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Brandenburg/Havel 300 Pilger durchqueren das Havelland
Lokales Brandenburg/Havel 300 Pilger durchqueren das Havelland
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16:06 19.07.2015
Die Kirchenfreunde um Jakob Stenzel (2.v.l.) aus Zossen lecken nach dem ersten Pilgertag ihre Wunden. Quelle: P. Rißling
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Pritzerbe

Klar, die Füße schmerzen, sind wund und geschwollen. „Ich habe mehrere Blasen an den Füßen“, sagt Jakob Stenzel nach dem erfolgreichen Marsch. 18 Kilometer hat der 19-Jährige in den Beinen, gemeinsam mit seinen Freunden aus Dabendorf bei Zossen (Landkreis Teltow-Fläming) ist er gerade in der ersten von sieben Etappen von der Perspektivfabrik in Mötzow über Hohenferchesar und Fohrde nach Pritzerbe gelaufen.

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Rund 80 Pilger trafen am Samstagnachmittag nach einem langen Fußmarsch in Pritzerbe ein. Der Ort war die erste Station der evangelischen Jugend auf einer mehr als 100 Kilometer langen Reise, die sie bis nach Havelberg führen wird.

Es ist das erste Mal, dass Jakob eine derartige Reise absolviert. Auch für seine Freunde ist diese Tour Neuland. Organisiert von der Evangelischen Kirchenjugend befinden sich die vier, gemeinsam mit rund 80 anderen Pilgern, derzeit - zu Fuß - auf Pilgerreise durchs Havelland.

104 Kilometer quer durchs Havelland

„Das ist eine tolle Erfahrung“, sind sich die vier jungen Evangelen einig. Etwas ganz anderes, als den Urlaub in irgendeiner Ecke Europas am sonnigen Sandstrand zu verbringen. „Die Herausforderung ist schon extrem“, sagt Jakob nach dem ersten Abschnitt der einwöchigen Tour quer durchs Havelland. Insgesamt 104 Kilometer werden die jungen Gläubigen aus der Region Berlin-Brandenburg am Ende der einwöchigen Reise hinter sich gebracht haben, vorbei an Premnitz, Rathenow, Rhinow in die alte Hansestadt Havelberg.

Pilgern durchs Havelland

Unter dem Motto „Unterwegs zu dir“ pilgern derzeit rund 300 evangelische Jugendliche eine Woche durch das Havelland.

Obwohl das klassische Pilgern eine Reise zu Fuß ist, sind die Pilger aus der Region Berlin-Brandenburg auch per Rad und Kanu unterwegs.

Die Fußpilger legen bis kommenden Freitag insgesamt 108 Kilometer zurück, Zielort der Reise ist, wie auch für die Kanuten auf der Havel und die Radfahrer, die Hansestadt Havelberg.

Organisiert wird die Pilgerreise von der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz.

Weitere Informationen zur Pilgerreise gibt es

.

Der samstägliche Marsch von Mötzow nach Pritzerbe war da nur das Aufwärmprogramm. „Es gibt die einen oder anderen Wehwehchen, aber insgesamt haben wir alle gut ins erste Etappenziel gebracht“, sagt Henry Sprenger. Der 35-Jährige ist als Betreuer und Ansprechpartner für die jungen Pilger dabei. Er sieht in der Reise ein tolles Angebot und ein Kontrastprogramm zur alltäglichen Freizeitgestaltung. „Nahezu alles, was den jungen Menschen heute als selbstverständlich erscheint, fehlt hier eine Woche lang.“ Nicht nur, dass die Pilger weitestgehend ohne Strom auskommen und beim ersten Stopp an der Rohrweberei lediglich eine provisorische Waschstation aufgebaut ist. „Es geht auf der Reise auch darum herauszufinden, was sich jeder Einzelne selbst zutraut, was er zu leisten im Stande ist. Eine echte Grenzerfahrung eben.“

Gemeinsames Ziel: Havelberg

Felicitas Krause sieht noch einen anderen, wichtigen Aspekt. Auch die 25-Jährige aus Teltow fungiert während der Reise als Ansprechpartner für Sorgen und Nöte der Pilger. „Es geht hier auch darum, den Gemeinschaftssinn der jungen Menschen zu fördern.“ Es sei schön zu sehen, dass sich im Laufe der Reise auch junge Menschen zusammen tun, die sich vorher nicht kannten, sich nun aber gegenseitig unterstützen. „Sie alle haben ja ein gemeinsames Ziel: am 24. Juli gemeinsam in Havelberg ankommen.“

Dass das Landesjugendpilgercamp in Pritzerbe Station macht, ist indes Diana Pscherwankowski zu verdanken. Die Pfarrerin der Kirchengemeinde Havelsee ist drei Tage lang Gastgeberin der Pilger. „Als Erstes die Fußpilger, dann die Kanuten und die Radfahrer“. Insgesamt 300 Jugendliche versammeln sich so in Pritzerbe. Die Abende werden in gemütlicher Runde verbracht. „Das Areal hinter unserer Kirche ist geradezu perfekt für derlei Veranstaltungen“, sagt Pscherwankowski. In der Tat: Die Jugendlichen, sichtlich ermattet von ihrem Tagwerk, erholen sich auf vielfältigste Weise: Unter Bäumen, im Strandkorb lümmelnd, in der Scheune beim Tischtennis oder auf der Wiese. Ein Gospelkonzert in der Kirche rundet den ersten Tag der Pilgerreise ab, bevor alle erschöpft in ihre Zelte fallen.

„Ganz wunderbar“ sei die Idee einer solchen Pilgerreise quer durchs Havelland, sagt die Pfarrerin. Die Jugendlichen würden ihre Heimatregion besser kennenlernen – und das auf ganz spezielle Weise. „Das beste Beispiel für das Besondere an dieser Tour ist, dass sich alle wirklich auf Werte wie Gemeinschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe und Rücksichtnahme besinnen“, sagt Pscherwankowski. Klasse findet sie, dass nahezu niemand den Abend damit verbringt, aufs Handy zu starren. „Sie beschäftigen sich lieber mit sich und ihren Leidensgenossen.“ Ganz getreu der Maxime, unter der die Pilgerreise steht: „Unterwegs zu dir.“

Von Philip Rißling

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