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Brandenburg/Havel 3 Genossen kämpfen um Steinmeier-Wahlkreis
Lokales Brandenburg/Havel 3 Genossen kämpfen um Steinmeier-Wahlkreis
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09:36 23.02.2017
Erardo Rautenberg will im Bundestag vor allem die AfD stoppen. Quelle: picture alliance / dpa
Brandenburg an de Havel

Der überraschende Wechsel Frank-Walter Steinmeiers (61) aus dem Bundestag ins Schloss Bellevue hat die SPD im Wahlkreis 60, immerhin flächenmäßig der größte der Republik, ein gutes halbes Jahr vor der Bundestagswahl personell in die Bredouille gebracht.

Während sich die CDU mit der Brandenburger Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (61) als Direktkandidatin eilig und prominent in Stellung brachte, war die SPD gezwungen, zumindest in der Öffentlichkeit eine Nachfolge Steinmeiers für die Bundestagswahl nicht zu diskutieren, bis die Wahl zum Bundespräsidenten erfolgt war.

SPD sucht einen Nachfolger für Steinmeier

Gleichwohl hatten sich in kürzester Zeit nach Bekanntwerden der Einigung der großen Koalition auf Steinmeier als Bundespräsidenten drei Kandidaten in Stellung gebracht. Die Lokalpolitikerin Lisa Price (55) aus Päwesin, die seit Jahren schon in die richtige Politik drängt, warf ebenso den Hut in den Ring wie der junge Landtagsabgeordnete Erik Stohn (33). Von Bildungsminister Günter Baaske wurde zudem der Brandenburger Generalstaatsanwalt Erardo Rautenberg (63) vorgeschlagen. Und auch Rautenberg will es wissen, wie er in der Folge der MAZ bestätigte.

Seit einer Woche nun sind die drei Kandidaten in dem riesigen Wahlkreis unterwegs, um sich an der Basis den Genossen und Delegierten vorzustellen, die am 10. März in Borkheide entscheiden sollen, wer Steinmeier als Kandidat nachfolgt.

Lisa Price dürfte höchstens Außenseiterchancen haben. Quelle: F. Bürstenbinder

„Heimspiel“ für Erik Stohn

Der erste Termin in Jüterbog, wo Erik Stohn Zuhause ist, „war ein Heimspiel. Da standen die Genossen schon hinter ihrem Lokalpatrioten“, sagt dieser. Den Termin in Rathenow, wo man sich am Dienstag traf, bewertet Erik Stohn als „offen“. Und in der Tat räumt auch Rautenberg ein: „Der Erik hat im Vorfeld schon eine Menge getan, um die Leute für sich einzunehmen.“ Für Lisa Price, die manche Gäste an den Abenden eher belächelten, finden beide dennoch warme Worte.

Mehr als Außenseiterchancen dürfte die Päwesinerin dennoch nicht haben. Das grämt sie: Wenn man nicht wolle, dass es so neoliberal wie bisher weitergehe, dann müsse man sie, die Bürgerpolitikerin wählen und nicht Politiker wie Tiemann oder Rautenberg, die bald in die Rente gehen oder Stohn der ja noch sehr jung sei.

Die SPD-Delegierten, die am 10. März in Borkheide bestimmen, wer als Nachfolger Steinmeiers in die Wahl geht, kommen mehrheitlich aus der Stadt Brandenburg und dem Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Erik Stohn (rechts) möchte ebenfalls SPD-Direktkandidat werden. Quelle: Hartmut F. Reck

Am 10. März wird in Borkheide abgestimmt

Aus dem Havelland und Teltow-Fläming kommt nur eine Minderheit. Da sich mit Baaske, der Steinmeier-Vorgängerin im Bundestag Margrit Spielmann und einigen anderen prominenten Genossen bereits eine ganze Reihe SPD-Leute für den geachteten und weithin bekannten Generalstaatsanwalt Rautenberg ausgesprochen haben, setzt man offensichtlich auch auf SPD-Landesebene inzwischen darauf, dass sich Rautenberg durchsetzen wird. Auch wenn er, wie eine einflussreiche Genossin beklagt „nicht kontrollierbar“, sei. Tatsächlich gilt Rautenberg keineswegs als Parteisoldat, während Stohn die Klaviatur des Berufspolitikers bereits trefflich beherrscht. Das könnte seine Chance sein.

Bis zur Kandidatenkür werden sich die drei Bewerber noch am Donnerstag in Brandenburg an der Havel und in der Folge in Bad Belzig und Kloster Lehnin vorstellen.

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