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200 Jahre Theater: Künstler bleiben stumm

Brandenburg an der Havel 200 Jahre Theater: Künstler bleiben stumm

Zur Festveranstaltung „Zwei Jahrhunderte Brandenburger Theater“ sind rund 200 Gäste gekommen. Der Stolz gilt besonders den Brandenburger Symphonikern und dem Jugendtheater. Am Donnerstagnachmittag tobt draußen der Sturm, drinnen geht es gemäßigt zu, beinahe sogar unterkühlt. Kein Künstler der Brandenburger Spielstätte ergreift zur Feier des Tages das Wort.

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Grandios wie immer: Peter Gülke führt die Brandenburger Symphoniker durch den Abend.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. „Brandenburg kann auch Theater“, das versichert Klaus Deschner, Geschäftsführer des Hauses, am Donnerstag im Großen Haus in der Grabenstraße. Zur Festveranstaltung „Zwei Jahrhunderte Brandenburger Theater“ sind rund 200 Gäste gekommen. Der Stolz gilt besonders den Brandenburger Symphonikern und dem Jugendtheater. Von stürmischer See und ruhigem Fahrwasser ist in der Feierstunde wiederholt die Rede, um die 200-jährige Geschichte des Theaters zu beschreiben. Am späten Donnerstagnachmittag tobt draußen der Sturm, drinnen geht es gemäßigt zu, beinahe sogar unterkühlt. Kein Künstler der Brandenburger Spielstätte ergreift zur Feier des Tages das Wort.

Zu hören sind dafür die Brandenburger Symphoniker unter der Leitung von Peter Gülke, die mit der Ouvertüre zu Egmont, dem Hummelflug und vor allem der Ouvertüre zu Richard Wagners „Meistersingern“ für die Kunst der Stunde stehen.

Theater-Geschäftsführer Klaus Deschner gestand, dass das erste Stück des jungen Theaters am 5. Oktober 1817 nicht gerade eine verheißungsvollen Ausblick in die Zukunft versprach. Schließlich endete Maria Stuart unterm Henkersbeil. Doch ihr Ausspruch, „ich bin besser als mein Hof“, sei ein frühes Vermächtnis des Brandenburger Theaters, das anfangs auf Bürgerengagement beruhte und von einer Aktiengesellschaft betrieben wurde.

Die erste Spielstätte war ein mit dem Geld der Gesellschaft errichteter Theaterbau an der Stelle des heutigen Wichernhauses in der Hauptstraße – in der Venedigstraße Nummer 632, wie sie damals hieß. Zum frühen Repertoire gehörten Stücke von Grillparzer, von Kotzebue und immer wieder Schiller. Erste Musikstücke waren Mozarts Zauberflöte und Die Entführung aus dem Serail.

Die Bedeutung des Stadt-Theaters nahm Mitte des 19. Jahrhunderts ab, als Intendant von Hoxar 1855 die Idee eines Sommertheaters im Garten des Hotels „Tivoli“ (Börners Weinberg) verwirklichte.

Das zweite festen Theater wurde 1909 das „Neue Theater“ in der Blumenstraße, das sich 1912 in Stadttheater umbenannte und bis 1944 dort blieb, ehe es im folgenden April zerstört wurde. Der Neubeginn folgte am 1. August 1945 mit 46 Ensemblemitgliedern an zwei Spielstätten: die ehemalige Stadthalle in der Grabenstraße und die Adler- beziehungsweise Bismarckterrassen.

Klaus Deschner wünschte sich zum runden Theatergeburtstag von der Politik „ausreichend Geld zur Verfügung und doch wenig genug, um die Kreativität des Theaters zu erhalten“.

Über Geld sprach Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil in der Feststunde nicht. Sie bescheinigte dem Theater ein „gut bestücktes Saisonprogramm“, in dem Tradition und Experiment ihren Platz hätten und mit dem es „vermeintliche Provinzialität“ hinter sich lasse.

„Höchstes Niveau“ haben den Worten der Kulturpolitikerin zufolge das Brandenburger Jugendtheater und das Orchester mit dem herausragenden Peter Gülke an der Spitze. Gutheil erwähnte auch eine lobende Kritik zur CD, die die Brandenburger Symphoniker eingespielt haben zum Jubiläum. Peter Gülke dirigiert Franz Schuberts C-Dur-Sinfonie „Die Große“. Die CDU erscheint am 27. Oktober. Besucher der Festveranstaltung erhielten sie bereits gestern zusammen mit der 100-seitigen bebilderten Festschrift, in der Stationen der Theatergeschichte erläutert, sämtliche Theaterleiter seit 1817 genannt und die Träger des Brandenburger Theaterpreises vorgestellt werden.

Von Jürgen Lauterbach

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