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Ärger bei Kunstauktion wegen falscher Werbung

Warhol, Rauch, Klinger – und keiner will sie Ärger bei Kunstauktion wegen falscher Werbung

Stell dir vor, es ist Kunstauktion – und keiner geht hin. Der Leipziger Auktionator hatte in Brandenburg an der Havel und Umgebung eigentlich gute Erfahrungen mit Kunst- und Kaufinteressierten gemacht. Doch nun stand er ganz alleine da. Und kurze Zeit später waren die Kunstliebhaber verärgert.

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Leere Stühle im Kreuzgang, die Auktion fiel aus.

Quelle: M. Ulbricht

Brandenburg/H. Der Leipziger Auktionator Michael Ulbricht war motiviert nach Brandenburg an der Havel gefahren, schließlich hatte er schon erfolgreiche Verkaufsaktionen in Reckahn, Wiesenburg und auch schon im Paulikloster veranstaltet. Am Sonnabendmorgen packte er gemeinsam mit zwei eigens angereisten Mitarbeitern und Ehefrau die Schätze und Schätzchen aus – Werke von Max Klinger, Neo Rauch oder Andy Warhol sollen darunter gewesen sein.

Rings um den Kreuzgang tummelten sich die Leute – alle waren sie zum Archäovent auf dem Hof unterwegs. Kein Kunstinteressierter fand den Weg zur Auktion, nicht einmal zur Vorbesichtigung. Eine Fotografin klärte Ulbricht schließlich auf – die Auktion sei doch erst für den Sonntag, 17. Juli, auf der Homepage des Landesmuseums beworben.

Verärgert ließ der Auktionator die Kunstwerke wieder einpacken und abtransportieren. „Es ist mehrfach ärgerlich. Wir hatten Transport- und Personalkosten. Wir mussten auch die Kunstliebhaber beruhigen, die am Sonntag umsonst kamen. Und die Mitarbeiter vom Landesmuseum haben nicht einmal unsere Werbung verteilt, die Flyer bekamen wir in der Banderole ungeöffnet zurück.“ Nicht einmal am Sonnabend habe irgendein Mitarbeiter auf den Fehler hingewiesen und Ulbricht vom Auspacken abgehalten. Museumsleiter Rainer Kossian war bis Sonntag im Urlaub: „Sehr ärgerlich. Auf der einen Website stand ein richtiger, auf der anderen ein falscher Termin. Doch im Grunde ist Ulbricht ein kommerzieller Unternehmer, der für Promotion und Werbung selbst zuständig ist.“ Normalerweise müsse das Landesmuseum sogar Miete von ihm nehmen. Ulbricht habe allerdings zugesagt, einen Teil der Auktions-Einnahmen an den Förderverein des Landesmuseums abzugeben. „Aber Ulbricht ist ein schwieriger Zeitgenosse, wir werden künftig auf eine Zusammenarbeit mit ihm verzichten.“ Da sind sich beide einig: Der Auktionator hat auch nicht vor, wiederzukommen, sagt er.

Von André Wirsing

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