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25-Jährige schildert versuchte Vergewaltigung

Prozess in Brandenburg/Havel 25-Jährige schildert versuchte Vergewaltigung

Eine junge Brandenburgerin, die gerade knapp einer Vergewaltigung entgangen ist, ruft nicht die Polizei zur Hilfe, sondern nur einen Freund. Der Grund: Die Mutter von vier kleinen Kindern hatte Angst vor dem Jugendamt, fürchtete, dann ihre Kinder zu verlieren.

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Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel.  Eine junge Brandenburgerin, die gerade knapp einer Vergewaltigung entgangen ist, ruft nicht die Polizei zur Hilfe, sondern einen Freund. Der Grund: Die Mutter von vier kleinen Kindern hatte Angst vor dem Jugendamt.

Am Mittwoch wurde der Prozess gegen den Inder Rahul S. (28) vor dem Schöffengericht Brandenburg fortgesetzt. Der Staatsanwalt hat ihn wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung angeklagt. In betrunkenem Zustand soll er am Abend des 20. Juni 2015 die Ex-Partnerin seines Cousins in deren Wohnung in Hohenstücken angegriffen haben, um sie zu vergewaltigen. Der Angeklagte, der seit 21. Juni in Untersuchungshaft sitzt, schweigt zu den Vorwürfen.

Am zweiten Prozesstag schildert das 25 Jahre alte Opfer, was ihm in jener Nacht widerfahren ist. Sie kennt den Angeklagten, der aus Punjab stammt und im Döner-Imbiss gearbeitet hat. Sie hatte dem Cousin ihres Ex-Partners sogar gestattet, in ihrer Wohnung zu übernachten. Mit einem Übergriff hatte sie nach eigener Darstellung nicht gerechnet.

Opfer schildert, was ihm widerfahren ist

Zwar habe Rahul S. ihr schon einige Tage vor der angeklagten Tat gestanden, dass er sie liebe und sich eine Frau wie sie wünsche. „Ich habe ihm aber gleich gesagt, dass ich keinerlei Gefühle für ihn habe“, erzählt das Opfer, die als Nebenklägerin von Rechtsanwalt Michael Manczak unterstützt wird.

Die asthmakranke Frau schildert detailliert die Gewalt, die der betrunkene Angeklagte in dieser Nacht anwendet, um in sie einzudringen. Sie erzählt, wie sie sich mit Händen, Füßen und einem Biss ins Ohr gewehrt hat gegen die drohende Vergewaltigung. Wie sie Schläge einsteckte, blaue Flecken an Armen und Rücken davon trug, wie er auf dem Sofa auf ihr lag und sie aus der Puste kam, wie sie ihn endlich von sich stoßen konnte, sich ihr Handy schnappte und in die Küche flüchtete, wie er hinterher eilte, sie ihm zwischen die Beine trat, er sich krümmte und dann mit der Faust das Küchenfenster zertrümmerte, so dass er blutete. Wie er sie anschnauzte und sie zum Geschlechtsverkehr zwingen wollte.

Sie trat ihm zwischen die Beine

Die junge Frau hätte aus der Wohnung laufen können. Das tat sie nicht, damit ihre vier Kinder nicht allein mit dem betrunkenen Mann zurückbleiben. Sie hätte die Polizei anrufen können. Das tat sie nicht, um Ärger mit dem Jugendamt zu vermeiden. Denn das Amt habe schon einmal das Kindeswohl gefährdet gesehen, als ihr Ex-Partner sie zusammengeschlagen hatte.

Das Opfer rief lieber einen Freund, der tatsächlich schnell kam und auch die Polizei verständigte. Die Beamten nahmen Rahul S. fest, der gerade geflüchtet war. Vorher hatte er noch mit dem Blut, das aus seiner verletzten Hand floss, seinen Namen an der Wohnungstür hinterlassen.

Um keine Spuren zu verwischen, wusch sich die Brandenburgerin nach der Tat vorerst nicht. Das habe sie in der Fernsehserie CSI gelernt, dass man das nicht machen soll. Tatsächlich wurden DNA-Spuren des Angeklagten gesichert. Das Opfer leidet seit der Tat an Alpträumen und hat sich in psychologische Behandlung begeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Jürgen Lauterbach

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