Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Achtfache Mutter betrügt reihenweise Handykäufer
Lokales Brandenburg/Havel Achtfache Mutter betrügt reihenweise Handykäufer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:14 07.08.2018
Wegen neunfachen Betrug verurteilt das Schöffengericht Brandenburg/Havel die bereits einschlägig vorbestrafte Sandra E. Quelle: Volker Hartmann/dpa
Brandenburg/H

Eine achtfache Mutter muss laut Gerichtsurteil für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Die mehrfach vorbestrafte Betrügerin hatte erneut Handys im Internet verkauft, das Geld dafür kassiert, die Ware jedoch nicht geliefert. Aus ihrer Sicht ist vor allem ihr Ex-Mann an allem Schuld.

Die 44 Jahre alte Sandra E. ist vor dem Schöffengericht Brandenburg/Havel komplett geständig. Sie bekennt sich zu allen neun vorgeworfenen Betrugsdelikten, auch den sechs Taten, die dem Gericht erst zum Prozess an diesem Dienstag bekannt werden.

Die Masche der Frau mit dem blonden Kurzhaarschnitt und den ausgeprägten Tätowierungen ist fast immer gleich. Auf Internetplattformen wie Ebay und Facebook bietet sie unter falschen Namen Smartphones und Spielkonsolen zum Verkauf oder zum Tausch an.

Kein Kind lebt bei der Mutter

Regelmäßig lässt sie sich den vereinbarten Preis oder die Tauschware schicken, bleibt ihre Gegenleistung jedoch schuldig. Die Kunden werden geprellt, von denen einige ihre Kinder mit den Mobilfunkgeräten und Spielen überraschen wollten, jedoch enttäuschen mussten.

Sandra E. scheint in ihrem Leben an entscheidenden Stellen nicht viel richtig gemacht zu haben. Sie hat acht Kinder bekommen, die zwischen 9 und 24 Jahre alt sind. Wegen der ersten Schwangerschaft bricht sie damals ihre Lehre als Altenpflegerin ab und lebt fortan von Sozialleistungen.

Keines ihrer Kinder, die drei verschiedene Väter haben, wohnt bei der Mutter. Die drei Minderjährigen leben beim Vater und im betreuten Wohnen.

Etwa 20 Vorstrafen

Seit 1997 ist die Angeklagte etwa 20 Mal straffällig geworden. Verurteilt wurde sie wegen Diebstahls, Schwarzfahrens, illegalen Waffenbesitzes, Körperverletzung, versuchter Nötigung und immer wieder auch wegen Betrugs.

Dabei sieht sich die geständige Frau selbst auch als Opfer. Bis auf den aktuellen Partner hätten alle drei Väter ihrer Kinder sie wiederholt verprügelt und dabei übel zugerichtet. Ihr Ex-Mann in Magdeburg bedrohe sie regelmäßig und zwinge sie, Geld an ihn zu übergeben.

Wie die angeklagte Handyverkäuferin wenig später zugibt, bedroht der Ex-Mann sie nicht etwa mit Gewalttaten, sondern kündigt ihr lediglich an, sie wegen Diebstahls anzuzeigen. Denn Sandra E. hat ihm 9600 Euro gestohlen – aus Rache, weil er ihr zuvor Sachen weggenommen habe.

Schulden beim Ex-Mann

Um die Schulden an den Ex zurückzuzahlen, prellt die Angeklagte also die Handykäufer im Internet.

Die 44-Jährige beteuert, diesen Kunden das Geld zurückzahlen zu wollen. Doch bisher hat sie das Versprechen nicht wahr gemacht. So spricht für die Angeklagte nur ihr Geständnis und die drei Putzjobs, denen sie seit einiger Zeit nachgeht. Außerdem lebt sie in einer festen Beziehung.

Der Partner musste allerdings wegen ihr schon leiden. Die angeklagten Taten wurden zunächst ihm zugeordnet und nicht Sandra E. Deshalb stand ursprünglich er vor dem Strafgericht. Erst spät bekannte sich seine Freundin zu dem ganzen Internetbetrug.

Bewährung nicht genutzt

Das Schöffengericht verhängte am Dienstag wegen gewerbsmäßigen Betruges eine Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten – diesmal ohne Bewährung. Denn Sandra E. hat in der Vergangenheit mehrere Bewährungschancen nicht genutzt.

Das Urteil des Gerichts fällt um sechs Monate strenger aus als die übereinstimmenden Anträge von Staatsanwalt und Strafverteidigerin Bettina Holstein.

Von Jürgen Lauterbach

Kritik an der schleppenden Digitalisierung in Deutschland übt Anke Domscheit-Berg. Die Netzaktivistin und parteilose Bundestagsabgeordnete diskutiert dazu mit jungen Leuten in Brandenburg an der Havel.

08.08.2018

Die Hoffnung hat sich nicht erfüllt: Wieder ist der Versuch gescheitert, den Brandenburger Ratskeller mit Leben zu erfüllen. Trotz großzügiger Konditionen der Stadt ist ein Bewerber, der am Altstädtischen Markt ein italienisches Restaurant eröffnen wollte, im letzten Moment abgesprungen.

07.08.2018
Brandenburg/Havel Brandenburg an der Havel - Dialyse am Krankenbett

Aufwendige Transporte für nierenkranke Menschen, die stationär am Klinikum aufgenommen sind, zur Dialyse entfallen. Das Krankenhaus hat dafür eine Station aufgebaut, will aber keine Konkurrenz sein.

06.08.2018