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80 Jahre Schulgeschichte auf dem Quenz

Brandenburg an der Havel 80 Jahre Schulgeschichte auf dem Quenz

Die Havelschule in Brandenburg an der Havel ist mit nur etwa 100 Schülern klein. Das war nicht immer so. Im gleichen Schulgebäude lernten vor 80 Jahren 900 Schüler. Die heutige Förderschule möchte das runde Datum nicht nur feiern und mit den eigenen Kindern gestalten, sondern mit Hilfe ehemaliger Schüler und Lehrer auch Erinnerungen wecken und bewahren.

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In der Klasse O 3 der Havelschule lernen die Kinder bei Lehrerin Randi Pumpolis.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Die Havelschule ist mit nur etwa hundert Schülern klein. Das war nicht immer so. Im gleichen Schulgebäude in der Magdeburger Landstraße lernten vor 80 Jahren gleichzeitig 900 Schüler. Die heutige Förderschule möchte das runde Datum nicht nur feiern und mit den eigenen Kindern gestalten, sondern mit Hilfe ehemaliger Schüler und Lehrer auch verschüttete Erinnerungen wecken und bewahren.

Eine Geschichte wie die von Hans-Joachim Kynast (63) kommt wie gerufen. Der Brandenburger ging wie viele andere Kinder einst zum U/nterricht in den großen roten Backsteinbau. Im Jahr 1962 geschah etwas Ungewöhnliches. Die damalige Heinrich-Heine-Schule wurde Drehort. Die erste Defa-Regisseurin Bärbl Bergmann dreht einige Szenen ihres Kinderfilms „Rüpel“ auf dem Schulgelände.

„Wir sind über den Schulhof gelaufen, jeder hat für seine Teilnahe fünf Mark bekommen, sehr viel Geld damals, berichtet Hans-Joachim Kynast. Die in der Stadt Brandenburg gedrehte Geschichte von einem Jungen und dem Blindenhund „Rüpel“ ist ihm kaum in Erinnerung geblieben. Schließlich hielt er damals bei der Filmvorführung vergeblich Ausschau nach sich selbst. Aber die Schule war zu sehen, genauso wie etwa das Eiscafé Kaskade in der Großen Gartenstraße.

Die heutige Havelschule im Bau

Die heutige Havelschule im Bau.

Quelle: Repro/jast

„Wenn wir im nächsten April 80 Jahre Schulhaus auf dem Quenz feiern, möchten wir möglichst viele Fotos aus der Schulgeschichte zeigen und Geschichte aus den verschiedenen Jahrzehnten hören, sagt Christina Behrendt (54), die die Havelschule für geistig und körperlich behinderte Kinder seit 2012 leitet. Die Kinder sind in die Vorbereitung auf den 80. Jahrestag mit Projekten eingebunden.

Wichtig ist ihr und ihrem Kollegium ein enger Kontakt der Schule zu den Nachbarn, den Menschen, die auf dem Quenz, in der Walzwerks- und Klingenbergsiedlung leben und womöglich einst auf die Heinrich-Heine-Schule gegangen, die vor zehn Jahren geschlossen worden war und 2009 als Förderschule neu startete.

Mit Hilfe von Bürgern möchte die Schule den Tag der offenen Tür bestreiten. Die Geschichte des Schulbaus hat es durchaus in sich, der mit dem Aufblühen des Stahlwerks dringend benötigt wurde und baulich in Kombination mit der Grimmschule ein Hakenkreuz abbilden sollte.

Die heutige Havelschule nach der Fertigstellung

Die heutige Havelschule nach der Fertigstellung.

Quelle: Repro/jast

Die Eröffnung der nach dem Gründer des Nationalsozialistischen Lehrerbundes Hans Schemm benannten Schule wurde am „Führergeburtstag“ am 20. April 1938 mit den ersten 900 Schulen gefeiert. Am Kreigsende besetzte die Rote Armee die Schule, die bald danach als Quenzschule wieder öffnete und seit Herbst den Namen des großen deutschen Dichters trug.

In den siebziger Jahren lernten fast 1000 Kinder und Jugendliche an der Heine-Schule. 1990 wurde sie umbenannt in Gesamtschule Walzwerksiedlung/Grundschule 13, erhielt aber drei Jahre später den alten Namen zurück.

„Wir unterrichten Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahre mit sehr verschiedenen Beeinträchtigungen im Denken, Reden und auch am Körper“, erklärt Schulleiterin Christina Behrendt. Eine können durchaus Lesen und Schreiben lernen, bei anderen zielen die Sonderpädagogen auf die Entwicklung der Wahrnehmung. Jeder soll einen möglichst großen Grad der Selbstständigkeit erreichen.

Dabei helfen kleine Klassen und ein relativ großzügiges Raumkonzept mit jeweils Gruppenräumen und Küchenzeilen. Ältere Schüler kommen erst später am Vormittag zur Schule und lösen die Kleinen ab, so dass ein Klassenraum doppelt genutzt wird. Einen Entspannungsraum (Snoezel) gibt es ebenso wie einen Computerraum sowie eine Keramik- und eine Holzwerkstatt.

Außerhalb des Unterrichts nutzen behinderte und nicht behinderte Kinder von 14 bis 18 Uhr die Angebote des Freizeitzentrums. Täglich kommen 25 bis 60 Kinder, berichtet die Leiterin Silvia Knetsch. Das Integrationskonzept geht nach ihren Angaben auf. Etwa die Hälfte der Nachmittagskinder sind nicht behindert.

Kontakt: Havelschule, Magdeburger Landstraße 124, Telefon 0 33 81 / 30 03 96, E-Mail: sekretariat@havel.schule-brandenburg.de

Von Jürgen Lauterbach

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