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Brandenburg/Havel Agentenzentrale lässt alte Liebe zum Preisskat wieder aufleben
Lokales Brandenburg/Havel Agentenzentrale lässt alte Liebe zum Preisskat wieder aufleben
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17:10 06.01.2019
Gepflegtes Blatt auf der Hand: Preisskat in der Agentenzentrale. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Irgendwann kommt wohl alles wieder zurück. „Genau in diesem Lokal habe ich schon mal gewonnen“, sagt Peter Pflock, „vor 30 Jahren, als Werner Hiller der Wirt war und zum Preisskat eingeladen hatte“. Damals hieß die Kneipe in der Kurstraße/Ecke Gorrenberg noch „Adlerbräu“ und nur im Volksmund „Agentenzentrale“, heute heißt das Lokal in der Brandenburger Innenstadt offiziell so und holt mit dem Preisskat eine ziemlich alte Spielart der Geselligkeit wieder heraus.

Beim Turnier am Sonntagnachmittag wollen es zwei Frauen und zehn Männer wissen. An vier Tischen sitzen sie konzentriert über die Karten gebeugt und sehen zu, dass die anderen möglichst keinen Stich sehen. Peter Pflock tritt gegen Burkhard Stiebing und Thoralf Pötsch an. „Wir haben uns dafür zusammentelefoniert“, erzählt Stiebing.

Los geht’s: Burkhard Stiebing, Peter Pflock und Thoralf Pötsch (von links) haben ihren Spaß. Quelle: Rüdiger Böhme

Warum er den Sonntagnachmittag ausgerechnet in einer Raucherkneipe mit Skat verbringt? „Einfach weil die Gelegenheit da war“, sagt Pötsch und sortiert die Karten in seiner Hand. Früher habe er eigentlich sehr gern Skat gespielt, doch sei lange nicht mehr dazu gekommen. An einem Preisskat hingegen habe er sich noch nie beteiligt.

Für Stiebing liegt der letzte Preisskat „bestimmt 20 Jahre zurück“. Auch wenn die Männer heute nur noch sehr selten zu den Spielkarten greifen – die Regeln beherrschen sie ohne großen Anlauf, gelernt ist gelernt.

Mehr über die Agentenzentrale, die vor eineinhalb Jahren neu eröffnete

Die Idee zu diesem Turnier stammt von Sandro Kirmse. „Da musste erst ein Sachse kommen“, sagt er und meint sich. Im September 2017 war Kirmse in die Havelstadt gezogen. Schon zu Schulzeiten habe er Skat gespielt. Sein Vorschlag, ein Turnier auf die Beine zu stellen, kam bei der Kneipenwirtin gut an. Im Herbst vergangenen Jahres waren 15 Spieler bei der Premiere dabei. „Das lief so gut, dass wir uns gleich auf den nächsten Termin verständigt haben“, berichtet Kirmse.

Und der Gewinn? Weit und breit kein Tisch mit dicken Würsten, Bierfäßchen und blitzenden Pokalen. „Hier zahlt jeder sein Startgeld von 5 Euro ein. Daraus bestreiten wir am Ende das Preisgeld“, sagt Kirmse, mischt die Karten und teilt aus.

In einer Skat-Familie groß geworden

An seinem Tisch sitzt Janina Schreck. Der Deutschen liebstes Kartenspiel ist ihr nie fremd gewesen. „Ich bin in einer Skat-Familie groß geworden“, erzählt sie. Ihr Vater und ihr Großvater hatten ihr gezeigt, wie das Spiel funktioniert und worauf man achten sollte, um möglichst viele Stiche zu bekommen und schließlich die meisten Punkte. So sehr sie mit Skat auch vertraut sei: „Das hier ist mein allererstes Turnier.“

Ruhig und entspannt geht es an den vier Tischen zu. Keiner flucht, keiner drischt die Karten auf den Tisch und freut sich übermäßig, die anderen übertrumpft zu haben. Wer Skatturniere in Kneipen vor einigen Jahrzehnten im Kopf hatte, findet sich in der „Agentenzentrale“ in einer anderen, kultivierteren Welt wieder.

Aber warum ausgerechnet Skat? Ist Poker nicht viel spannender? Peter Pflock schüttelt den Kopf. Er ist überzeugt: „Skat ist ein ehrliches deutsches Spiel“. Na denn...

Von Heiko Hesse

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