Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel 300 Fans feiern mit Patchwork 30. Jubiläum
Lokales Brandenburg/Havel 300 Fans feiern mit Patchwork 30. Jubiläum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:45 10.09.2017
Gitarrist Clemens Kießig und Schlagzeuger Raymund Menzel von der Band Patchwork am Samstag in der Johanniskirche in Brandenburg. Quelle: Ina Schidlowski
Anzeige
Brandenburg/H

So ein 30. Patchwork-Band-Geburtstag ist nicht einfach ein Konzert, auf dem altbekannte Lieder erklingen. Wer sie kennt, die Patchworker und ihre Familien und Freunde, der war vorbereitet. Der hat geahnt, dass dort eine ganz große Show über die Bühne gehen würde. Und er wurde nicht enttäuscht. „Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen, hier sind sie“, sprudelte es aus der Moderatorin Maria Menzel, eines der 24 „Bandkinder“ bei der Ankündigung der Musiker heraus, während unter Trommelwirbel auf einer Videoleinwand die Bilder der Bandmitglieder aufscheinen.

Die Brandenburger Band Patchwork ist 30 Jahre alt geworden. In der Johanniskirche stieg die große Geburtstagsparty. Impressionen vom Fest in der Bildergalerie.

Das könnte auch London, New York, Paris sein. Es ist Brandenburg an der Havel. Bunte Scheinwerfer, Nebelmaschine und dann springen sie hervor wie eine Boygroup. Christoph Kießig, Clemens Kießig, Claudius Kießig, Andreas Schalinski, Raymund Menzel und Frank Menzel. Dezent im Hintergrund wie eh und je Clemens Decking an den Reglern für den guten Ton.

Aber sie sind eben keine Boygroup, das wissen alle, die zum Bandgeburtstag am Samstagabend in der Johanniskirche erschienen sind, und sie jetzt euphorisch feiern. Sitzplätze, Stehplätze, Tanzplätze, für jeden der mindestens 300 Gäste ist etwas dabei. Der Eintritt ist frei, denn es ist, wie man es von Patchwork gewohnt ist, die Mitte der 1980er Jahre in der „Ökumenischen Kreiskirchenband Brandenburg“ begannen, ein Benefizkonzert. Dieses Mal für die Johanniskirche. Es geht nie nur um Musik, die einfach mitreißt, um kluge, witzige und nachdenkliche deutsche Texte, es geht auch immer um eine frohe Botschaft und einen guten Zweck.

Dorfkirche und Olympiastadion

Mitte der 1980er-Jahre fanden sich die Musiker als „Ökumenische Kreiskirchenband Brandenburg“ zusammen. 1987 gründeten sich daraus die Band Patchwork.

Liedhafter Rockjazz, Swing, Blues, Bossanova, Balladen, a capella-Stücke, der Stil der Band passt in keine Schublade. Zumeist spielen die Musiker Eigenkompositionen mit Texten in deutscher Sprache. Veröffentlichungen: eine Musikkassette, sechs CDs.

Sie spielen in der kleinsten Dorfkirche, genauso wie auf Stadtfesten oder im Olympiastadion in Berlin zum Papstbesuch.

Darum hängt zur Orientierung ein Ablaufplan an der Wänden. Aus dem Patchworkkonzert, das sich wie ein herzliches Familientreffen anfühlt, wird gleichzeitig eine CD-Release-Party für die neue „so oder so“-Scheibe der Band. Es ist aber auch die Eröffnung des Tages des offenen Denkmals und des Türmetages mit Bürgermeister Steffen Scheller. Zudem findet die Versteigerung eines 200 Jahre alten Ziegelsteines der Sankt Johanniskirche zu Gunsten ihrer mittelalterlichen Wandmalereien statt und es ist ein Tauschkonzert. Befreundete Musiker und Familienmitglieder interpretieren Patchworksongs. Ein Mammutprogramm, das Durchhaltevermögen abverlangt. Kein Problem für Patchwork-Fans.

Das Publikum ist begeistert. Quelle: Ina Schidlowski

Petra und Roman Schwarzlose versuchen bei jedem Konzert dabei zu sein, das in der Nähe von Brandenburg stattfindet. „Beim 20. Jubiläum waren wir auch schon“, sagt Petra Schwarzlose, die sich freut, ihren Kollegen Clemens Kießig wieder als Musiker auf der Bühne zu erleben. „Meine Frau hat mich angesteckt“, sagt Roman Schwarzlose und erzählt von ihrem ersten Konzert Anfang der 1990er Jahre und das sie mittlerweile vier CDs zu Hause haben. Es sind die deutschen Texte, die bodenständige Musik, die beide so faszinieren.

