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Brandenburg/Havel Abendmusiken: Dialoge auf Augenhöhe
Lokales Brandenburg/Havel Abendmusiken: Dialoge auf Augenhöhe
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18:57 15.01.2018
Martin Seemann, Violoncello, und die Pianistin Mira Lange in der Abendmusik in der Brandenburger Domaula. Quelle: J. Steiner
Brandenburg/H

Ludwig van Beethoven hat der Nachwelt fünf Sonaten für Violoncello und Klavier hinterlassen. Drei erklangen am Sonntagnachmittag zum Auftakt der diesjährigen Abendmusiken in der Brandenburger Domaula. Zu Gast waren die Berliner Künstler Martin Seemann, Violoncello, und die Pianistin Mira Lange. Sie stellten sich einem interessierten und konzentriert lauschenden Publikum.

Sie spielten auf Originalinstrumenten des 19. Jahrhunderts, auf einem mit Darmsaiten bespanntem Violoncello, das von einem in der Klassik üblichen Bogen gestrichen wird. Der Hammerflügel mit seinem hellen Klang wurde vor gut 200 Jahren von dem Wiener Klavierbauer Münzenberger gebaut und soeben von dem Hamburger Uli Weymar restauriert. Beide Instrumente erlauben eine wunderbare Balance in der Klanggebung, bei der niemand einen Vor- oder Nachteil in Kauf nehmen muss.

Aufeinander eingespielte Künstler

Es scheint, dass die Pianistin Mira Lange und der Cellist Martin Seemann bereits seit einigen Jahren aufeinander eingespielt sind. Ihre musikalischen Dialoge sind auf Augenhöhe ausgerichtet. Der Cellist kostet den Farbenreichtum des Cellos aus, zugleich jede Phrase, jeden Takt. Da gab es weitgehend ein Schmiegen an und um die Töne, doch sie sind immer von klarer Kontur. Nur wenn es mal auf und ab durch die Oktaven geführt wird, ist ein nasaler Klang zu vernehmen. Ein mit Darmsaiten bespanntes Instrument neigt auch schnell zur Intonationstrübung, davon war Seemanns Violoncello nur selten betroffen. Das Hammerklavier, auf dem Mira Lange musizierte, glitzerte in den oberen Lagen silbrig, in den unteren war eine angenehme Wärme nicht zu überhören.

Beethoven hat seine Sonaten für Violoncello und Klavier in verschiedenen Schaffensphasen komponiert. Die Sonate in F-dur Opus 5, 1 stammt aus der Zeit, als die Gattung der Cellosonate noch in den Kinderschuhen steckte. Da hatte die exzellent spielende Pianistin den Hauptanteil zu bewältigen, so dass man fast sagen möchte: Beethoven hat eine Klaviersonate mit obligatem Violoncello geschrieben.

Ernste Komposition aus Beethovens Spätwerk

Die danach musizierte Sonate D-Dur Opus 102,2 ist eine eher ernste Komposition aus den späten Jahren Beethovens, aus der Zeit, als die Taubheit ihn plagte. Besonders dem langsamen zweiten Satz, ein Adagio hörte man mit großer Ergriffenheit zu, weil Lange und Seemann es mit großer Ausdruckkraft interpretierten. Sonnenhell dagegen die A-Dur-Sonate Opus 69, das berühmteste und ausladendste Stück aus den mittleren Schaffensjahren. Die Partner konnten im gleichberechtigten Musizieren wundervolle Melodien austauschen. Dies machen dann auch Mia Lange und Martin Seemann mit Freude am Spiel. Sie benötigten dazu keinerlei Affektiertheit, weil viel Natürlichkeit vorherrschte. Ein Musikgenuss, den man nicht missen möchte.

Vier weitere Kammerkonzerte

Weitere vier Kammerkonzerte werden bis zum 11. März folgen. Besonders kann man auf Schuberts „Winterreise“ in der Interpretation des Leipziger Thomaskantors Gotthold Schwarz, der auch ein international bekannter Oratorien- und Konzertsänger ist, sowie des ebenfalls in Leipzig lebenden Pianisten Michael Schönheit gespannt sein. Die Abendmusiken, die in der Verantwortung des engagierten Domkantors liegen, sind seit Jahrzehnten wichtige künstlerische Ereignisse innerhalb des Kulturlebens Brandenburgs.

Von Klaus Büstrin

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