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551 kleine ABC-Schützen

Brandenburg an der Havel 551 kleine ABC-Schützen

Für 551 Kinder beginnt Montag der Start ins Schulleben. In 26 Klassen werden sie Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Das sind drei Klassen mehr als noch im vergangenen Jahr. Jenny Bangert begrüßte jetzt die Neuankömmlinge der 1b an der wieder eröffneten Grundschule in der Kleinen Gartenstraße.

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Jenny Bangert mit ihren neuen Schülern in der Grundschule in der Kleinen Gartenstraße.

Quelle: Foto: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Am Sonnabendvormittag eilen auffallend hübsch gekleidete Familien durch Brandenburg. Kleine Mädchen in Tüll und Spitze, mit Blümchen in den Haaren, kleine Jungen im Anzug, mit Fliege und fescher Frisur. Die aufgeregten Eltern tragen Zuckertüte und Schulmappe.

In diesem Jahr gehen in der Havelstadt 551 Kinder an den Start ins Schulleben. In 26 Klassen werden sie Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Das sind drei Klassen mehr als noch im vergangenen Jahr.

Am Montag beginnt für über 7500 Schüler in der Stadt wieder die Zeit des Lernens. Doch so spannend und neu ist es wohl nur in der ersten Klasse.

Jenny Bangert begrüßt die Neuankömmlinge und ihre Familien herzlich. Sie ist die Klassenlehrerin der neuen 1b an der im vorigen Jahr wieder eröffneten Grundschule in der Kleinen Gartenstraße. 26 Kinder folgen ihr in den Klassenraum. Noch schnell ein Winken und ein Erinnerungsfoto. Die Eltern geben letzte Ratschläge mit auf den ersten Weg.

Im Nachbarraum beginnt für die 25 Schüler der Parallelklasse ebenfalls das erste Kennenlernen.

Das Winken eines fürsorglichen Vaters, draußen vor dem Fenster wird im Klassenraum unwichtig. „Herzlich Willkommen in der Drachenklasse“, sagt Jenny Bangert und auch für die 26-jährige Lehrerin ist dies ein besonderer Tag: „Es ist auch meine erste Einschulung.“

Sie stimmt ein Guten-Morgen-Lied an bevor es zum Kennenlernen eine erste Auflockerungsübung gibt. Ein weicher Stoffball wandert von einem Kind zum nächsten, das dann seinen Namen und sein Alter sagt und worauf es sich in der Schule freut. Anschließend zählen alle gemeinsam so weit sie können. So war zumindest der Plan, denn bei der Zahl 30 bricht die Lehrerin ab und ruft erfreut: „Dass ihr schon so weit zählen könnt.“

Dabei begleiten sie der Drache Momo, das kuschlige Maskottchen der 1b und die Lesekatze Mimi. Mit dieser Handpuppe geht sie durch die Bankreihen. Jedes Kind darf die Lesekatze streicheln.

Spielerisch erforschen alle gemeinsam die Fibel auf den Tischen. Auch das Mathematikbuch, das Hausaufgabenheft und der Stundenplan werden unter die Lupe genommen. Die Lehrerin fragt, wer bereits ein englisches Wort kenne. Blitzschnell fliegen die Arme in die Luft. Das Sich- melden ist für die Kinder ganz selbstverständlich. Dann werden auch noch die Federtaschen ausprobiert. Mit Stiften malen die Schüler die Buchstaben auf ihren Namenskärtchen aus.

Ein letztes Spiel zum Schluss der ersten Unterrichtsstunde: ein englisches Lied, zu dem sich im Kreis aufgestellt wird, gebückt, gestreckt, geklatscht und gedreht wird. Dann endlich geht es mit der Mappe auf dem Rücken hinaus zum Klassenfoto-Shooting. Von den Eltern keine Spur mehr. Sie sitzen bereits erwartungsvoll im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses. Dort warten auch die Schultüten auf die Erstklässler und ein festliches Programm. Mit dem Bus treffen die 51 Kinder dort ein. Susanne Ritter, die Rektorin der Grundschule in der Kleinen Gartenstraße, freut sich sehr, dass nun insgesamt 98 Kinder in vier Klassen dort lernen werden. Zwei- bis dreizügig sei die zukünftige Planung für die noch sehr junge Grundschule. Einen neuen Namen, ja den werde es eventuell auch bald geben, sagt sie, aber das sei abhängig von einem Schulprogramm.

„Unsere Schule wurde häufig von Eltern gewählt“, sagt die Rektorin. „Zu uns kommen Kinder aus Gollwitz, Wust, Schmerzke und natürlich aus der Stadt Brandenburg.“

Der Hort ist derzeit noch im Schulgebäude untergebracht. Ab Dezember 2017 sollen die Kinder jedoch in den provisorischen Containerhort in der Bauhofstraße umziehen. Luftballons, Familientreffen allerorten, das sieht man am Sonnabend in der ganzen Stadt. Und das Beste: diese Freude wurde von Sonnenschein begleitet.

Von Ina Schidlowski

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