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Großer Auftritt für die Tuba

4. Sinfoniekonzert im Brandenburger Theater Großer Auftritt für die Tuba

Das Melton Tuba Quartett mit Ulrich Haas, Jörg Wachsmuth, Heiko Triebener und Hartmut Müller spielen beim 4. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker die wohl wichtigste Rolle. Vor 27 Jahren lernten sich die vier Musiker schon kennen, ausgerechnet während eines Vorspiels für eine freie Stelle, wo sie Konkurrenten waren.

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Quelle: V. Maloszyk

Brandenburg an der Havel. Von Schwerfälligkeit kann keine Rede sein. Das Vorurteil, das der Tuba anlastet, wurde im 4. Sinfoniekonzert der Brandenburger Symphoniker überzeugend ausgeräumt. Man lud das Melton Tuba Quartett mit Ulrich Haas, Jörg Wachsmuth, Heiko Triebener und Hartmut Müller ein, die bewiesen, dass ihr Blechblasinstrument mit dem größten Tonumfang genauso beweglich sein kann wie das Horn oder die Trompete. Die Herren, die Sinfonieorchestern in Duisburg, Dresden, Bamberg und Wuppertal angehören, haben sich vor 27 Jahren zu einem Quartett zusammengeschlossen, um die Tuba aus ihrem Nischendasein zu befreien.

Ausgerechnet während eines Vorspiels für eine freie Stelle, wo sie Konkurrenten waren, lernten sich die Vier kennen. Inzwischen haben sie die solistisch-virtuosen Fähigkeiten der Tuba in unzähligen Konzerten gemeinsam unter Beweis gestellt, darüber hinaus auch die Vielfalt an Klangfarben vorgestellt.

Nun auch im Brandenburger Theater. Hier musizierten sie gemeinsam mit den weitgehend dezent spielenden Symphonikern unter der Leitung von Michael Helmrath das Grand Concerto für Tuba-Quartett und Orchester des US-Amerikaners John D. Stevens, der ein erfolgreicher Tubist, Lehrer und Komponist ist. Für das Melton Tuba Quartett hat er es regelrecht „auf den Leib geschrieben“.

Im Jahr 2012 wurde es in Duisburg aus der Taufe gehoben. Die Musiker verliehen der Basstuba, dem Euphonium (Tenortuba) sowie der Kontrabasstuba regelrecht Flügel, so dass das im Stile eines Georges Gershwin, Leonard Bernstein oder Aaron Copland publikumswirksam komponierte Konzert mit den melodischen und witzigen Einfällen ein müheloses und unterhaltsames Zuhören verursachte. Nach dem sehr herzlichen Applaus ließ das Quartett mit der effektvollen Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“ von Gioachino Rossini noch einmal ihre unbändige Spielfreude auf den Instrumenten virtuos zur Geltung bringen.

Zuvor preschten Michael Helmrath und die Brandenburger Symphoniker jedoch mit der Polka für einen jungen Elefanten, die Igor Strawinsky für einen amerikanischen Zirkus schrieb, humorvoll und derb durch den Theatersaal.

Dann ging es über den „großen Teich“ nach Irland. Mit einer Hommage an seine Heimat komponierte Hamilton Harty die weitgehend empfindsam-melancholische sinfonische Dichtung „In Ireland“, bei der die Soloflöte das Sagen hat.

Die Solistin Susanne Maria Pietrowski, die im Programmheft nicht namentlich genannt wurde, hat mit einem sehr kultivierten und ausdrucksvollen Spiel gemeinsam mit den Symphonikern den spätromantischen Charakter des Stücks trefflich getroffen. Erinnerungen an seinen Aufenthalt in den USA hat der englisch-deutsche Komponist Frederick Delius in seiner Florida-Suite ebenfalls mit einem Reichtum an Melodien und Stimmungen wiedergegeben. Der im Konzert musizierte Satz „Bye the river“ ist dafür bestes Beispiel.

Mit seinen Erinnerungen an die Kindheit lässt Maurice Ravel in seinem Zyklus „Ma mère l'oye“ (Meine Mutter, die Gans) die Hörer teilhaben und führt sie regelrecht in einen Zaubergarten. Der Franzose hat darin Märchen des Landes verarbeitet. Eine tönende Hommage an Heimat und Kultur ist entstanden.

Bei den Brandenburger Symphonikern und Michael Helmrath vernahm man eine innere Übereinkunft mit der Gefühlswelt Maurice Ravels. Der musikalische Ausdruck, der von intimer Innigkeit geprägt ist, von freudiger Stärke, von Wehmut über das, was in der Erinnerung einmal war und nun in der Musik fortlebt, erklang am Donnerstagabend mit feiner Sensibilität.

Von Klaus Büstrin

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