Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Aalschnittchen zum Museumsbesuch

Gaumenfreuden auf dem Domgelände Aalschnittchen zum Museumsbesuch

Das Brandenburger Dommuseum ist eine Kooperation mit den Gastronomen der „Remise“ auf dem Burghof eingegangen. Nach einer Sonderführung kommt die Gaumenfreude. Aalschnittchen von Museumsleiter Rüdiger von Schnurbein gibt es auch nicht alle Tage für Besucher.

Voriger Artikel
Sagenhaftes über Luther auf der Burg
Nächster Artikel
Auf Spurensuche: Wer ist dieser Junge?

Kunstgenuss trifft auf Gaumenfreude: Museumsleiter Rüdiger von Schnurbein serviert den Dombesuchern Aalschnittchen.

Quelle: Ina Schidlowski

Brandenburg/H. Es erinnert an ein geheimes Treffen. Im dunklen Burghof finden sich ein paar Menschen zusammen, erkundigen sich vorsichtig, ob sie hier richtig seien. Ja, das sind sie. Das Domportal ist der Treffpunkt für „Gaumenfreuden und Kunstgenuss“. An diesem kalten Freitagabend im November haben sich nicht sehr viele auf den Weg gemacht, um sich von Dompatronen und Kiezfischern berichten zu lassen. Das stört den Dommuseumsleiter Rüdiger von Schnurbein nicht. Er nennt es liebevoll Privatissimo. Das Angebot richte sich auch eher an kleine Gruppen. Die Anwesenden freut die kleine feine Runde.

Der angestrahlte Brandenburger Dom

Der angestrahlte Brandenburger Dom.

Quelle: Ina Schidlowski

Das Ganze sei seine Idee, sagt der Archäologe, der Vor- und Frühgeschichte, Mittelalterliche und Neuere Geschichte sowie christliche Archäologie studiert hat. Kunst und Geschichte in Form einer themenbezogenen Führung mit einem darauf abgestimmten guten Essen zu verbinden, ist eine kulturelle Delikatesse. Die Remise, das Restaurant auf dem Burghof am Brandenburger Dom, arbeitet dafür mit dem Museum zusammen.

Rüdiger von Schnurbein erläutert während seiner Führung in Richtung Petrikapelle die topografischen Gegebenheiten der Dominsel, womit sich natürlich auch die frühzeitige Entwicklung der Fischerei vor Ort erklärt.

Er berichtet von den kleinen Fischerkaten mit Wassergrundstücken, die rund um den Dom entstanden und dass die Themen Fischereirechte, Fischereiordnung und Überfischung auch schon im Mittelalter relevant waren.

Der Dommuseumsleiter zeigt Besuchern eine historische Fischereiordnung

Der Dommuseumsleiter zeigt Besuchern eine historische Fischereiordnung.

Quelle: Ina Schidlowski

„Der Dom war dem Bischof vorbehalten. Die Mitglieder der Gemeinde trafen sich hier in der Kapelle Sankt Petri“, sagt der Museumsleiter und zeigt den staunenden Gästen eine Originalschrift einer Fischereiordnung aus dem Jahre 1541.Unter anderem ist dort vom Verbot von Schlepp-und Stellnetzen und dem Fangen von Mutterkrebsen die Rede. Eine erste kleine Gaumenfreuden-Überraschung erwartet die Besucher in der Kapelle: Aalschnittchen, frisch und lecker. Ein Hochgenuss.

Natürlich entstehen beim Anblick des Zellengewölbes aus dem 16. Jahrhundert oder der barocken Holzempore auch andere Fragen, die Rüdiger von Schnurbein gerne und geduldig beantwortet.

Rüdiger von Schnurbein am Böhmischen Altar

Rüdiger von Schnurbein am Böhmischen Altar.

Quelle: Ina Schidlowski

Von der Petrikapelle führt der Weg nun zur alten Klausur. Eine Fälschung verspricht der Mann, der den Schlüssel zur schweren Tür des Dommuseums zückt und alle hereinbittet.

„Das Domkapitel wollte sich die Fischereirechte bis Ketzin sichern. Das sind 16 Kilometer Wasserstraße“, sagt von Schnurbein und deutet auf die gefälschte Urkunde in der Vitrine.

Angeblich habe Markgraf Otto II. dem Domstift diesen Teil der Havel im November 1187 geschenkt.

Aus insgesamt sechs verschiedenen Urkunden stammen die einzelnen Passagen im Text und auch die Namen der Zeugen sind anderen Urkunden entnommen. Anhand des Schriftbildes, das eher dem aus dem 14. Jahrhundert ähnelt, haben Historiker jedoch schon früh eine Fälschung vermutet. „Es ist die Zeit der Raubritter. Das Domkapitel macht das jedoch subtiler. Es waren gebildete Kleriker, die über das juristische Knowhow verfügten“, sagt der Archäologe und erläutert, wie man aus dieser Fälschung eine echte Urkunde machte. Mit dem Vorwand, dass die alte Urkunde so schlecht zu lesen sei, wurde eine Abschrift angefertigt, die von Markgraf Siegismund am 13. September 1381 mit Unterschrift und Siegel bestätigt wurde.

Vom Museum führt der Weg weiter in den Dom. Am böhmischen Altar mit Tafelmalerei von 1380 nimmt Rüdiger von Schnurbein dann Bezug auf die Dompatrone Petrus und Paulus. „Wie ein Comic sind die Szenen hier aneinandergereiht“, sagt er und deutet auf die einzelnen Darstellungen.

Und wie versprochen, endet dieser kurzweilige Ausflug in die Vergangenheit nach einer Stunde mit einem passenden Abendmahl. Wegen geringer Teilnehmerzahl gibt es statt Aal grün leider nur Fisch von der Karte. Doch auch Heilbutt und Zander sind kulinarische Leckerbissen.

Von Ina Schidlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg