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Brandenburg/Havel 600 Flüchtlinge statt Soldaten in Damsdorf
Lokales Brandenburg/Havel 600 Flüchtlinge statt Soldaten in Damsdorf
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00:30 05.06.2015
Hier könnten bald 600 Flüchtlinge leben. Quelle: M. von Imhoff
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Damsdorf

Das Gras wuchert auf dem 126 Hektar-Areal der früheren Damsdorfer Kaserne. Es ist elf Jahre her, dass die Bundeswehr dort das Logistik-Bataillon mit den 177 Soldaten abzog. Seitdem steht das Gelände bis auf einige Gewerbeeinheiten leer. Jetzt will der Landkreis Potsdam-Mittelmark in den früheren Soldatenunterkünften 600 Flüchtlinge unterbringen.

Offiziell teilte er am Dienstag mit, der Standort sei dafür „im Gespräch“, so Pressesprecherin Andrea Metzler. „Da der Landkreis seit Mai monatlich 120 Flüchtlinge aufnehmen muss, sind solche Objekte der einzige Ausweg, um den Zustrom zu bewältigen“. Von Damsdorf sollen die Flüchtlinge dann auf andere Unterkünfte im Kreis verteilt werden, so Metzler.

Am 17. Juni um 17 Uhr lädt die Gemeinde Kloster Lehnin „aus gegebenen Anlass“ zu einer Bürgerversammlung in die Damsdorfer Sporthalle ein. Frühestens Ende August werde das Objekt bezogen werden können, so Metzler. Zunächst müssten die Eigentumsverhältnisse mit der Bundesanstalt für Immobilenaufgaben geklärt werden.

Es ist das Gesprächsthema in dem 1600-Einwohner-Dorf. „Ich habe kein Problem, dass Flüchtlinge in die Kaserne ziehen“, sagt Thomas Zahn (50). Der Handwerker lebt in den Wohnblöcken neben der Kaserne. „Ich finde es gut, dass das Gelände endlich sinnvoll genutzt wird. Die Flüchtlinge brauchen Wohnungen.“ Eine Nachbarin geht vorbei, eine 61-Jährige aus Russland: „Damsdorf ist ein kleines Dorf, hier wohnen vor allem alte Menschen. Die brauchen Ruhe.“

Vor dem Lebensmittelladen macht Damsdorfs Vize-Ortsvorsteher Bodo Puschner (CDU), Mitglied im Kreistag, keinen Hehl aus seiner Kritik: „Ich finde es nicht gut, dass 600 Flüchtlinge nach Damsdorf kommen sollen.“ Nur die wenigsten von ihnen hätten ein Bleiberecht, sei seine Meinung. „Die wollen wir integrieren, aber nicht die 600. Die anderen sollten gar nicht erst nach Deutschland kommen.“ Ein 77-Jähriger verweist auf seine Flucht im Zweiten Weltkrieg aus Polen: „Ich habe Hunger erlebt und glaube nicht, dass die Flüchtlinge wirklich in echter Not sind.“

Landrat Wolfgang Blasig (SPD) kontert in seiner Stellungnahme den Kritikern: „Wir würden die bei uns ankommenden Menschen gerne anders unterbringen als in großen Objekten, doch diese Möglichkeit besteht nicht mehr, wenn wöchentlich 30 Menschen vor unsere Tür gestellt werden.“ Weiter sagt Blasig: „Wer der Meinung ist, dass das anders ginge, kann uns in unserer Arbeit gern und sofort unterstützen.“

Bis 2012 habe der Kreis die Flüchtlinge in einem Asylheim untergebracht und nach einer Übergangsphase in Wohnungen. Was damals funktioniert habe, sei angesichts der heutigen Zahlen von in diesem Jahr 1162 aufzunehmenden Flüchtlingen nicht mehr realisierbar, so Metzler.

Ramona Börnicke wohnt an der Kaserne. „Ich sehe ein, dass Flüchtlinge dort einziehen, aber müssen es 600 sein?“, fragt die Küchenhilfe. Ihre Nachbarin winkt ab: „Seit einem Jahrzehnt passiert da nichts. Es ist in Ordnung, dass da Flüchtlinge jetzt rein dürfen.“

Von Marion von Imhoff

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