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Brandenburg/Havel AfD-Politiker unter Nazi-Verdacht
Lokales Brandenburg/Havel AfD-Politiker unter Nazi-Verdacht
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08:22 10.09.2014
Ein Screenshot von Brösickes Youtube-Kanal: Das umstrittene Musikvideo steht ganz oben auf der Liste Quelle: Screenshot
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Brandenburg an der Havel

Es droht ein handfester Streit um die politische Einstellung des AfD-Fraktionsvorsitzenden Axel Brösicke. Dieser hat in seinem Youtube-Kanal ein Musikvideo von „A3stus“ mit dem harmlos klingenden Titel „Für unsere Kinder“ als „positiv bewertet“. In dem patriotisch klingenden Rap-Gesang geht es um handfeste Volksverhetzung und rechte Ideologie: „Neuer deutscher Widerstand 2014. Wir gehen auf die Straße, um das System zu stürzen.“ „Für unser deutsches Land ziehen wir heute in den Kampf...“ oder „Befreit Euch von der Lüge schnell, Brüder dieser Welt. Bevor Zion fällt, ihm geht’s nicht um Religion oder Volk. Nein, er kommt über Nacht und will nur euer Gold“, heißt es unter anderem in dem Titel der Berliner Band.

Der SPD-Kommunalpolitiker Sebastian Möckel hat auf seiner Facebook-Seite Brösickes Musikgeschmack publik gemacht. „Dieser Mann ist Stadtverordneter in Brandenburg an der Havel – pfui Teufel!“ Brösicke sei „einer der ersten, der jeden als ,Meinungsfaschisten’ und ,rotlackierten Gutmenschen’ hinstellt, der die AfD in die Nähe rechtsextremen Gedankenguts rückt.“ Das hätten er und andere Demokraten schon erleben müssen als sie bei einer AfD-Wahlveranstaltung mit Plakaten „Nazis stoppen“ vorm Theater standen.

Brösicke hat auf seiner Facebookseite und in seinem Youtube-Kanal auch umstrittene Bands wie „Böhse Onkelz“ und „Frei.Wild“ positiv bewertet, ebenso die Hooligan-Band „Kategorie C“.
„Von ,Kategorie C’ habe ich zum letzten Mal etwas vor zwei Jahren gehört“, sagt Brösicke auf MAZ-Anfrage. Über das „A3stus“-Lied und Video habe er bei Facebook gelesen und es aus Neugierde geöffnet. „Ich kann mich gar nicht erinnern, es positiv bewertet zu haben. Das kann nur ein Versehen gewesen sein. Zuerst hörte es sich wie ein guter Rap-Song an, erst später habe ich genauer auf den Inhalt gehört. Diese Meinung teile ich nicht.“

AfD-Fraktionschef Axel Brösicke

Brösicke fordert Möckel auf, sich in dem von ihm geführten Verein „Kinder sind unschlagbar“ umzuhören, da werde ihm jeder bestätigen, dass Brösicke kein rechtsextremes Gedankengut verbreite. „Er kann auch meine Freundesliste auf Facebook durchschauen und sehen, wie viele Freunde mit nichtdeutschen Namen ich habe.“

Brösicke wiederholt seine öffentliche Kritik. „Alles, was nicht links ist, gilt heute schon als rechts. Selbst wenn man nur konservativ ist.“

Möckel, der selbst nur sachkundiger Einwohner im Stadtentwicklungsausschuss ist, will die SPD-Fraktion nun bitten, bei den anstehenden Wahlen von Präventionsbeirat und Sicherheitsbeirat besonders aufmerksam zu sein. „Es darf da keinen Automatismus geben, dass jede Fraktion einen Vertreter vorschlägt und der wird auch blind genommen. Dann werden vielleicht die falschen Leute delegiert.“ Wen er meint, scheint klar.

DREI STADTVERORDNETE

  • Die Alternative für Deutschland AfD sitzt erstmals seit der Kommunalwahl im Mai in der SVV.
  • Aus dem Stand bekam die junge Partei drei Mandate für Axel Brösicke, Klaus-Peter Fischer und Jens Thielbeer.
  • Im Sommer schloss sich der fraktionslose FDP-Stadtverordnete Herbert Nowotny der AfD-Fraktion an.
  • Alle anderen Fraktionen lehnen Kooperationsgespräche mit der AfD/FDP-Fraktion ab.
  • Die Linke will keinem Antrag dieser Fraktion jemals zustimmen.

Von André Wirsing

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