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Brandenburg/Havel AfD-Spitze droht Kritikern mit Rauswurf
Lokales Brandenburg/Havel AfD-Spitze droht Kritikern mit Rauswurf
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00:19 17.06.2017
Wird nicht klein beigeben: AfD-Kandidat Klaus Riedelsdorf. Quelle: Jacqueline Steiner
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Brandenburg/Havel

Es wird eng für den AfD-Kreis-Vize Daniel Schwarz und Axel Neumann, den früheren AfD-Schatzmeister von Brandenburg an der Havel. Beide hatten tags zuvor zum Aufstand gegen den Kreisvorstand der Alternative für Deutschland und insbesondere den Bundestagsdirektkandidaten Klaus Riedelsdorf geblasen.

Ihr Vorwurf: Riedelsdorf sei intellektuell nicht in der Lage, den Job als AfD-Bundestagskandidat zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Überdies sei die Kandidatur von Riedelsdorf, so Neumann, nur ein „Kündigungsschutzprogramm“ für ihn, damit er nicht auch noch seinen befristeten Vertrag als Landesgeschäftsführer der AfD verliere. In einer Pressemitteilung unter der Überschrift „Unterstützung für Frau Tiemann im Wahlkampf“ schrieb Daniel Schwarz weiter: „Auffallend waren seine zunehmend schrillen Thesen mit Hang zu Verschwörungstheorien!“

Nachfolger stünde bereit

Ulrich Szepat, der nach internen Querelen die AfD im Frühjahr verlassen hatte, diesen Austritt aber für unwirksam ansieht, hat nun die Einberufung einer Mitgliederversammlung mit dem Ziel beantragt, einen neuen Vorstand des Kreisverbandes der AfD in Brandenburg an der Havel zu wählen. Szepat: „Es zeigt sich immer deutlicher: Der Vorstand ist nicht in der Lage, den Kreisverband zu führen.“

Um dem Leiden ein Ende zu machen, stehe er, Szepat, auch als Kreisvorsitzender zur Verfügung und werde, wenn gewünscht, ebenso die Positionen des AfD-Pressesprechers und des AfD-Direktkandidaten für den Bundestag ausfüllen. Diese Bündelung von Posten ist im Übrigen ein Delikt, das die Kritiker Riedelsdorf vorwerfen, der in der Tat alle möglichen Ämter und Positionen bei der AfD einnimmt.

Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens

Am Dienstagabend traf sich der Vorstand des 26-köpfigen Kreisverbandes, der nur etwa zehn aktive Mitglieder in seinen Reihen hat. Das erklärte Ziel war: Die Einleitung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Schwarz und Neumann. Insbesondere der Umstand, dass Schwarz dazu aufgerufen habe, die Konkurrentin von der CDU statt des Parteifreundes zu wählen, wird ihm als parteischädigendes Verhalten ausgelegt.

Bis in den AfD-Landesvorstand nach Potsdam war der Knall aus Brandenburg zu hören. Sichtlich verärgert ob der Attacke gegen den Kandidaten reagierte der AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz.

Erhebliche Unruhe im Wahlkampf

Man werde auf den Angriff gegen den AfD-Kandidaten mit der gebotenen Härte reagieren, sagte Kalbitz. Der Aufstand gegen Riedelsdorf sorge „für nicht unerhebliche Unruhe im Wahlkampf.“ Er werde sich nicht dazu hinreißen lassen, sich auf das „niedrige Niveau der Kritiker“ herunter zu begeben. Aber er werde angemessen reagieren. Im Übrigen sei er überzeugt, dass es sich beim Angriff „gegen Riedelsdorf nicht um inhaltliche sondern persönliche Befindlichkeiten handelt“.

Das sieht Klaus Riedelsdorf ebenso. Er plädiert klar für Parteiausschlüsse: „Wie kann man nur so blöd sein, gegen den eigenen Kreisverband zu arbeiten.“ Er glaube nicht, dass Schwarz und Neumann bei der AfD noch eine Zukunft haben: „Aber – aufnehmen ist einfach, schwer ist, die Leute wieder loszuwerden.“ Bei Daniel Schwarz sehe er aber deutliche Ausschlussgründe, denn neben der Werbung für Tiemann gehe es ihm ja darum, ihn – Riedelsdorf – „maximal zu beschädigen und dummes Zeug über mich zu erzählen.“

Von Benno Rougk

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