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Alfredo Förster will SPD-Genosse werden

Der ehemalige Linken-Vormann wechselt zum früheren Gegner Alfredo Förster will SPD-Genosse werden

Einer der profiliertesten und umstrittensten Kommunalpolitiker der Stadt hat sich eine neue politische Heimstatt gesucht: Der ehemalige Linkspartei-Vormann Alfredo Förster hat seine Beitrittserklärung zur SPD abgegeben.

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Probetragen: Alfredo Förster mit einem Mitgliedsbuch der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands.

Quelle: André Wirsing

Brandenburg an der Havel. "Nach einem guten und intensiven politischen Gedankenaustausch hat der altgediente Kommunalpolitiker und Vorsitzende der SVV-Fraktion ,Die Roten' Alfredo Förster auf eigenen Wunsch am 17. Oktober eine Beitrittserklärung unterzeichnet", heißt es in einer von vier Sozialdemokraten unterschriebenen Erklärung. Die Unterzeichner sind die Ortsvereins-Chefs Carsten Eichmüller (Plaue/Kirchmöser) und Daniel Keip (Neustadt), Vizechef Rüdiger Pogadl (Altstadt/Nord) sowie der Stadtverordnete Udo Geiseler. Über die endgültige Aufnahme müsse allerdings der zuständige Ortsverein Neustadt entscheiden.

Mit Förster bekomme die SPD ein erfahrenes und bürgernahes Mitglied. Er könne sie "kommunalpolitisch stärken, wenn er sich zukünftig als Teamspieler erweist", fügen sie vorsichtshalber hinzu. Nicht grundlos: Förster gilt als schwer berechenbar, jahrelang bekämpfte er als Partei- und Fraktionschef der PDS/Linken die Sozialdemokraten. Auch die Abwahl von SPD-Bürgermeister Norbert Langerwisch Anfang 2005 kam nur mit seiner Stimme zustande, die die Mehrheit für Langerwischs Rauswurf aus dem Rathaus sicherte. Seit 2007 allerdings waren sich Förster und Langerwisch als die treibenden Kräfte für ein Bebauen des ehemaligen Stärkefabrik-Areals mit einem Edeka-Center wieder einig. Zeitweise kam eine so genannte Zählgemeinschaft beider Fraktionen plus kleinerer Gruppen zustande.

Hernach überwarf sich Förster mit seiner alten Fraktion, Anfang 2012 überstand er mehrere Abwahlversuche. Erst danach zog er sich Ende Februar 2012 zurück und gründete mit Anne-Katrin Gabrysiak die Mini-Fraktion "Die Roten". In diesem Sommer gab er auch sein Linken-Parteibuch ab.

Spannend dürfte nun die Kräfteverteilung in der Stadtverordnetenversammlung sein. Sollten sich die Fraktionen von SPD und Roten zusammenschließen, hätten sie zusammen 14 Mitglieder ‒ genauso viel wie die CDU. Dann könnte bei den Sitz- und Vorsitz-Zuteilungen für die Ausschüsse neu gewürfelt werden, weil dann die Gesamtstimmen der vorigen Kommunalwahl über die Plätze entscheiden würde. Förster erzielte im September 2008 mit 2391 Stimmen allein das fünftbeste Ergebnis hinter Dietlind Tiemann (CDU), Ralf Holzschuher, Margrit Spielmann (beide SPD) sowie Matthias Osterburg (Linke).

Das dürfte auch eine Überlegung der Sozialdemokraten sein, die im Mai 2014 zur Kommunalwahl unbedingt stärkste Fraktion werden will. "Es ist gut, dass Alfredo Förster erkannt hat, dass die SPD die politische Alternative und die Stimme der sozialen Vernunft in der Havelstadt ist", schwärmen die Unterzeichner der Erklärung. In ihrem Übermut knüpfen sie daran Hoffnungen: "Davon geht ein in die Zukunft weisendes politisches Signal aus, dem noch weitere folgen werden", schreiben sie mit Blick auf die geschwächte und seit geraumer Zeit weitgehend sprachlose Linke.

Von André Wirsing

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