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Brandenburg/Havel Facharzttermin binnen 4 Wochen
Lokales Brandenburg/Havel Facharzttermin binnen 4 Wochen
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02:17 15.01.2016
Patienten sollen schneller Termine beim Facharzt erhalten. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Ewiges Warten auf einen Termin beim Facharzt soll Kassenpatienten nach dem 23. Januar erspart bleiben. Denn von diesem Datum an gilt das Gesetz, das „die angemessene und zeitnahe Zurverfügungstellung der fachärztlichen Versorgung“ regelt. Jeder Kassenpatient muss binnen vier Wochen einen Facharzttermin bekommen. In Brandenburg dürfte das vor allem bei Augen- und Hautärzten, Psychiatern und Neurologen, schwierig werden.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Brandenburg arbeitet nach Angaben von deren Sprecher Christian Wehry „mit Hochdruck“ daran, zum 23. Januar die Vorgaben des Versorgungsstärkungsgesetz zu erfüllen, damit Patienten zeitnah einen Termin beim Facharzt erhalten. Am folgenden Montag, dem 25. Januar soll die Terminservicestelle der KV Brandenburg starten.

Termin innerhalb von vier Wochen

Die Servicestelle kann jeder Patient in Anspruch nehmen, der dringend von einem Facharzt behandelt werden muss. Ob eine Dringlichkeit besteht, entscheidet der jeweils überweisende Haus- oder Facharzt, erläutert Markus Heckmann von der Versicherung Barmer GEK. Die Dringlichkeit wird dokumentiert mit einem zwölfstelligen Code auf der Überweisung. Termine für Augenärzte und Gynäkologen werden ohne Überweisung vermittelt.

Der Gesetzgeber hat ein finanzielles Druckmittel in die neue Regelung eingebaut. Denn wenn die zeitnahe Vermittlung misslingt, können sich Patienten m Krankenhaus versorgen lassen. Das ginge zu Lasten der niedergelassenen Ärzte, aus deren Honorartopf diese Behandlung dann bezahlt würde.

„Wir sind nicht begeistert von der Regelung“, sagt Marianne Eisenschmidt. Die Allgemeinärztin ist Sprecherin des seit 2009 bestehenden Ärztenetzes Brandenburg/Havel, dem sich etwa ein Drittel der in Brandenburg und der näheren Umgebung niedergelassenen Haus- und Fachärzte angeschlossen hat. Die Fachärztin hätte es sinnvoller gefunden, Kooperationsstrukturen zu fördern.

Nicht begeistert von der Regelung

Die niedergelassenen Ärzte fürchten, dass die Krankenhäuser einen Teil des ambulanten Budget abschöpfen könnten. Die Skepsis des Ärztenetzes bezieht sich jedoch nicht allein auf mögliche finanzielle Auswirkungen. Marianne Eisenschmidt befürchtet, dass Patienten ihren Arzt unter Druck setzen könnten, den eigenen Fall als dringlich einzustufen. Dabei sei nicht jeder Fall dringlich.

Die im Ärztenetz zusammengeschlossenen Mediziner lebten die vom Gesetz geforderte schnelle Terminvergabe bereits, berichtet die Sprecherin. Die knapp 70 Mitglieder tauschen sich per Fax untereinander aus und gewährleisten so, dass dringliche Patienten je nach Bedarf innerhalb von spätestens zwei, sieben oder zehn Tagen einen Facharzttermin bekommen. Zu Radiologen laufe der Kontakt telefonisch.

Schwierig sei die schnelle Vermittlung vor allem bei bestimmten Fachdisziplinen, mit denen Brandenburg nicht gut versorgt ist und von denen Fachvertreter gar nicht im Netzwerk Mitglied sind. Lange warten Patienten vor allem auf Termine bei Augen- und Hautärzten, Psychiatern, Neurologen und auch bei Psychotherapeuten.

Schnelle Vergabe wird bereits gelebt

Gleichwohl: Innerhalb einer Woche muss die KV-Servicestelle künftig einen Facharzttermin in spätestens vier Wochen seit der Überweisung vermittelt haben. Patienten haben dabei allerdings keinen Anspruch auf einen Wunscharzt oder Wunschtermin, betont Heckmann. Die Entfernung zum vorgeschlagenen Facharzt müsse nur zumutbar sein, das heißt höchstens eine halbe Stunde entfernt vom nächstgelegen Facharzt. Wobei Psychotherapeuten von der neuen Regelung noch bis zum 1. Januar 2017 ausgenommen seien.

Kann innerhalb der Vier-Wochen-Frist kein Termin beim Facharzt vermittelt werden, muss die Terminservicestelle dem Versicherten in aller Regel einen Behandlungstermin in einem Krankenhaus anbieten, zu Lasten des jeweiligen KV-Budgets.

Das städtische Klinikum ist wie die niedergelassenen Ärzte wenig begeistert von der Neuerung. „Aus unserer Sicht bringt das Gesetz keine Verbesserungen“, teilt Gabriele Wolter mit.

Kein Termin? Ab ins Krankenhaus!

Die Klinikum-Geschäftsführerin erwartet, dass im niedergelassenen Bereich künftig Kapazitäten eingetragen werden, um diese Notfallpatienten noch besser versorgen zu können. Das bedeute aber auch, dass die chronisch Kranken ein kleineres Zeitbudget haben werden und sich deren Arztbesuchintervalle verlängern.

Das Klinikum in der Hochstraße hält zur Versorgung der ambulanten Patienten keine Reserven vor. Dazu wären zusätzliche Einstellungen mit entsprechenden Kosten notwendig. Das ginge nur, wenn dauerhaft klar wäre, wie stark das Krankenhaus für diese ambulante Versorgung in Anspruch genommen wird.

Gabriele Wolter bestätigt, was im Grunde auch das Ärztenetz sagt: „Wir haben für bestimmte Fachärzte einfach eine zu geringe Zulassungsquote. Da wird es auch in der Zukunft weiter Versorgungsengpässe geben. Das Gesetz wird daran nichts ändern.“

Von Jürgen Lauterbach

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