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Abfallanlage soll bald schreddern

Firma will Plastik-und Kunststoffteile verwerten Abfallanlage soll bald schreddern

Im November soll die neue Anlage in Betrieb gehen, in der auf dem ehemaligen Brandenburger Stahlwerkgelände pro Tag bis zu etwa 350 Tonnen Abfälle verarbeitet werden. Die Firma Remine will dort Plastik- und Kunststoffteile verwerten.

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Auf dem Schrottplatz: Greifer bei der Arbeit in der TSR Recycling GmbH.

Quelle: Steinbach

Brandenburg an der Havel. Der SPD-Stadtverordnete Dirk Stieger unkt: „Erst kommen die Blumen, dann kommt der Müll.“ Von Mittwoch an können sich alle Bürger über das Vorhaben informieren, dann liegen die Unterlagen der Firma Remine in Räumen der Stadtverwaltung zur Einsichtnahme aus. Das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz hat vor einigen Tagen bekannt gegeben, worum es inhaltlich geht.

Die erwähnte Gesellschaft Remine möchte in den Hallen des Recyclingparks in der August-Sonntag-Straße eine Abfallverwertungsanlage errichten und betreiben. Die Abfälle werden als nicht gefährlich eingestuft, es handelt sich um eine Schredderleichtfraktion. Das sind Plastik-und Kunststoffteile, die übrig bleiben, wenn Altfahrzeuge als Schrott geschreddert und verwertet werden, als Beimischungen etwa in der Automobil- und Zementindustrie.

Das Vorhaben an sich ist nicht neu, nur wird es mit dem gerade laufenden Genehmigungsverfahren aktuell. Die Firma Remine will zu dem Zweck einen wesentlichen Teil der ehemaligen großen Stahlwerkshalle gegenüber dem Silokanal nutzen. Der Betreiber will eigenen Angaben zufolge täglich maximal etwa 355 Tonnen nicht gefährliche Abfälle behandeln.

Technischer Fortschritt

Die Remine GmbH in Brandenburg ist eine 100-prozentige Tochter der TSR Recycling. Geschäftsführer beider Gesellschaften ist Bernd Fleschenberg.
Die geplante Anlage gilt als technisch fortschrittlich, weil sie die Abhängigkeit der deutschen Industrie von Rohstoffimporten verringere.
Der Genehmigungsantrag liegt vom 1. bis 31. Juli in der Verwaltung, Klosterstraße 14, Haus F, Zimmer 307, aus.

Zu dem Zweck sollen knapp 8500 Tonnen geschredderter Plastik- und Kunststoffmüll in der Halle lagern, und weitere 615 Tonnen außerhalb im Freien. Im vergangenen Juli hatte Firmenchef Bernd Fleschenberg das Projekt öffentlich vorgestellt, in das REmine den Angaben zufolge zwölf Millionen Euro investiert. Das Land Brandenburg steuert 1,8 Millionen Euro Fördergeld bei.

Mindestens 22 neue Arbeitsplätze waren vor einem Jahr angekündigt. Ob es dabei bleibt, ist offen. Fleschenberg hatte vor einem Jahr zwar angekündigt, dass er die Öffentlichkeit breit beteiligen möchte. Wie und wann dies über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus passiert, darüber war gestern so wenig zu erfahren wie über weitere Details der Planung. Denn Fragen dazu beantwortete am Firmenhauptsitz Bottrop und in Brandenburg niemand.

SPD-Mann Dirk Stieger weist darauf hin, dass sich alle Bürger das vom 1. und 31. Juli über das Vorhaben informieren können. Er denkt vor allem an Anwohner der Quenz- und der Klingenbergsiedlung, die vom Staub, Lärm und Gestank betroffen sein könnten.

Stieger gehört zu den Bürgern, die eine solche Belästigung in ihrer Wohnumgebung feststellten, als im Jahr 2008 die große Schredderanlage der Firma TSR Recycling als Mieter auf dem Gelände des Elektrostahlwerks in Betrieb ging. Seinerzeit hatten sich nur wenige Bürger als Einwender an dem förmlichen Verfahren beteiligt. Stieger aufgrund der Erfahrung damals: „Nur wer sich beteiligt, kann später auch wichtige Rechte in Anspruch nehmen.“

Von Jürgen Lauterbach

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