Fenstern und Haustüren. Den größten Brocken nehmen jedoch kommunale Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten ein, für die bislang 7,3 Millionen Euro verwendet wurden. Zum Beispiel die Kita im Fachwerkhaus Bardelebenscher Hof. Rund 700 000 Euro flossen in Grunderwerb, Sicherungsmaßnahmen und Freilegungen.

Ebenfalls saniert: Der Turm der Stadtkirche. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für das laufende Jahr stehen 700 000 Euro für die Straße Wallgraben sowie die Schlossstraße 24, das am Petritor gelegene Gebäude auf dem Grundstück Otto-Altenkirch-Straße 7 sowie für den zweiten Bauabschnitt am Gebäude Kloster 5 zur Verfügung. Für 2017 wird von einer ähnlich hohen Summe ausgegangen. Ins Auge gefasst wird unter anderem eine Metallverkleidung der so genannten Bischofsmütze des Bergfriedes. „Wir erhoffen uns davon für die nächsten Jahrzehnte einen geringeren Instandhaltungsaufwand“, so Stadtsanierer Bitzer.

Arbeit gibt es bis über das Jahr 2020 hinaus noch genug. Die Fachleute gehen danach von einem jährlichen Fördermittelbedarf von rund 600 000 Euro plus 20 Prozent städtische Eigenmittel aus. Schwerpunkte für die Zukunft sind die Straße Frauentor zwischen Burghotel und Steinbach, die Schulstraße und der Grüne Wallgraben. Dazu kommen weitere Einzeldenkmale wie die Bahnhofstraße 1, Frauentor 15 (Scheune) und 19 (ehemalige Kleiderkammer).

Diese Kaufhalle im Breiten Weg wird nicht mehr gebraucht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Erste Vorstellungen gibt es für die künftige Gestaltung des Grünen Wallgrabens, der 2018 an der Reihe sein soll. Die teilweise befahrbare Grünanlage am nördlichen Rand des Sanierungsgebietes war einmal Teil des Entwässerungssystems. „Der Grüne Wallgraben soll eine wassergebundene Decke bekommen aber nicht durchgängig befahrbar werden. Der Graben wird so hergestellt, das wieder ein durchgängiges Bankett entsteht“, kündigte Stadtplaner Peter Mollen vom Büro Planwerk an. Weil es zahlreiche private Grundstückszugänge über den Grünen Wallgraben gibt, soll rechtzeitig mit allen Anliegern gesprochen werden.

Der Grüne Wallgraben soll 2018 erneuert werden. Quelle: Frank Bürstenbinder

Im Rahmen der Stadtsanierung könnte sich bald das Schicksal der 1976 eröffneten Konsum-Kaufhalle im Breiten Weg entscheiden. Stadtsanierer Bitzer schwebt die Beseitigung des leerstehenden Objektes vor. Zuvor müsste die Immobilie von der Kommune zu einem symbolischen Preis gekauft werden. Einen Bedarf für die Kaufhalle gibt es nicht mehr. Am Rande Ziesars und damit außerhalb des Sanierungsgebietes existieren mittlerweile drei Supermärkte.

Von Frank Bürstenbinder

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