Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
300 Fans feiern mit Patchwork 30. Jubiläum

Johanniskirche in Brandenburg an der Havel 300 Fans feiern mit Patchwork 30. Jubiläum

Zum 30-jährigen Jubiläum der Brandenburger Band Patchwork pilgern am Samstag 300 Fans in die Johanniskirche. Sie feiern die Patchworker, denen nicht nur ihre Texte und Songs, sondern die frohe Botschaft und der gute Zweck ihrer Konzerte wichtig sind. Es ist ein Familienkonzert mit Neffen, Nichten, Töchtern und Söhnen und Generationen von Brandenburgern.

Voriger Artikel
Bis die Oberschenkel brennen
Nächster Artikel
Bahnstrecke RE 1 bei Götz wieder frei

Gitarrist Clemens Kießig und Schlagzeuger Raymund Menzel von der Band Patchwork am Samstag in der Johanniskirche in Brandenburg.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. So ein 30. Patchwork-Band-Geburtstag ist nicht einfach ein Konzert, auf dem altbekannte Lieder erklingen. Wer sie kennt, die Patchworker und ihre Familien und Freunde, der war vorbereitet. Der hat geahnt, dass dort eine ganz große Show über die Bühne gehen würde. Und er wurde nicht enttäuscht. „Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen, hier sind sie“, sprudelte es aus der Moderatorin Maria Menzel, eines der 24 „Bandkinder“ bei der Ankündigung der Musiker heraus, während unter Trommelwirbel auf einer Videoleinwand die Bilder der Bandmitglieder aufscheinen.

d465be86-962e-11e7-adc5-a82f6a3fa09c

Die Brandenburger Band Patchwork ist 30 Jahre alt geworden. In der Johanniskirche stieg die große Geburtstagsparty. Impressionen vom Fest in der Bildergalerie.

Zur Bildergalerie

Das könnte auch London, New York, Paris sein. Es ist Brandenburg an der Havel. Bunte Scheinwerfer, Nebelmaschine und dann springen sie hervor wie eine Boygroup. Christoph Kießig, Clemens Kießig, Claudius Kießig, Andreas Schalinski, Raymund Menzel und Frank Menzel. Dezent im Hintergrund wie eh und je Clemens Decking an den Reglern für den guten Ton.

Aber sie sind eben keine Boygroup, das wissen alle, die zum Bandgeburtstag am Samstagabend in der Johanniskirche erschienen sind, und sie jetzt euphorisch feiern. Sitzplätze, Stehplätze, Tanzplätze, für jeden der mindestens 300 Gäste ist etwas dabei. Der Eintritt ist frei, denn es ist, wie man es von Patchwork gewohnt ist, die Mitte der 1980er Jahre in der „Ökumenischen Kreiskirchenband Brandenburg“ begannen, ein Benefizkonzert. Dieses Mal für die Johanniskirche. Es geht nie nur um Musik, die einfach mitreißt, um kluge, witzige und nachdenkliche deutsche Texte, es geht auch immer um eine frohe Botschaft und einen guten Zweck.

Dorfkirche und Olympiastadion

Mitte der 1980er-Jahre fanden sich die Musiker als „Ökumenische Kreiskirchenband Brandenburg“ zusammen. 1987 gründeten sich daraus die Band Patchwork.

Liedhafter Rockjazz, Swing, Blues, Bossanova, Balladen, a capella-Stücke, der Stil der Band passt in keine Schublade. Zumeist spielen die Musiker Eigenkompositionen mit Texten in deutscher Sprache. Veröffentlichungen: eine Musikkassette, sechs CDs.

Sie spielen in der kleinsten Dorfkirche, genauso wie auf Stadtfesten oder im Olympiastadion in Berlin zum Papstbesuch.

Darum hängt zur Orientierung ein Ablaufplan an der Wänden. Aus dem Patchworkkonzert, das sich wie ein herzliches Familientreffen anfühlt, wird gleichzeitig eine CD-Release-Party für die neue „so oder so“-Scheibe der Band. Es ist aber auch die Eröffnung des Tages des offenen Denkmals und des Türmetages mit Bürgermeister Steffen Scheller. Zudem findet die Versteigerung eines 200 Jahre alten Ziegelsteines der Sankt Johanniskirche zu Gunsten ihrer mittelalterlichen Wandmalereien statt und es ist ein Tauschkonzert. Befreundete Musiker und Familienmitglieder interpretieren Patchworksongs. Ein Mammutprogramm, das Durchhaltevermögen abverlangt. Kein Problem für Patchwork-Fans.

