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AfD-Trio sucht nach Verbündeten

Polit-Neuling, Ex-Tiemann-Wahlhelfer und SPD-Routinier AfD-Trio sucht nach Verbündeten

Axel Brösicke (38 Jahre/1127 Stimmen) bildet mit Klaus Peter Fischer (69 Jahre/634 Stimmen) und Jens Thielbeer (52 Jahre/476 Stimmen) die neue Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD). Die AfD war am 25. Mai auf 5,8 Prozent (3778) Stimmen gekommen und wird fünftgrößte Gruppe in der SVV. Die MAZ stellt die drei AfD Politiker vor.

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Quelle: J.Steiner

Brandenburg an der Havel. Der Chef der neuen Fraktion freut sich am meisten auf das Wiedersehen mit Ines Budick von Pro Kirchmöser in der Stadtverordnetenversammlung (SVV). „Frau Budick war früher meine Englischlehrerin und hat mir Steven-King-Bücher ausgeliehen“, erinnert sich Axel Brösicke (38), der bei der Kommunalwahl am 25. Mai im Wahlkreis Neustadt beachtliche 1127 Stimmen bekam.
Brösicke bildet mit Klaus Peter Fischer (69 Jahre/634 Stimmen) und Jens Thielbeer (52 Jahre/476 Stimmen) die neue Fraktion der Alternative für Deutschland (AfD). Die AfD war am 25. Mai auf 5,8 Prozent (3778) Stimmen gekommen und wird fünftgrößte Gruppe in der SVV.

Wer sind die Neuen?
Fraktionschef Axel Brösicke ist verheiratet und hat eine zehnjährige Tochter. Als Industriemechaniker bei den Heidelberger Druckmaschinen arbeitet er im Schichtdienst. Der 38-jährige Jiu-Jitsu-Trainer ist hinter Peter Pflock stellvertretender Leiter des Projektes „Kinder sind unschlagbar“.
Im Oberbürgermeister-Wahlkampf des Spätsommers 2011 hatte Brösicke noch die Werbetrommel für Dietlind Tiemann (CDU) gerührt und bei ihrer Wahlparty mit Pflock den Sicherheitsdienst gestellt. Nun, als politischer Konkurrent, bescheinigt er Tiemann, eine „nicht unerfolgreiche OB“ zu sein. Außer ihr und seiner Lehrerin Budick schätzt er in Brandenburgs Kommunalpolitik Alfredo Förster. Der sei schwierig, mache aber frech den Mund auf.

Axel Brösicke, der die Buga 2015 wegen der damit verbundenen Risiken kritisch sieht, möchte die AfD im Hauptausschuss vertreten und sucht mit seinen Kollegen die Zusammenarbeit mit allen Parteien. Brösicke: „Wir werden sehen, wer mit uns redet.“ Bei seinen Lieblingsthemen Bürgerhaushalt und Bürgerbeteiligung erkennt er in den Grünen naheliegende Verbündete, da diese das Thema erfunden hätten.
Klaus Peter Fischer aus Hohenstücken ist ein erfahrener Stadtverordneter. Der Diplom-Ingenieur war jahrzehntelang in der SPD aktiv. Als AfD-Vizefraktionschef legt er sein Augenmerk auf Wirtschaft und Finanzen. „Wir wollen mehr Demokratie durchsetzen“, kündigt Fischer an. Ihm imponiert Martina Marx (Grüne) wegen ihrer Beharrlichkeit und Unerschrockenheit. Politisch unbeleckt ist dagegen der derzeit arbeitslose Jens Thielbeer. Der gelernte Betriebsschlosser aus Nord kam durch seinen Nachbarn Manfred Friedrich zur AfD. Ironie der Geschichte: Thielbeer holte zehn Stimmen mehr als Friedrich und zieht daher an ihm vorbei in die SVV ein.

Sein Freund sei zwar ein bisschen verletzt gewesen wegen des verpassten Einzugs, werde aber wie Peter Pflock und Marcel Klein kommunalpolitisch als sachkundige Bürger für die AfD mitarbeiten.
Friedrich hatte Anfang des vergangenen Jahrzehnts die rechtsextreme DVU in Brandenburg geführt und war später bei dem Linken-Vorläufer WSAG aktiv. Brösicke versichert, dass in der AfD kein Platz sei für rechts- und linksextreme Einflüsse. Er sagt: „Wir sind nicht rechts und werden das beweisen. Wer bei uns mitmachen will, den gucken wir uns genau an.“ Die AfD will in allen Ausschüssen vertreten sein. Ihr Chef räumt ein, dass das Trio nicht zu allen Themen Stellung beziehen und „mit drei Mann nicht die Stadt umwerfen kann“. Brösicke: „Wir werden uns Knackpunkte suchen.“ Fischer deutete an, dass Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) bei seiner Wiederwahl mit AfD-Stimmen rechnen kann.

Von Jürgen Lauterbach

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