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Brandenburg/Havel 60 Brandenburger Behinderte sollen umziehen
Lokales Brandenburg/Havel 60 Brandenburger Behinderte sollen umziehen
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20:43 21.11.2016
Der Behindertenchor „Rote Adler“ bekam bis zur Auflösung 2007 bei seinen Auftritten immer viel Applaus Quelle: Heike Schulze
Brandenburg/H

Im Schatten des Asklepios-Fachklinikums Brandenburg führen etwa sechzig geistig behinderte Menschen ein behütetes Leben. Als das Krankenhausunternehmen vor mehr als zehn Jahren die Landesklinik übernahm, musste es sich auch weiter um die Frauen und Männer kümmern, die oft kein anderes als das Leben im Krankenhaus kennen. Das Land muss entscheiden, ob und wann sie und die Mitarbeiter ins neue Hoffnungstal wechseln können.

Das Pflegeheim im Asklepios-Klinikum erscheint so gut wie nie in der Öffentlichkeit, seit Asklepios vor fast zehn Jahren den Behindertenchor „Rote Adler“ auflöste, den die verstorbene frühere Sozialministerin Regine Hildebrandt einst zu ihrem Lieblingschor erklärte.

Die inzwischen auf etwa 60 stark behinderte Bewohner geschrumpfte Klientel wird so gut wie in einem Krankenhaus möglich versorgt. „Die Mitarbeiter leisten Hervorragendes, aber ihrer Arbeit sind enge Grenzen gesetzt“, sagt Arvids Schaub, Bereichsleiter der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

Die auf die Arbeit mit geistig behinderten Menschen spezialisierte Stiftung verhandelt seit rund einem Jahr mit Asklepios und dem Land Brandenburg über den Wechsel der Trägerschaft im Fachbereich sozialpsychiatrische Rehabilitation. also im Heimbereich.

Die Heimgeschichte reicht zurück bis 1945

Seit 1945 existiert das Heim der Landesklinik auf dem Görden.

Seit den 60-er wurden 900 geistig und psychisch behinderte Kinder und Jugendliche aus der ganzen DDR auf dem Brandenburger Klinikgelände verwahrt und betreut. Viele blieben dort im Nachwendejahrzehnt.

Noch im Jahr 2003 lebten dort rund 220 behinderte Menschen.

Die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal bietet in fünf Landkreisen und Städten Wohnen, Beschäftigung und Begleitung für Behinderte.

Asklepios möchte seine Heime in Brandenburg, Lübben und Teupitz an die Stiftung übertragen.

Der Asklepios-Konzern würde seine behinderten Bewohner, von denen etliche seit Jahrzehnten auf dem Görden leben und schon im Rentenalter sind, lieber heute als morgen in fachlich ausgewiesenere Hände geben. Denn „der Betrieb von Pflegeeinrichtungen gehört nicht zum Kerngeschäft von Asklepios und die Klinikgruppe ist schon seit längerem bemüht, einen geeigneten Träger für die Unterbringung zu finden“, sagt der Hamburger Konzernsprecher Mathias Eberenz.

Schon zu Beginn des Jahres sprach er von „aktuell fortgeschrittenen Verkaufsverhandlungen für den Heimbereich“. Die Übertragung auf die Hoffnungstaler Stiftung ist gleichwohl noch immer nicht vollzogen.

An Asklepios liegt es nicht, der Ball liegt schon seit Monaten beim Land Brandenburg, genauer im Gesundheitsministerium von Diana Golze (Linke). Die von ihr ausgerufene Pflegeoffensive greift in diesem Punkt offenbar nicht.

Vage sind die Auskünfte dazu, was dem Trägerwechsel im Wege steht. Ministerrumssprecherin Marina Ringel zufolge geht es „um eine Klärung und Regelung des Umgangs mit vertraglichen Verpflichtungen bei Veränderung der Trägerschaft“.

Das Land habe darauf zu achten, nach dem Trägerwechsel (zur Hoffnungstaler Stiftung) nicht schlechter dazustehen als bei der bisherigen, im Zuge der Privatisierung 2006 ausgehandelten Trägerschaft (von Asklepios). Die Prüfung der komplexen Sachverhalte, soweit bekannt auch von Haftungsfragen, nehme „einige Zeit“ in Anspruch.

Die Hoffnungstaler Stiftung, die von Asklepios um die Übernahme der Trägerschaft gebeten worden war, scheint geduldig zu sein. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Bereichsleiter Schaub, der das umfassende Konzept der Stiftung schon vor Monaten den Angehörigen der Behinderten vorgestellt hat.

Die Stiftung würde die stark auf das Krankenhaus fixierten, oft sehr schwer behinderten Bewohner aus der bisherigen Umgebung herauszuholen mit dem Ziel, ihnen wo möglich ein selbstständigeres Leben zu ermöglichen: an einem anderen Ort, in einem normalen Wohnumfeld in Brandenburg/Havel mit guter städtischen Anbindung, mit mehr Perspektive und Privatheit.

Die rund 50 Mitarbeiter in den drei Heimhäusern scharren den Angaben zufolge mit den Hufen, zumal das Konzept überzeugend zu sein scheint und die Hoffnungstaler Stiftung reichlich Erfahrung mitbringt.

Die Arbeitsplätze sollen auch nach dem Trägerwechsel sicher sein, die tariflichen Rechte vom alten auf den neuen Arbeitgeber übergehen. Niemand verliere seinen Job, so das Versprechen.

Von Jürgen Lauterbach

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