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Brandenburg/Havel Aale bekommen Verstärkung aus dem Atlantik
Lokales Brandenburg/Havel Aale bekommen Verstärkung aus dem Atlantik
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19:14 28.03.2018
Experten des Instituts für Binnenfischerei prüfen in Plaue die Qualität der aus Frankreich angelieferten Glasaale. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Einmal im Jahr müssen selbst die Berufsfischer nach Aal anstehen. Über vier Millionen Schlängler mit einem Gesamtgewicht von 1,4 Tonnen wechselten am Mittwoch auf dem Hof der Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ (FSG) den Besitzer. Kilopreis: über 300 Euro. Doch die wertvolle Ware bringt noch kein Geld. Denn die wie Glas durchsichtigen Baby-Aale brauchen sieben bis acht Jahre, um zu stattlichen Exemplaren heranzuwachsen.

Rund 16 Stunden war ein Spezialtransport von der französischen Atlantikküste bis an die Havel unterwegs. Bei den in speziellen Transportbehältern eingekauften Glasaalen handelt es sich um Wildfänge, die zur Förderung des europäischen Aalbestandes von Fischern und Anglervereinen in Havel, Dahme und Spree sowie den angrenzenden Seen ausgesetzt wurden. Zu den Empfängern gehörte der Plauer Fischer Lutz Schröder: „Wir wissen nie, wie viele Aale tatsächlich einmal in den Reusen landen. Doch ohne künstlichen Besatz wäre es um die heimische Art schlecht bestellt.“

Der Plauer Fischer Lutz Schröder nimmt Kartons voller Glasaale in Empfang. Quelle: JACQUELINE STEINER

Ähnlich sieht die Sache Schröders Berufskollege Michael Görne, der sein Handwerk auf dem Breitling ausübt. „Die Fischerei ist ein schwieriges Geschäft geworden. Durch den Druck des Kormorans, die Zunahme des Wassersports und die fortschreitende Verkrautung haben sich viele Einstände verändert. Außerdem wird das Wasser der Havel immer klarer. Das freut die Badegäste, gefällt aber dem Zander gar nicht. Der Aal bleibt deshalb unser Brotfisch“, berichtet Görne.

Für den Kreisanglerverband Brandenburg nahm Gewässerwart Frank Paul einige der Drei-Kilo-Kisten in Empfang: „Diese werden von unseren Mitgliedern auf Vereinsgewässer aufgeteilt.“ Neuen Besatz gab es zum Beispiel für die Pastorenlöcher bei Marzahne und für die Petrijünger in Deetz und Götz. Andere Glasaale erreichten ihre Bestimmungsgewässer von Havelberg bis Berlin.

Glasaale sind eine wertvolle Ware. Die Preise lagen schon mal bei 1000 Euro je Kilo. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ in Brandenburg-Plaue koordiniert das Pilotprojekt zur Wiederauffüllung des europäischen Aallaicherbestandes seit nunmehr 13 Jahren. Es hat große Bedeutung für das gesamte Elbeeinzugsgebiet. In dieser Zeit wurden über 46 Millionen Jungaale im Wert von zehn Millionen Euro ausgesetzt. 80 Prozent der Kosten fördern EU und Land. Zwei Millionen Euro bringen Fischer und Angler selbst auf. Finanziell beteiligt ist auch die Initiative zur Förderung des Europäischen Aals. „In den nächsten Monaten folgen noch etwa eine Million in einer deutschen Aalfarm vorgestreckte Jungaale“, sagte FSG-Vorsitzender Ronald Menzel der MAZ.

Zielstellung ist, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach ihrem 8 bis 15-jährigen Leben im Binnenwasser die Rückwanderung in die fernen Laichgebiete der Sagassosee im Golf von Mexico antreten und erfolgreich zur Reproduktion des Bestandes beitragen. Seit etwa fünf Jahren wird ein Anstieg der Glasaalpopulation verzeichnet, was für eine Erholung der Aalbestände spricht.

Von Frank Bürstenbinder

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