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Meisterstück war noch nicht ganz trocken

Klaus Windeck Meisterstück war noch nicht ganz trocken

Der Brandenburger Unternehmer und langjährige Handwerkskammerpräsident Klaus Windeck blickt auf ein seltenes Jubiläum zurück. In dieser Woche liegt die erfolgreiche Meisterprüfung des Schlossers 55 Jahre zurück. Gefeiert wurde das damals zu dritt im Hotel zum Bären.

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Klaus Windeck mit Meisterbrief und Meisterstück, beides 55 Jahre alt.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandenburg/H. Der Brandenburger Unternehmer und langjährige Handwerkskammerpräsident Klaus Windeck blickt auf ein seltenes Jubiläum zurück. In dieser Woche liegt die erfolgreiche Meisterprüfung des Schlossers 55 Jahre zurück. Gefeiert wurde das damals zu dritt im Hotel zum Bären.

MAZ: Wie alt waren Sie eigentlich, als Sie Ihren Meister gemacht haben?

Klaus Windeck: 19 Jahre

War das nicht ungewöhnlich jung?

Windeck: Ja. Ich war nach meinem Kenntnisstand damals der jüngste Meister in der DDR.

Was mussten Sie vor 55 Jahren für den Schlossermeister wissen und können, was heute nicht mehr verlangt wird?

Windeck: Fachliche, betriebswirtschaftliche und Führungsqualitäten sind damals wie heute gefragt. Dazu kommen Ausbildereignung und alle Tätigkeiten für die Führung eines Handwerksbetriebes. Wir mussten damals unser Meisterstück selbstständig entwerfen und gestalten, von der eigenen Idee über den Entwurf bis zur Umsetzung mit Kalkulation und Zeitvorgabe. Die heutigen Metallbaumeister müssen eine zentrale Prüfungsaufgabe in einer vorgegebenen Zeit erledigen.

Was müssen die heutigen Gesellen für den Schlossermeister wissen und können, was von Ihnen damals nicht verlangt wurde?

Windeck: Sicherlich sind die Grundlagen die gleichen, aber viele Anforderungen haben sich verändert, denn es gibt neue Werkstoffe, andere Gesetze, die CAD-Technik, Arbeitsschritte am Computer. Wir haben damals noch mit Hand gezeichnet, Schwarz-Weiß-Zeichnungen mit Lineal am Reißbrett.

Was war seinerzeit Ihr Meisterstück?

Windeck: Ein Torbogengitter, das ich für die damalige Werkstatt in der Brüderstraße 5 gefertigt habe. Es hängt inzwischen in Rietz.

Wie haben Sie den Meister damals gefeiert?

Windeck: Wir haben nach Abschluss des Prüfungsgesprächs in der Gaststätte im Haus des Handwerks in Potsdam auf das Ergebnis bei einem alkoholfreien Getränk gewartet und nach der Übergabe des Meisterbriefes sind wir zu dritt nach Brandenburg an der Havel gefahren und im Hotel zum Bären wurden dann noch ein paar Bier getrunken und die Prüfung ausgewertet.

Was ist Ihnen damals schwer gefallen, was leicht?

Windeck: Grundsätzlich fiel alles leicht mit dem jugendlichen Elan. Ich musste ja bereits den elterlichen Betrieb mit acht Mitarbeiter leiten und war auch auf Baustellen tätig. Zu dieser Zeit war gerade die Aufbauphase in Rathenow, wo wir die ersten Stahl-Aluminium- Konstruktionen montierten, so dass ich am Abend nach der Rückkehr noch meinem Meisterstück einen Anstrich verpassen musste. Der war dann bei der Prüfung noch nicht ausgetrocknet, was zu erheblichen Problemen bei einem Prüfungsmeister führte.

Welche Bedeutung hatte der Meisterbrief für Ihr weiteres Leben? Bleibt der Stolz auf die Leistung?

Windeck: Ja, ich bin sehr stolz auf diesen Meisterbrief und auf meinen Vater, der mich mit 14 Jahren in die Lehre zum Kunst- und Bauschlosser nach Potsdam-Babelsberg schickte. Leider konnte er meine Entwicklung durch seinen frühen Tod nicht verfolgen.

Ist ein Meisterbrief heute noch so viel wert wie damals?

Windeck: Aus meiner Sicht ja, da er die Voraussetzung bringt, einen Betrieb zu führen und Mitarbeiter anzuleiten, dabei die gesetzlichen und sozialen Bedingen zu beachten und einzuhalten.

Was reparieren Sie im eigenen Haushalt selbst oder was haben Sie repariert?

Windeck: Die notwendigen Dinge des täglichen Lebens. Zunächst schauen meine Frau und ich, was wir mit handwerklichem Geschick selbst erledigen können.

Wo hängt Ihr Meisterbrief?

Windeck: In meinem Büro in der Mötzower Landstraße 34 a.

Büro? Sie arbeiten also immer noch?

Windeck: Als Berater unterstütze ich meinen Sohn und dessen Frau im Unternehmen. Außerdem erfülle ich noch einige Ehrenämter.

Als früherer Handwerkskammerpräsident haben Sie viele andere Meister ihres Faches kennengelernt. Wer hat Sie besonders beeindruckt?

Windeck: Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ich war stolz auf die zehn Meister, die aus der Berufstätigkeit bei der Metallbau Windeck ihren Meisterbrief erwarben und von denen noch heute einige Kraft, Wissen und Elan für diese Firma einbringen . Als Präsident waren die Meisterbriefübergaben immer ein jährlicher Höhepunkt, wenn man in die glücklichen Gesichter der jungen Meisterinnen und Meister blicken konnte, die damit ein Stück neue Lebensqualität gewonnen hatten und sich in vielen Fällen in die Selbstständigkeit begaben oder leitende Stellen im Unternehmen übernehmen konnten.

Von Jürgen Lauterbach

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