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Brandenburg/Havel 2000 Kinderärzte mit klarem Bekenntnis gegen Rassismus
Lokales Brandenburg/Havel 2000 Kinderärzte mit klarem Bekenntnis gegen Rassismus
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15:47 16.09.2018
Hans Kössel, Chefarzt der Brandenburger Kinderklinik freut sich über die Rückendeckung seiner Kollegen. Quelle: MAZ
Leipzig/Brandenburg/H

Mit einem deutlichen Bekenntnis gegen Rassismus und dem Versprechen, man werde „Kein Kind zurücklassen“ ist in Leipzig jetzt der größte Kongress für Kinder- und Jugendmedizin im deutschsprachigen Raum eröffnet worden. 2.000 Kinderärzte, Kinderchirurgen und Kinderkrankenschwestern tagen dort.

Bekenntnis mit Bezug zum Brandenburger Vorfall

Dieses Bekenntnis steht im Zusammenhang mit dem von der MAZ bekannt gemachten Vorfall in der Kinderklinik in Brandenburg an der Havel, bei dem deutsche Eltern gezielt gefordert hatten, ihr Kind nach einem Aufenthalt auf der Intensivstation in einem „ausländerfreien Zimmer“ unterzubringen. Für den Fall, dass man ihrer Forderung nicht folge, werde man dies nicht akzeptieren und die Klinik mit dem Kind verlassen, hatten die Eltern gedroht.

Chefarzt Hans Kössel hatte mit dem Hinweis auf ausschließlich medizinische Erwägungen für die Belegung gekontert und das Ansinnen verweigert. In der Brandenburger Kinderklinik behandeln die 14 Ärzte pro Jahr etwa 2500 Kinder. Kössel hatte klar gestellt: dem Personal sei es völlig egal, aus welchem Land ein Kind komme. „Wir belegen die Zimmer nicht nach Nationalität oder Religion, sondern nur nach zusammenpassenden Krankheitsbildern.“ Er verglich die rassistisch motivierte Ausgrenzung mit der Nazi-Zeit, als es hieß „Juden raus“ oder mit dem offenen Rassismus in früheren Zeiten in Südafrika oder in den USA.

Im Zentrum steht das Kind

Auch Ingeborg Krägeloh-Mann, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) macht den Rahmen des Kongressmottos in Leipzig deutlich: „Die politische und gesellschaftliche Realität macht uns, die wir uns um die Gesundheit und Entwicklung eines jeden Kindes bemühen, schmerzhaft bewusst, wie notwendig das Bekenntnis gegen Diskriminierung, Rassismus, Ausgrenzung ist. In der Kinderheilkunde steht im Zentrum: das Kind. Unabhängig von Herkunft, Aussehen, sozialem, kulturellem, religiösem oder sonst einem Hintergrund.“

„Dieses Statement ist für mich ein richtig großer Erfolg. Denn es stellt klar, dass die geschlossene Gemeinschaft der deutschen Kinderärzte dieselbe Position vertritt.“ Er habe neben „sehr vielen positiven Mails auch viele unerträgliche Mails und Briefe bekommen.“ Zuletzt auch von sogenannten „Reichsbürgern“. Insofern sei „die Erklärung der DGKJ ist für mich sehr, sehr viel wert.“

70 Jahre alte Forderungen

Vor fast genau 70 Jahren, im September 1948, hielt der Weltärztebund fest, dass die medizinische Verantwortung unabhängig ist von ethnischer Herkunft und Staatsangehörigkeit des Patienten. Der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2018 greift dies auf und bringt die Zielsetzung „Kein Kind zurücklassen“ mitten hinein in den gesellschaftlichen Alltag, betonte die DGKJ-Präsidentin beim Auftakt der Tagung.

Von Benno Rougk

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