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Brandenburg/Havel 20 Philippiner beginnen bald im städtischen Klinikum
Lokales Brandenburg/Havel 20 Philippiner beginnen bald im städtischen Klinikum
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10:54 30.01.2019
Lutz Pelchen und Sandra Fleischer vom städtischen Klinikum haben erfolgreiche Bewerbungsgespräche in Manila geführt. 13 philippinische Frauen und 7 Männer werden künftig als Pflegekräfte in Brandenburg/Havel arbeiten. Quelle: Städtisches Klinikum Brandenburg
Brandenburg/H

Mission in Südostasien erfüllt. Das städtische Klinikum Brandenburg/Havel ist demnächst um zwanzig Pflegekräfte von den Philippinen reicher. Die Bewerbungsgespräche in Manila sind erfolgreich gelaufen.

Vor einigen Tagen sind Lutz Pelchen und Sandra Fleischer in die philippinische Hauptstadt geflogen. Binnen fünf Tagen führten der Pflegedienstdirektor und die Krankenpflege-Fachbereichsleiterin 40 Bewerbungsgespräche mit ausgebildeten philippinischen Krankenschwestern und Krankenpflegern. Wenig Zeit also, danach noch „die Stadt der Extreme“ kennenzulernen.

Das Ziel der beiden Brandenburger: Sie wollten zwanzig Fachkräfte akquirieren, die so schnell möglich ihre Arbeit im städtischen Krankenhaus aufnehmen können.

40 Interviews in fünf Tagen

„Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv, wir haben lauter nette offene Menschen kennengelernt, berichtet Lutz Pelchen nach seiner Rückkehr in Brandenburg. Mit seiner in der Fachkräfte-Akquise erfahrenen Kollegin Sandra Fleischer interviewte er in einem Hotel in Manila von morgens bis spätnachmittags auf Englisch sämtliche Stellenbewerber.

Durchweg waren die Gesprächspartner berufserfahren und hoch qualifiziert. Wer auf den Philippinen als Fachkraft in der Krankenpflege arbeitet, hat auf eigene Kosten ein Studium absolviert und einen akademischen Abschluss erreicht.

Dennoch sind die Jobperspektiven in dem asiatischen Staat nicht so gut wie in Deutschland, vom Gehalt ganz zu schweigen, das je nachdem bei durchschnittlich 400 Euro im Monat liegt.

Schon Erfahrungen im Ausland

Etliche Philippiner orientieren sich daher ins Ausland. So befanden sich auch unter den Bewerbern für Brandenburg einige, die schon Auslandserfahrungen zum Beispiel in Saudi-Arabien vorweisen können.

Die beiden Pflegeexperten des Brandenburger Klinikums haben sich nach Auswertung der Gespräche für 13 Frauen und sieben Männer entschieden, die bereits Grundverträge zunächst mit der kooperierenden Arbeitsagentur abgeschlossen haben. Sie sind nach Angaben von Lutz Pelchen zwischen Mitte 20 und Anfang 40, einige sprechen schon etwas deutsch.

Das Projekt „Triple Win“

Das Brandenburger Klinikum beteiligt sich an dem Projekt „Triple Win“ (dreifacher Gewinn), um genügend Pflegefachkräfte zu bekommen.

Mit „Triple Win“ gewinnen die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) qualifizierte Pflegefachkräfte aus Serbien, Bosnien-Herzegowina und den Philippinen für Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege.

Das Projekt läuft in Staaten, die einen Überschuss an gut ausgebildeten Pflegekräften aufweisen.

Parallel sucht und gewinnt das Klinikum in der Hochstraße mithilfe einer Agentur Krankenschwestern aus Ländern wie der Ukraine, Moldawien und Mazedonien.

Ehe die neuen Pfleger und Schwestern nach Brandenburg/Havel kommen, werden sie in ihrem Heimatland einen Deutschkurs absolvieren, der mit der B1-Prüfung abschließt. Ihre Deutschkenntnisse werden anschließend in Brandenburg so vertieft, dass die künftigen Klinikum-Mitarbeiter die B2-Prüfung schaffen.

Parallel läuft die deutsche Anerkennung ihres Berufsabschlusses. Vermutlich können sie im Sommer oder Herbst ihre Arbeit als Vollzeitkräfte im städtischen Klinikum aufnehmen.

„Alle sind hoch motiviert, lebenserfahren und gut ausgebildet“, versichert der Brandenburger Pflegedienstdirektor. Einer der künftigen Schwestern ist sogar zusätzlich ausgebildete Zahnärztin.

Perspektiven für die Familie

Sie alle locken außer der vergleichsweise attraktiven Bezahlung in Deutschland die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten und die „tolle Medizin“, die sie mit Deutschland verbinden. Außerdem sehen sie in Brandenburg Perspektiven auch für ihre Familien. Grundsätzlich dürfen die angehenden Pflegekräfte von den Philippinen ihre Ehepartner und Kinder mit nach Deutschland bringen.

Bei der Auswahl spielte laut Pelchen eine Rolle, in welchen Fachbereichen die Bewerber Erfahrungen vorweisen können. Besonders gefragt sind Fachkräfte für die Intensivstation und die Rettungsstelle.

Was Philippiner typisch deutsch finden

„Mit Schussverletzungen wie in ihrer Heimat werden sie es bei uns allerdings deutlich seltener zu tun bekommen“, vermutet der Pflegedienstdirektor.

Die künftigen Mitarbeiter wollten in den Vorstellungsgesprächen besonders viel wissen über ihre künftige Heimatstadt, deren Klinikum, das Gesundheitssystem, die Wohnsituation und die Lebenshaltungskosten.

Lutz Pelchen referiert einige Vorstellungen und Urteile, auf die er bei seinen Gesprächspartnern gestoßen ist: Typisch deutsch sind demnach „das Oktoberfest, das Brandenburger Tor, Berlin und Schloss Sanssouci“.

Immerhin äußerten die künftigen Wahl-Brandenburger auch, dass „die Menschen in Deutschland freundlich sind“.

Von Jürgen Lauterbach

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