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Brandenburg/Havel Ach, du dicker Koch
Lokales Brandenburg/Havel Ach, du dicker Koch
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02:16 08.11.2015
Da macht Schlange stehen Spaß: Kinder der Klasse 1a an der neu gestalteten Essenausgabe. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Wusterwitz

„Da schmeckt das Essen gleich viel besser“, sagen Lina und Lena aus der 1a, die schon seit der Kita beste Freundinnen sind. Die eine findet die Wand mit dem Wusterwitzer See am schönsten, die andere die kunterbunten Stühle. Vor der Essenausgabe stehen die Kinder jetzt gern Schlange _ Koch, Töpfe, Anrichte sind aber nicht echt, sondern aus Acrylfarbe aus Sprühdosen. Auch mit Lupo und Pink Panther ist gut essen.

Der Speisesaal der Wilhelm-Götze-Grundschule ist in den Herbstferien im Auftrag des Schulförderverein neu gestaltet worden. Die 150 Stühle hat die Gemeinde Wusterwitz spendiert. Die farbenfrohen Comic-Bilder kommen bei Kindern und Lehrern toll an. Auf Lokalkolorit brauchen sie dennoch nicht zu verzichten, denn auch der Wusterwitzer See, das Feuerwehrhaus und die Dorfkirche wurden in die Aula geholt.

Lokalbezug in Entwürfe eingearbeitet

Eine Woche lang hat der Brandenburger Graffiti-Künstler Mirco Stielow, der die Ein-Mann-Agentur Stylografixxx betreibt und in der Havelstadt unter anderem die Buga-Brücke am Hauptbahnhof gestaltet hat, in Wusterwitz gewirkt. Die Entwürfe stammen von ihm, der Lokalbezug wurde auf Wunsch des Fördervereins eingearbeitet. „Wegen der öffentlichen Nutzung des Saals für Veranstaltungen und Chorkonzerte“, erklärt Doreen Eck vom Vorstand.

„Wir wollten die Eltern von unserer Arbeit als Förderverein mit etwas Dauerhaftem überzeugen und gleichzeitig etwas Schönes für die Kinder schaffen“, sagt sie. Überlegungen gab es viele, schließlich kam man auf den Speisesaal und die Sprayer-Idee. Knapp 5000 Euro lasse sich der 70 Mitglieder zählende Verein dieses Projekt kosten, wobei der Künstler ihm dankenswerterweise entgegengekommen sei.

„Neue Saalgestaltung passt zu uns“

„Die neue Saalgestaltung passt zu unserer Schule, zu unseren Kindern und zur heutigen Zeit“, sagt Vize-Schulleiterin Christine Mierke. Das findet auch Kunstlehrerin Carola Rabe, denn vorher atmete die Aula noch den Charme vergangener Jahrzehnte. „Gemeinsam mit der damaligen Kunstlehrerin Ilse Huth habe ich in meinem ersten Dienstjahr den Speiseraum mit Gemälden über das Schülerleben gestaltet, so wie das damals war“, berichtet Carola Rabe. „Die Entwürfe mit FDJlern und Pionieren wurden abgesprochen“. Das sei 40 Jahre her. Nach der Wende wurden Symbole und Halstücher übertüncht. Das „ihre“ Wandbilder und die Rankenornamente an den Säulen jetzt verschwunden sind, darüber ist die Klassenleiterin der 1a kein bisschen traurig.

Von Claudia Nack

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