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Abschied im Rathaus des Handwerks

Brandenburg an der Havel Abschied im Rathaus des Handwerks

Mathias Mischker wird als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft nach mehr als 38 Jahren offiziell verabschiedet, Nachfolgerin Sabine Block ist auch schon seit 22 Jahren dabei. Mischker war geschätzt für sein streitbares und dabei konstruktives Wesen sowie sein Engagement über das Anstellungsverhältnis hinaus.

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Anlass zur Freude: Ehrung und Abschied für Mathias Mischker, gemeinsam mit Dietlind Tiemann und Kreishandwerksmeister Bernd Elsner.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg/H. Den Anstellungsvertrag von Mathias Mischker hat Ralph Bührig, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam in deren Archiven nicht mehr gefunden, dafür einen Brandbrief des Brandenburger Geschäftsführers an die Zentrale, den Mischker 1998 verschickt hat. Er wies in seinem flammenden Appell auf den sinkenden Organisationsgrad der Betriebe in den Innungen hin und beschwor ein besseres Unterstützen bei den Beratungen und Dienstleistungen vor Ort. Die Handwerker müssten erfahren und erleben, dass ihnen geholfen wird, dass sich jemand um ihre Interessen kümmert. Solch eine Haltung verdiene heute noch Respekt, lobt Bührig.

Mathias Mischker hat schon zu DDR-Zeiten den Mund aufgemacht, wenn ihm etwas nicht passte. Doch war er kein Meckerer, sondern einer, der etwas verbessern wollte, bescheinigen ihm Weggefährten. Zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand am Dienstag waren etliche Obermeister und Ehrenobermeister der Innungen gekommen. Natürlich schwelgten sie in den alten Zeiten, aber sie sprachen auch über aktuelle Entwicklungen, die unter anderem Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann beschrieben hatte. Sie berichtete vom Neubau an der Sankt-Annen-Straße, an dem sie als Unternehmerin noch mitgewirkt hatte und erinnerte an den Beginn ihrer Amtszeit vor 13 Jahren. „Damals gab es noch viel weniger Arbeitsplätze als heute, wir hatten viele Gespräche darüber, wie wir noch Handwerksbetriebe ermutigen können, den einen oder anderen Lehrling mehr einzustellen als Investition in die Zukunft. Das ist mit Hilfe von Mathias Mischker in vielen Fällen auch gelungen.“ Heute sei die Situation eher gegenläufig, viele Betriebe suchten Bewerber, wenn sie welche finden, reichten oft deren Voraussetzungen und Fähigkeiten nicht aus. Ein Segen sei das Handwerkerzentrum in Götz, in dem die jungen Menschen fit für den Beruf gemacht würden.

Mehr als 38 Jahre Dienst für die Handwerkskammer

Mathias Mischker erlernte den Beruf des Schriftsetzers.

Am 1. November 1978 begann er als Mitarbeiter der Handwerkskammer des Bezirkes Potsdam, Kreisgeschäftsstelle Brandenburg/Stadt.

1987 wurde er Leiter der Geschäftsstelle.

1990 wurde er zum Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Brandenburg/Havel-Belzig gewählt, nachdem die Berufsgruppen in beiden Regionen mit ihren Vormännern Klaus Lietze und Bodo Menzel das Gründen der Kreishandwerkerschaft vorbereitet hatten.

Zehn Jahre lang war Mathias Mischker Stadtverordneter und Ausschussvorsitzender.

Zudem arbeitete er 15 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Brandenburg.

Nachfolgerin im Geschäftsführeramt ist Sabine Block, die seit März 1994 für die Handwerkskammer arbeitet.

Kreishandwerksmeister Bernd Elsner würdigte die Arbeit im „Rathaus des Handwerks“, die untrennbar mit dem Namen Mischker verbunden sei. Der Geschäftsführer habe nicht nur seine eigentlichen Aufgaben erfüllt, sondern war weit darüber hinaus tätig, unter anderem im Verwaltungsrat der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin, als Gründer und Geschäftsführer des Versorgungswerkes der Kreishandwerkerschaft sowie in ungezählten Kommissionen und Arbeitskreisen. Nicht zuletzt hat er in den 1980er-Jahren den Handwerkersportverein gegründet und hat selbst eine aktive Laufbahn beim TC Süd 05 im Tennissport eingeschlagen.

Vertreter aller Innungen hatten gesammelt und Mischker einen Reisegutschein geschenkt, von Hauptgeschäftsführer Bührig gab es noch die „Silberne Ehrennadel des Handwerks“ am Revers.

Der so Geehrte bedankte sich bei den Gratulanten, irgendwie war ihm auch Erleichterung darüber anzumerken, dass er seine Zeit nun voll und ganz seiner Frau Hanne – mit der er seit 43 Jahren verheiratet ist – sowie seinen Kindern und Enkeln widmen kann. Dietlind Tiemann hatte es durchaus empathisch erwähnt. „Man wünscht sich immer so leichtfertig Glück und Gesundheit. Was das bedeutet, merkt man erst, wenn man es selbst erfährt.“ Matthias Mischker war von April 2014 bis Anfang 2016 schwer erkrankt, ist wieder genesen und danach für ein Jahr in sein Amt zurückgekehrt.

Das letzte Wort wollte er sich bei seiner Verabschiedung nicht nehmen lassen. „Ich kann Euch nur bitten: Passt gut auf das Handwerk auf!“

Von André Wirsing

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