Ines Zielke hat schon mit elf Jahren für Patchwork geschwärmt. An diesem Tag hat sie die erste veröffentlichte Aufnahme der Band dabei. Eine Tonbandkassette von 1990. Sie heißt „Weil sonst auch ich schuld daran bin...“ Das löst bei den Musikern natürlich große Freude und Erstaunen aus.

Der Patchwork-Teppich ist ein Tourbegleiter. Quelle: Ina Schidlowski

„Weil oder trotzdem“, das sei die Frage sagt Sänger Christoph Kießig, der wieder einmal unschlagbar in seiner amüsant spritzigen, sympathischen Art moderiert, die Menschen anspricht und mitreißt. Die Antwort heißt „Sozialpädagogen“. Ein bekannter Titel, der sofort Klatschen und lautes Mitsingen auslöst. Einige der Bandmitglieder sind selbst Sozialpädagogen. „Vielleicht ist das der Grund, weshalb es uns auch nach 30 Jahren noch gibt.“

Es könnte aber auch an den Familien liegen, die nicht nur am Gelingen dieses Abends beteiligt sind. Eltern, Tanten, Onkel, Frauen, Kinder, Enkel, Nichten, Neffen, alle sind sie da. Feiern mit oder übernehmen eine Aufgabe vom T-Shirt- oder CD-Verkauf bis zur Moderation und Beleuchtung.

Ein Prosit auf Patchwork. Quelle: Ina Schidlowski

Tante „Sanna“, habe den Patchwork-Wandteppich damals genäht, als die Band sich gründete, sagen Annett Kießig und Juliane Menzel. Beide Frauen erinnern sich an den gemeinsamen Bandurlaub in Werder vor 30 Jahren. „Wir hatten beide einen dicken Babybauch. Zwei unserer Kinder sind so alt wie die Band“, sagt Annett und das damals der Name Patchwork entstand. Er steht für bunte Vielfalt und viele verschiedene Flicken, die zusammen eine Einheit bilden. So verschieden und vielfältig wie die Mitglieder selbst und ihre Musik.

Die neuen CDs gehen gut, die Autogrammstunde ist beendet, der Ziegelstein hat seinen Besitzer gefunden, Uwe Scheinpflug hat ihn für 110 Euro ersteigert, und nun stehen die Patchworker am Bühnenrand und sind außer sich vor Freude. Sie klatschen, pfeifen, schreien, weinen. Was ihnen da von den „The Rubix“, der Big Band der Musikschule Brandenburg, Frank Gerstmann, Katharina Burges, Sebastian Pietsch, den Töchtern und Söhnen Patchworks und vielen anderen geboten wurde, ist ein wenig wie Ernten. Die Patchworkmusiker haben immer gekämpft. Um Glaube, Liebe, die Zukunft, und ein menschliches Miteinander, sie haben mit ihrer Musik ein Erbe weitergegeben.

Von Ina Schidlowski

Brandenburg/Havel Türmetag in Brandenburg - Bis die Oberschenkel brennen

23 Türme gilt es am Sonntag beim diesjährigen Türmetag in Brandenburg an der Havel zu erklimmen. Hunderte Wagemutige folgen dem Aufruf der Stadtmarketinggesellschaft. Ihnen winken traumhaft schöne Ausblicke auf die Stadt.

10.09.2017
Brandenburg/Havel Brandenburger Kunsthalle Brennabor - „Skills“ zeigt packende Kunst

40 Werke von zehn Künstlerinnen aus Berlin und dem Land Brandenburg sind noch bis zum 13 Oktober in der Kunsthalle Brennabor zu sehen. Es ist zeitgenössische Kunst im Spannungsfeld zwischen Politik, modernen Medien und künstlerischem Handwerk. So heißt die Schau auch „Skills“, also Fertigkeiten.

10.09.2017

Er soll am Freitag mehrere Kinder in einem Schulbus sexuell belästigt haben. Der am Brandenburger Hauptbahnhof festgenommene Libanese befindet sich nun wieder auf freiem Fuß. Gegen den 24-Jährigen wird aber weiter ermittelt.

10.09.2017
Anzeige