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Brandenburg/Havel 330 Eichen gegen Prozessionsspinner besprüht
Lokales Brandenburg/Havel 330 Eichen gegen Prozessionsspinner besprüht
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02:15 02.06.2017
Während der Sprühaktionen wie hier bei Dahlen sperrten Mitarbeiter der Straßenmeisterei Brandenburg die Straßen jeweils für 20 Minuten voll. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Mittelmark

Es ist ein Einsatz gewesen von abends bis tief in die Nacht hinein gegen ein Insekt, dass für Menschen nicht ungefährlich ist, den Eichenprozessionsspinner. Mitarbeiter der Straßenmeisterei Brandenburg und einer Spezialfirma haben in der Nacht zu Dienstag auf sieben Landstraßenabschnitten Alleen mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel behandelt im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Sie besprühten auf einer Gesamtlänge von 6585 Metern 330 Eichen. Das teilte Mike Magaschütz mit, der Leiter der Straßenmeisterei. Von 20 Uhr an bis 2 Uhr nachts dauerten die Arbeiten.

In den Abendstunden begannen die Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner. Dafür sprühte ein Spezialwagen Pflanzenschutzmittel in die Kronen der Eichen. Quelle: Volkmar Maloszyk

Behandelt wurden die Eichen entlang der Bundesstraße 1 zwischen Wust und Ortseingang Brandenburg und weiter bis zur Metzgerstraße. Die Bundesstraße 102 fuhr der Trupp mit dem Spezialfahrzeug zwischen Brandenburg und dem Kreisverkehr Fohrde ab. Die Landstraße 93 bei Ziesar und vor Brandenburg war ebenso Einsatzort wie die Landstraße 94 zwischen Görzke und dem Abzweig nach Dahlen. Besprüht wurde zudem die Eichenallee zwischen Golzow und Michelsdorf.

Die betroffenen Straßenabschnitte wurden anschließend für jeweils 20 Minuten voll gesperrt. „Das ist der Grund, warum wir die Aktion nachts durchgeführt haben. Tagsüber hätten die Straßensperrungen den Verkehr zu sehr beeinträchtigt“, sagte Magaschütz.

Landesbetrieb: Dipel ES ist für Menschen ungefährlich

Die Sperrungen sind nötig gewesen, damit nicht Fahrzeuge direkt in den Sprühnebel hineinfahren. Bestandteil des verwendeten Pflanzenschutzmittels Dipel ES ist nach Angaben von Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesamtes für Straßenwesen, ein in der Natur vorkommendes Bakterium. Es werde in einer wässrigen Lösung verwandet und sei „für andere Insekten, für Menschen sowie Haus- und Nutztiere ungefährlich“. Gesprüht wird es vom Boden aus in die Baumkronen.

Kampf gegen Raupe kostet Landesbetrieb 240 000 Euro

Mit dem Austrieb der Eichen werden die Raupen des Eichenprozessionsspinners aktiv. Sie ernähren sich vor allem von jungen Blättern, was bis zum Kahlfraß führen kann. Die betroffenen Eichen treiben nach Verpuppung der Raupen im Juni meist wieder aus.

Eichenprozessionsspinner verursachen durch ihre Brennhaare und das darin enthaltende Nesselgift massive Gesundheitsprobleme bei Menschen, die damit in Berührung kommen. Ausgelöst werden können allergische Reaktionen in den Augen und Atemwegen sowie kaum zu ertragender juckender Hautausschlag. Viele Betroffene suchen Hilfe bei Ärzten und Notaufnahmen von Kliniken.

Der Landesbetrieb Straßenwesen lässt in diesem Jahr an 97 Kilometern Bundesstraßen und 240 Kilometern Landesstraßen den Eichenprozessionsspinner bekämpfen. Das kostet nach Angaben von Sprecherin Cornelia Mitschka 240 000 Euro. Als besonders erfolgreich wertet die Behörde die Bekämpfung im Nordwesten des Landes mit einem Rückgang von 30 Prozent. „Südöstlich von Berlin waren die Maßnahmen anscheinend nicht so erfolgreich, was möglicherweise auf die fehlenden Aktionen 2016 zurückzuführen ist“, so Mitschka.

Es ist das dritte Jahr, dass die Straßenmeisterei diese Bekämpfungsaktion organisiert. „Dadurch ist der Befall sichtbar eingedämmt“, sagte Magaschütz der MAZ. Hintergrund sei zum einen der Schutz der Eichen vor Kahlfraß. „Uns geht es aber auch um den Schutz der Mitarbeiter der Straßenmeisterei, die bei Mäharbeiten beispielsweise gefährdet wären, mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners in Berührung zu kommen.“ Zudem gehe es auch um Gesundheitsschutz für Radfahrer, die unter den Eichen entlangführen.

Magaschütz beobachtet seit fünf Jahren ein verstärktes Vorkommen des Prozessionsspinners in der Region. Noch nie aber musste eine Eiche deswegen gefällt werden. Bisher hätten sich alle auch nach einem Kahlfraß wieder erholt und neu ausgetrieben. Weitere Aktionen gegen den Eichenprozessionsspinner seien von der Straßenmeisterei derzeit nicht geplant, aber nicht auszuschließen, sagte er. Dort, wo Alleen nahe an Wasserläufen oder durch Wasserschutzgebiete führten, dürfen sie nicht mit dem Insektizid behandelt werden. Dort würden bei einem Befall die Eichen mechanisch von den Raupen durch Absaugen befreit. Auch das würde von der Straßenmeisterei organisiert, aber von Spezialfirmen ausgeführt. Entsprechende Aufträge werden nach Ausschreibungen wie jetzt auch vergeben. Im vorigen Jahr seien solche Absaugmethoden nicht nötig gewesen, so Magaschütz.

Von Marion von Imhoff

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