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Alle Vögel sind schon weg? Zählen hat begonnen

Brandenburg an der Havel Alle Vögel sind schon weg? Zählen hat begonnen

Wie viele Wasservögel gibt es in Brandenburg an der Havel und Umgebung? Die Zählung der Federtiere hat begonnen.In Brandenburg koordiniert das Monitoring, das in der Havelstadt allmonatlich von Oktober bis April stattfindet, der Naturschutzbund (NABU) mit seiner Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen. Die Ergebnisse werden mit Spannung erwartet.

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Auf Beobachtungsposten: Sigrid Weigmann und Inge Wiese im Einsatz beim Wasservögelzählen an der Brandenburger Stadtschleuse.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Aufmerksam verfolgen Sigrid Weigmann und Inge Wiese die Bewegungen im Wasser. Gemeinsam mit Laura Hütter haben sie sich vor wenigen Minuten am Wehr in der Grabenstraße auf den Weg durch den Theaterpark gemacht, um die Vögel auf und entlang der Havel, deren Nebenarmen und Abzweigungen im Stadtgebiet zu zählen. Doch noch will sich an diesem Morgen keine Ente oder Möwe blicken lassen.

Seit Ende der sechziger Jahre werden deutschlandweit in den Wintermonaten in vielen lokalen und regional bedeutenden Gewässern Vogel- beziehungsweise Rastvogelerfassungen durchgeführt. Die Organisation erfolgt durch den Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA). Eingebunden ist das Monitoring im International Waterbird Census (IWC), dessen Ergebnisse regelmäßig von Wetlands International ausgewertet und publiziert werden. In Brandenburg koordiniert das Monitoring, das in der Havelstadt allmonatlich von Oktober bis April stattfindet, der Naturschutzbund (NABU) mit seiner Arbeitsgemeinschaft Berlin-Brandenburgischer Ornithologen (ABBO). An die übermittelt auch Sigrid Weigmann die Zahlen, die Sie während der rund zweistündigen Tour entlang der Havel in ein kleines Notizbuch notiert.

Sigrid Weigmann ist seit einem Jahr Vogelzählerin und leitet die Zahlen später weiter

Sigrid Weigmann ist seit einem Jahr Vogelzählerin und leitet die Zahlen später weiter. Laura Hütte ist erstmals dabei.

Quelle: Britta Kessing

Wenige Meter weiter hinter dem Theater kommt es erstmals an diesem Tag zum Einsatz. „Ich habe sieben und drei“, sagt Laura Hütter mit Blick auf die Enten, die unweit der Sportschleuse schwimmen - männliche und weibliche Tiere werden gesondert gezählt. Erhoben wird zudem, um welche Art es sich bei den Wasservögeln handelt. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen. Laut kreischend fliegen die Möwen an der Luckenbergerbrücke durch die Luft. Mit bloßem Auge sind kaum mehr als weiße Punkte zu erkennen.

„Die eine hat einen gelben Schnabel mit rotem Fleck“, sagt Sigrid Weigmann triumphierend, „eine Silbermöwe“. Mit dem Fernglas haben sie und Inge Wiese zwar einen guten Blick auf die Vögel, den Überblick bei dem Durcheinander am Himmel zu behalten, fällt aber auch ihnen nicht leicht. Zudem sei bei den Tieren eine genaue Zuordnung schwierig, so die beiden. Zur Hand hat Sigrid Weigmann deshalb auch eine Liste, auf der die Farben von Kopf, Schnabel, Beinen und Füßen der einzelnen Arten festgehalten sind.

Wesentlich unkomplizierter sei das Zählen der Blessralle, erklärt Wiese. „Die kann man kaum verwechseln.“ Blicken lassen sich die schwarzgefiederten Tiere mit weißer Blesse an diesem Tag jedoch nicht, dafür aber einige Schwäne, Reiher und Haubentaucher. Mit großem Abstand liegen zahlenmäßig aber wieder die Enten und Möwen vorn – jeweils rund 200 sind laut Weigmann im Stadtgebiet rund um die Havel beheimatet.

Hundert- wenn nicht gar tausendfach dürfte Inge Wiese sie inzwischen gezählt haben. Die 79-Jährige ist seit mehreren Jahren als Vogelzählerin aktiv. „Ich war auf der Suche nach einer neuen Freizeitbeschäftigung“, sagt sie. Seit einem Jahr zählt inzwischen auch Sigrid Weigmann (74) mit. Für Laura Hütter ist es indes die erste Wasservogelzählung. „Ich mag Enten einfach“, so die 20-jährige Wirtschaftsstudentin, die sich durchaus vorstellen kann, mal wieder mitzumachen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am 12. November. Los geht es wieder um 9 Uhr am Wehr in der Grabenstraße über Luckenberger- und Jahrtausendbrücke bis hin zum Dom und Steintorturm.

Von Britta Kessing

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