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Brandenburg/Havel 260 Helfer machen die Ruder-EM möglich
Lokales Brandenburg/Havel 260 Helfer machen die Ruder-EM möglich
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11:32 06.05.2016
260 Freiwillige machen die EM möglich, darunter Jerome Tschupp (r.) und Claudia Nyhuis (2.v.r.). Quelle: Nadine Bieneck
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Brandenburg/H

Das Handy von Daniel Herdlitschke spielt dieser Tage verrückt. Anrufe, Nachrichten, Emails, mitunter im Minutentakt, gehen bei dem 28-Jährigen ein. Das Telefon ist zur Zeit das wichtigste Arbeitsmittel des gebürtigen Brandenburgers. Der Lehramtsstudent (Politik/WAT) gehört zum Organisations-Komitee der Ruder-Europameisterschaften auf dem Beetzsee und koordiniert den Einsatz der Helfer. Bis zu 260 Freiwillige legen in der heißen Phase der Ruder-EM ehrenamtlich Hand an, um Sportlern und Zuschauern brillante Wettkämpfe zu ermöglichen.

Eine handvoll Freiwillige beschäftigt sich seit zwei Jahren mit den EM-Vorbereitungen. Viele von ihnen gehören zum Ruderclub Havel Brandenburg (RCHB). Unter ihnen Daniel Herdlitschke, dessen Vater Andreas als Bundestrainer Rudern in Berlin die Kaderathleten betreut.

Daniel Herdlitschke auf der Regattaanlage am Beetzsee. Quelle: Bieneck

Andreas Herdlitschke war es auch, der den Sohnemann einst zum Anpacken hinter den Kulissen gewann. „Meinen ersten Einsatz hatte ich 2005 bei der Junioren-WM hier am Beetzsee. Ich war für die Starthilfe der Boote eingeteilt, es war richtig schlechtes Wetter und es hat nicht wirklich Spaß gemacht“, sagt der 28-Jährige schmunzelnd.

Helfer müssen eingeteilt werden

Trotzdem ist er dabei geblieben und nun für die EM hauptverantwortlich für die Koordination der Helfer. Besonders wichtig ist ihm, „die Leute so aufzuteilen, dass jeder dort eingesetzt wird, wo er glücklich mit seiner Aufgabe ist. Wir wollen nicht nur die Sportler zufrieden stellen, sondern auch die Freiwilligen.“ Eine große Herausforderung, und eine zeitintensive. Das Studium liegt derzeit auf Eis, die Masterarbeit wird „ein wenig geschoben“. Der Spaß an der Sache und die Zusammenarbeit mit dem Team macht das jedoch „bei weitem wieder wett“.

Mit 800 gemeldeten Sportlern aus 35 Nationen ist die Ruder-EM auf dem Beetzsee (6. bis 8. Mai) die größte Sportveranstaltung 2016 im Land Brandenburg. Als perfekte Gastgeber wollen sich die Brandenburger präsentieren. Ohne die zahlreichen Freiwilligen wäre dies nicht möglich. Neben den „wie immer rekrutierten Freunden, Bekannten und Verwandten sind bei der EM auch etwa 100 für uns völlig neue Gesichter dabei“, berichtet Herdlitschke.

Daniel Herdlitschke (l.) koordiniert den Einsatz der Volunteers bei der EM, Florian Lorbiecki (r.) das Ticketing für die Wettkämpfe. Quelle: Bieneck

Die Helfer kommen aus nahezu allen Bundesländern und vereinzelt sogar aus dem Ausland. Eingesetzt werden sie querbeet in allen Aufgabenbereichen: von der Motorboot-Crew über die Starthilfe der Boote, Wettkampforganisation, Medienbereich, Siegerehrungen bis hin zum „ZBV. Zur besonderen Verfügung. Das sind unsere Springer, die dort helfen, wo es grad brennt“, erklärt Herdlitschke.

Aus der Schweiz angereist

Im Wettkampfbereich unterstützen wird Jerome Tschupp. Der 23-jährige Student reist aus der Schweiz an den Beetzsee. „Ich interessiere mich seit einigen Monaten fürs Volunteering, war 2015 bei der Basketball-EM und 2016 bei der Curling-WM dabei“, berichtet er. „Zusammen mit deutschen Volunteers für die Olympischen Spiele in Rio haben wir entschieden, gemeinsam auch die EM als Helfer zu unterstützen“, sagt er. Sein Vater war selbst Ruderer und da hat der 23-Jährige öfter mit geholfen. Als klar war, dass er für die EM Zeit hat, hat er sich sofort bei den Veranstaltern angemeldet.

Die Volunteers werden vom Organisations-Komitee in Brandenburg untergebracht, erhalten zudem einheitliche Kleidung, die sie auf der Veranstaltung sofort erkennbar macht. Doch was bewegt tatsächlich dazu, Zeit, Energie und Geld zu investieren, um bei solch einem Ereignis ehrenamtlich zu arbeiten? „Sport hat etwas Verbindendes. Jeder ist per Du, der Beruf ist unerheblich. Es geht um die gemeinsame Faszination für eine Sache. Da sind viel Leidenschaft und Emotionen im Spiel, man fühlt sich lebendig“, berichtet Claudia Nyhuis.

Auch gegen Vorurteile hilft solche eine Europameisterschaft

Die 51-Jährige, im normalen Alltag Berufsschullehrerin, stammt aus Hannover und ist bei der EM im Pressebereich tätig. Für die zweifache Mutter auch eine Gelegenheit, gänzlich neue Erfahrungen zu sammeln: „Ich habe noch nie in den „neuen Bundesländern“ gearbeitet. Da gibt es unterschwellig schon noch das ein oder andere Vorurteil. Die EM ist eine tolle Möglichkeit, diese abzubauen. Ich freue mich darauf, eine ganz neue Gegend kennenzulernen“, sagt sie. Sport hat eben tatsächlich etwas Verbindendes.

Von Nadine Bieneck

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