Das Publikum ist begeistert

Das Publikum ist begeistert.

Quelle: Ina Schidlowski

Petra und Roman Schwarzlose versuchen bei jedem Konzert dabei zu sein, das in der Nähe von Brandenburg stattfindet. „Beim 20. Jubiläum waren wir auch schon“, sagt Petra Schwarzlose, die sich freut, ihren Kollegen Clemens Kießig wieder als Musiker auf der Bühne zu erleben. „Meine Frau hat mich angesteckt“, sagt Roman Schwarzlose und erzählt von ihrem ersten Konzert Anfang der 1990er Jahre und das sie mittlerweile vier CDs zu Hause haben. Es sind die deutschen Texte, die bodenständige Musik, die beide so faszinieren.

Ines Zielke hat schon mit elf Jahren für Patchwork geschwärmt. An diesem Tag hat sie die erste veröffentlichte Aufnahme der Band dabei. Eine Tonbandkassette von 1990. Sie heißt „Weil sonst auch ich schuld daran bin...“ Das löst bei den Musikern natürlich große Freude und Erstaunen aus.

Der Patchwork-Teppich ist ein Tourbegleiter

Der Patchwork-Teppich ist ein Tourbegleiter.

Quelle: Ina Schidlowski

„Weil oder trotzdem“, das sei die Frage sagt Sänger Christoph Kießig, der wieder einmal unschlagbar in seiner amüsant spritzigen, sympathischen Art moderiert, die Menschen anspricht und mitreißt. Die Antwort heißt „Sozialpädagogen“. Ein bekannter Titel, der sofort Klatschen und lautes Mitsingen auslöst. Einige der Bandmitglieder sind selbst Sozialpädagogen. „Vielleicht ist das der Grund, weshalb es uns auch nach 30 Jahren noch gibt.“

Es könnte aber auch an den Familien liegen, die nicht nur am Gelingen dieses Abends beteiligt sind. Eltern, Tanten, Onkel, Frauen, Kinder, Enkel, Nichten, Neffen, alle sind sie da. Feiern mit oder übernehmen eine Aufgabe vom T-Shirt- oder CD-Verkauf bis zur Moderation und Beleuchtung.

Ein Prosit auf Patchwork

Ein Prosit auf Patchwork.

Quelle: Ina Schidlowski

Tante „Sanna“, habe den Patchwork-Wandteppich damals genäht, als die Band sich gründete, sagen Annett Kießig und Juliane Menzel. Beide Frauen erinnern sich an den gemeinsamen Bandurlaub in Werder vor 30 Jahren. „Wir hatten beide einen dicken Babybauch. Zwei unserer Kinder sind so alt wie die Band“, sagt Annett und das damals der Name Patchwork entstand. Er steht für bunte Vielfalt und viele verschiedene Flicken, die zusammen eine Einheit bilden. So verschieden und vielfältig wie die Mitglieder selbst und ihre Musik.

Die neuen CDs gehen gut, die Autogrammstunde ist beendet, der Ziegelstein hat seinen Besitzer gefunden, Uwe Scheinpflug hat ihn für 110 Euro ersteigert, und nun stehen die Patchworker am Bühnenrand und sind außer sich vor Freude. Sie klatschen, pfeifen, schreien, weinen. Was ihnen da von den „The Rubix“, der Big Band der Musikschule Brandenburg, Frank Gerstmann, Katharina Burges, Sebastian Pietsch, den Töchtern und Söhnen Patchworks und vielen anderen geboten wurde, ist ein wenig wie Ernten. Die Patchworkmusiker haben immer gekämpft. Um Glaube, Liebe, die Zukunft, und ein menschliches Miteinander, sie haben mit ihrer Musik ein Erbe weitergegeben.

Von Ina Schidlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel
5a29d74e-dc22-11e7-9eba-5da84ef1d449
Brandenburg/Havel damals und heute

Die Stadt Brandenburg an der Havel ist mehr als tausend Jahre alt. Besucher können auch heute noch viel Historisches entdecken. Die MAZ hat im Archiv gestöbert, sehenswerte Fotos gefunden und lädt hier zu einem Stadtbummel „Damals und heute“ ein.

37e8f698-1560-11e8-badb-9de1240b9779
Babys aus Brandenburg/Havel und Umland

Die Geburt eines Kindes ist das größte Glück und der bewegendste Moment im Leben vieler Menschen. Die MAZ begrüßt die kleinen Erdenbürger in der Stadt Brandenburg und dem Umland – und feiert die Ankunft der Zwerge mit einer fortlaufend aktualisierten Bildergalerie.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg