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AfD-Vize wirbt für CDU-Kandidatin Tiemann

Brandenburg an der Havel AfD-Vize wirbt für CDU-Kandidatin Tiemann

Im Mittelpunkt des Streits im Brandenburger Kreisverband der AfD steht der Direktkandidat für den Bundestag Klaus Riedelsdorf, der auch AfD-Landesgeschäftsführer ist. Ein Teil der AfD hält ihren Kandidaten nicht für geeignet in den Bundestag und ruft daher zur Wahl der CDU-Kandidatin Dietlind Tiemann auf.

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Steht im MIttelpunkt des Streits: Klaus Riedelsdorf

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H.. Mit 26 Mitgliedern der Brandenburger Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) ein kleines Völkchen. Was nicht bedeutet, dass es ein friedliches ist. Im Gegenteil: Nach langen Richtungsstreitigkeiten ist der Kreisverband der AfD in mehrere Lager aufgespalten, teilt der Vize-Kreischef Daniel Schwarz in einer Pressemitteilung mit.

Im Mittelpunkt des Streits steht der Direktkandidat für den Bundestag Klaus Riedelsdorf, der auch als Landesgeschäftsführer in Potsdam für die AfD arbeitet. In Plaue hat sich um Schwarz und den früheren AfD-Schatzmeister Axel Neumann ein Stammtisch gebildet, von dem aus der Widerstand gegen Riedelsdorf und die ihn stützende Mehrheit des AfD-Kreisverbandes organisiert wird. Wobei die Mehrheiten überschaubar sind. Von den 26 Mitgliedern im Kreisverband sind nur zehn aktiv, sagt der Vorsitzende der AfD in Brandenburg Ulf Insel, der weitgehend im Hintergrund agiert.

Für Insel sind die Vorwürfe von Schwarz und Neumann „totaler Schwachsinn“. Es gäbe keinen Anlass an Riedelsdorf zu zweifeln. Er habe „tierische Ahnung“ und sei mit „überwältigender Mehrheit zum Direktkandidaten gewählt worden.“ Wenn Daniel Schwarz nun gegen Riedelsdorf mobil mache, dann nur, weil er selbst gern Kandidat geworden wäre, so Insel.

Das sei gar nicht der Grund, sagt Schwarz. Riedelsdorfs Unfähigkeit, Parteimitglieder in den Wahlkampf einzubinden, der Umstand, dass er zunehmend beratungsresistent sei und seine „zunehmend schrillen Thesen mit Hang zu Verschwörungstheorien“, seien der Grund, warum man Riedelsdorf künftig nicht mehr unterstützen werde.

Riedelsdorf schotte sich und einen kleinen Kreis an Parteimitgliedern ab, andere AfD-ler würden nicht mehr eingeladen oder erhielten prophylaktisch Hausverbot, damit er kritischen Nachfragen aus dem Weg zu gehe. Daniel Schwarz schreibt als Vize-Kreischef: „Ich halte es für die Stadt Brandenburg für das Beste, wenn Dietlind Tiemann gewählt wird. Daher hat sie auch meine aktive Unterstützung und die vieler Mitglieder aus dem AfD Kreisverband Brandenburg.“ Tatsächlich hätten die CDU und die AfD große Schnittmengen, räumt auch Ulf Insel ein. Allerdings gehe er nicht soweit wie sein Vize, dass man die CDU im Wahlkampf unterstütze, sagt er.

Ganz einig scheint sich auch die Opposition gegen Riedelsdorf nicht zu sein. Axel Neumann, der den Plauer AfD-Stammtisch führt, meint, „Riedelsdorf ist der Aufgabe intellektuell einfach nicht gewachsen. Weder als Kandidat noch als Landesgeschäftsführer, wo sein Vertrag wohl auch auslaufen soll.“

Mit einem Mann wie Riedelsdorf an der Spitze kommen wir nie in die Bürgerliche Mitte, glaubt AfD-Mann Neumann. Riedelsdorf müsse angreifen und nicht ständig „Elogen auf Tiemann singen“, sagt er weiter. Das weist Klaus Riedelsdorf zurück. Es sei nicht seine Art, Tiemann persönlich anzugreifen auf lokalem Gebiet. In der Bundespolitik sei das anders: „Da bekämpfen wir die CDU unerbittlich.“ Er sei sich seiner Mehrheit unter den AfD-Mitgliedern zudem sicher und leiste auch in der Lokalpolitik Widerstand. Als Beispiel nennt er – etwas überraschend – seine Haltung zur Bebauung des Packhofes.

Dafür sei er zwar im Grundsatz. Doch von dem Projektentwickler Premero „bin ich nicht mehr überzeugt.“ Der habe keine vernünftigen Referenzen und Finanzierungszusagen vorweisen können. Zu Jahresanfang hätten Tiemann und die CDU „furchbar Druck gemacht. Alles sollte schnell gehen.“ Jetzt werde das Projekt „auf die lange Bank geschoben. Die Bürgerbefragung ist nur noch als PR gedacht, um im Wahlkampf nicht zu stören.“

Er fordere Tiemann auf, zu bekennen, „dass das Ding gestorben ist, weil auch wir nicht mehr von der Seriosität des Investors überzeugt sind. Aber sie versucht Zeit zu gewinnen.“ Ob dieser Vorstoß gegen seine Konkurrentin ausreicht, die Kritiker in den eigenen Reihen zu befrieden, bleibt abzuwarten.

Von Benno Rougk

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