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Abstecher zum Herrn von Rochow in Reckahn

Spannendes abseits der Buga-Wege Abstecher zum Herrn von Rochow in Reckahn

Die Buga erstreckt sich in erster Linie über ihre fünf Standorte, aber ihre Ausstrahlung reicht noch weit darüber hinaus. Unter anderem vergibt die Buga eine Art Siegel, mit einer ausdrücklichen Empfehlung für spezielle Freizeitaktivitäten. Darunter findet sich beispielsweise das Rochow-Museum in Reckahn, einem Teil der Gemeinde Kloster Lehnin.

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Das Schloss in Reckahn ist von einem Park im frühromantischen Stil umgeben.

Quelle: J. Steiner

Reckahn. Das Museum würdigt den Schul- und Agrarreformer Friedrich Eberhard von Rochow (1734 bis 1805). Wer eine spannende Zeitreise zurück in die „Kreidezeit“ unternehmen möchte, als die Schüler noch auf Schiefertafeln herumkritzelten, dem wird dieser Ausflug Freude machen. Das Museum hat seinen Sitz im ehemaligen Dorfschulhaus. Es stellt die Rochowsche Musterschule vor und zeigt regionale Schulgeschichte bis 1945. Herzstück ist der vollständig eingerichtete Klassenraum mit 21 Plätzen, Lehrerpult und alten Unterrichtsmaterialien.

Schon vor über 200 Jahren pilgerten Besucher aus ganz Europa hierher. Alle wollten sehen, was der reformfreudige Herr von Rochow zuwege gebracht hatte. 1773 ließ er das Schulhaus errichten. Rochow hatte zunächst als Soldat an den Feldzügen des Siebenjährigen Krieges teilgenommen. Dort wurde er an der linken Hand verwundet; später bei einem Duell an der rechten Hand. Er quittierte den Dienst, um sich seinen Gütern zu widmen. Allerdings ging es nicht nur um Ackerbau und Viehzucht.

Dem Herrn von Rochow ging es auch darum, die Ideale der französischen Aufklärung umzusetzen. Als Gutsbesitzer wollte er die landwirtschaftliche Produktion durch Reformen ertragreicher gestalten. Allerdings merkte er schnell, dass die Reformen nur auf fruchtbaren Boden fallen würden, wenn die Bauern und Guts arbeiter einen besseren Bildungsstand hätten. Und so heuerte er für den reformpädagogisch und philanthropisch geprägten Unterricht den Lehrer namens Heinrich Julius Bruns an, der das Schulhaus zum Vorbild der zweiklassigen Landschule in Preußen machte.

Auch heute gibt es noch Schüler an der einstigen Musterschule. Es handelt sich dabei um 15 „Ehrenschüler“, darunter Bildungsminister Günter Baaske und der Landrat von Potsdam-Mittelmark, Wolfgang Blasig (beide SPD). Die müssen allerdings dort nicht mehr die Schulbank drücken, sondern wurden für ihr Engagement geehrt. Für den Landrat ist Reckahn eine echte Erfolgsstory dank des stimmigen Ensembles aus Schulmuseum, Schloss und dem Park im Stil der Frühromantik.

Im Schloss, das ein Rochow-Museum beherbergt, gibt es oft Sonderausstellungen. Am 6. Juni wird die Schau „Wasser für Arkadien: Landschaftsentwicklung um Schloss Reckahn zwischen Urstromtal, Planeflüsschen und Vogelschutzgebiet“ eröffnet.

Von Ildiko Röd

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