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Brandenburg/Havel 80 Millionen Opfer: Stell Dir vor du bist allein in Deutschland
Lokales Brandenburg/Havel 80 Millionen Opfer: Stell Dir vor du bist allein in Deutschland
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11:05 19.11.2018
Im Brandenburger Dom gedachten am Vortag des Volkstrauertages Vertreter der Landesregierung, der Stadt Brandenburg und der Parteien in einer Gedenkstunde den Gefallenen des 1. Weltkrieges. Im Anschluss wurden auf dem Friedhof am Marienberg Kränze an den Kriegsgräbern niedergelegt. Quelle: Foto: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Die Sonne strahlt Sonnabend durch die Fenster und zaubert am Vortag des Volkstrauertages eine heitere Stimmung in den Brandenburger Dom. Doch Heiterkeit ist am Vormittag hier fehl am Platz, denn auf Einladung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Brandenburg, soll hier im Dom in der zentralen Gedenkveranstaltung des Landes Brandenburg 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges der über siebzehn Millionen Opfer gedacht werden, die allein in diesem Krieg den Tod fanden, über zwanzig Millionen Menschen wurden verletzt.

Im Brandenburger Dom gedachten am Vortag des Volkstrauertages Vertreter der Landesregierung, der Stadt Brandenburg und der Parteien in einer Gedenkstunde den Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Im Anschluss wurden auf dem Friedhof am Marienberg Kränze an den Kriegsgräbern niedergelegt.

„Auf den Frieden richtet sich der Volkstrauertag“, gab Wolfgang Huber, der Dechant des Doms und früherer Bischof, in seiner Gedenkansprache zu bedenken. „Und genau darauf setze ich alle Hoffnung, dass die Erinnerung an das Leid des Krieges nicht in Rache mündet, sondern immer mehr Menschen und Nationen den Ausweg in einem friedlichen Zusammenleben der Völker suchen lässt“, bekräftigte Steffen Scheller (CDU), Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg, in seiner Begrüßungsrede.

Dunke Seite der deutschen Geschichte

Wolfgang Huber hat den Weg vorgezeichnet, der zu einem friedlichen Miteinander führen könnte: „Geschichte erinnern, Verantwortung lernen, Versöhnung leben“. Es sei dieser Dreiklang, um den sich Menschen an vielen Orten in Brandenburg bemühen, auch dort, wo „wir mit den dunklen und schwierigen Seiten unserer eigenen Geschichte konfrontiert sind.“

Er nennt als Beispiel dafür den Wiederaufbau des Turms der Potsdamer Garnisonskirche, der unter diesem Dreiklang zu einem Ort des Friedens und der Versöhnung werden solle. „Dem Frieden dient es auch, wenn junge Menschen sich an Kriegsgräbern begegnen und wahrnehmen, wie der große Gleichmacher, der Tod, keine Rücksicht auf Herkunft und Staatszugehörigkeit nahm“, so Huber.

Macht als Droge

Bestrebungen nach Vergeltung dürfen nicht Triebkraft des Gedenkens sein, lehrt die Geschichte. So habe sich das NS-Regime nationalistische Töne des Gedenkens zu Nutze gemacht und seinerzeit den Volkstrauertag in den Dienst von Wiederaufrüstung und Kriegsvorbereitung gestellt, erläutert Huber.

Dass die politische Lage so eskalieren konnte, das habe an der Macht gelegen, die eine so starke Droge war, dass europäische Politiker in ihrer „Machtträumerei“ (Huber) immer mehr davon bekommen wollten und so die europäische Urkatastrophe herbei führten.

Angst machende Gedankenreise

„Doch Terror und Krieg fügen allen darin Verwickelten grausamen Schaden zu“, sagte Scheller und machte eine erschütternde Rechnung auf: Genaue Zahlen gebe es bis heute nicht, „doch Historiker sprechen von rund achtzig Millionen Toten im Zusammenhang mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Das sind so viele Menschen, wie Deutschland heute Einwohner hat.“

Scheller lud die Zuhörer ein zu einer Fantasiereise durch ganz Deutschland. Start ist Sonthofen, Deutschlands südlichste Stadt am Rand der Alpen bis nach Glücksburg, 1000 Kilometer weiter, der nördlichsten Stadt an der Flensburger Förde, und von Selfkant, der westlichsten Stadt 750 Kilometer nach Görlitz, der östlichsten Stadt in Deutschland. „Und Sie treffen niemanden – keine Menschenseele.“

Am Schluss der Veranstaltung im Dom stand ein solidarisches Totengedenken, in das der ehemalige Landtagspräsident Gunter Fritsch alle Opfer von Krieg, Hass und Gewalt - auch unserer Tage - einschloss und das er mit der Bitte um Verantwortung füreinander und Frieden in der ganzen Welt beendete.

Von Ann Brünink

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