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Abitur und Arbeitsplätze stehen ganz oben

MAZ-Umfrage im Amt Ziesar Abitur und Arbeitsplätze stehen ganz oben

Die MAZ-Umfrage bei Lesern im Amt Ziesar erbrachte zwei klare Aufträge an die Kommunalpolitik. Die Volksvertreter sollen sich für mehr Firmenansiedlungen und die Widereinführung der Sekundarstufe II einsetzen.

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Im Zeichen der Burg: Rund um Ziesar gibt es viele spannende Themen.

Quelle: Silvia Zimmermann

Amt Ziesar. Zwei Wochen lang haben die Bewohner des Amtes Ziesar ihre Heimat noch besser kennengelernt. Jeden Tag aus der Vogelperspektive dank der Luftaufnahmen unseres Fotografen Dirk Fröhlich. In zwölf Ausgaben wurde in der Reihe „MAZ zu Hause in . . .“ aus allen amtsangehörigen Orten berichtet.

Ab dem 19. September geht es in unserer Reihe mit den Dörfern rund um den Beetzsee weiter. Was die Orte im Am Ziesar so lebenswert macht und welche Probleme es gibt, spiegelt auch die MAZ-Umfrage wider. Zu vier Fragen wurden jeweils vier Beantwortungsmöglichkeiten gegeben.

Einen klaren Auftrag an die Politik und das Amt Ziesar als Träger der Thomas-Müntzer-Oberschule mit Grundschule gibt es in Sachen Bildungswesen. 80 Prozent der Umfrageteilnehmer sprachen sich für die Widereinrichtung der vor einigen Jahren aufgegebenen Abiturstufe in Ziesar aus. Als Vorbild dient dabei offenbar die Grund- und Oberschule Lehnin, wo seit diesem Schuljahr wieder Kurs auf das Abitur genommen werden kann (MAZ berichtete). Nur fünf Prozent der Teilnehmer halten den Ruf nach einer Abiturstufe in Ziesar für einen aussichtslosen Wunsch. Vier Prozent ist das Thema egal. Ausreichende Geldmittel sind für sechs Prozent zwingende Voraussetzung für ein Abiturangebot.

Auf die Frage „Warum leben Sie hier?“ verweisen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer auf einen bodenständigen Grund. Sie sind hier geboren. Immerhin haben 28 Prozent der Befragten der Liebe wegen ihren Lebensmittelpunkt zwischen Wollin und Bücknitz sowie zwischen Hohenlobbese und Grüningen verlegt. 26 Prozent gaben an, dass ihnen die Landschaft zwischen Fläming und Fiener Bruch besonders gut gefalle. Nur sechs Prozent verschlug es aus beruflichen Gründen in das Amt Ziesar.

Bei der Beantwortung der Frage, was sich gegen sinkende Einwohnerzahlen tun lässt, ist sich eine große Masse der Umfrageteilnehmer einig. 78 Prozent meinen, dass die Kommunen mehr für die Ansiedlung von Firmen tun müssen. Wo die Menschen Arbeit finden, bleiben sie. Beispielhaft für ungenutztes Potenzial ist der Industriepark Ziesar an der Autobahn. Dagegen sind nur sieben Prozent davon überzeugt, dass die demografische Entwicklung nicht aufzuhalten sei. Mehr Ausweisung von Bauland fordern sechs Prozent. Im Zusammenschluss der amtsangehörigen Kommunen zu einer Großgemeinde sehen fünf Prozent der Teilnehmer eine Chance, um den sinkenden Einwohnerzahlen entgegenzuwirken.

Eher kritisch sehen die Einwohner im Amt Ziesar die Anbindung ihrer Orte an den Öffentlichen Personennahverkehr. So sind 51 Prozent der Meinung, dass man ohne eigenes Auto auf dem Lande aufgeschmissen sei. Für elf Prozent gibt es überhaupt zu wenig Busangebote. Rufbusse sind für zehn Prozent keine Alternative. Fast ein Drittel, nämlich 28 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die Busanbindung ihrer Gemeinde für ausreichend.

An Themen, die die Bürger über diese Fragen hinaus beschäftigen, herrscht rund um Ziesar kein Mangel. Moniert werden in Ziesar unter anderem die mangelnde Ordnung und Sauberkeit auf den Straßen, das Fehlen einer öffentlichen Toilette und eines Radweges nach Wusterwitz. In Köpernitz wird der Stillstand beim Straßenbau und der Abwasserkanalisation kritisiert. Die Landesstraße zwischen Görzke und Gräben müsste ausgebaut werden. Vermisst wird die Präsenz des Wolliner Bürgermeisters. In Görzke kommen Wölfe bis ans Dorf heran. Sie sollten zum Abschuss freigegeben werden. Aus Dahlen häufen sich die Klagen über miserable Funkverbindungen. Andere vermissen in Ziesar ein Schwimmbad und ein Café mit Außenplätzen. Gefordert wird unverändert ein Radweg von Grüningen nach Wollin. Moniert wird die schlechte Ausrüstung der Wenzlower Feuerwehr. Angeblich sind die persönlichen Schutzausrüstungen verschlissen.

Von Frank Bürstenbinder

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