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Alte Sägen und viele Späne in Görzke

Tag des Waldes Alte Sägen und viele Späne in Görzke

Späne wirbeln wild durch die Luft, während sich die Säge lautstark durch eine Roteiche frisst. Interessiert beobachteten Besucher auf dem Görzker Handwerkerhof am Wochenende, wie Michael Fröhlich und Olaf Jensen aus einem Baumstamm einen Hasen und eine Wildschweinrotte mit der Säge schnitzen. Sie hatten zum tag des Waldes geladen.

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Quelle: Johanna Uminski

Görzke. Späne wirbeln wild durch die Luft, während sich die Säge lautstark durch eine Roteiche frisst. Interessiert beobachten die Zuschauer auf dem Handwerkerhof, wie Michael Fröhlich und Olaf Jensen aus einem Baumstamm kunstvoll einen Hasen und eine Wildschweinrotte mit der Säge schnitzen. An einem anderen Stand stehen Kinder neugierig vor den ausgestopften Tieren, die der Jagdverband Belzig e.V. mitgebracht hat.

Bereits zum zweiten Mal veranstalteten der Förderverein Görzke, das Forst- und Jagdmuseum und die Gemeinde am Wochenende im Töpferort den Tag des Waldes. Er lockte dieses Mal 350 Gäste an. Informativ und unterhaltsam war, was vor Ort geboten wurde.

Für Kornelia und Manfred Uhl ist der Besuch ein Muss. „Ich bin technisch interessiert und wollte mir die Veranstaltung anschauen“, sagt der Raumausstatter. Außerdem betreffe das Thema Wald das Leben aller, so der Einheimische weiter. Ein Thema, das die Jüngsten interessiert und anspricht. „Ich bin gerne im Wald“, sagt der 10-jährige Schüler Oli Folkmann. Der Jagdverband ist gleich nebenan auf Nachwuchssuche. Wichtig sei der Wald für Flora und Fauna, erklärt Schatzmeister Ralf Kulp. Außerdem sei der Forst ein wichtiger Klimaspeicher und Klimafilter. „Ohne den Wald kann der Mensch nicht leben“, resümiert der Vorsitzende Lutz Dikall aus Werbig, der hauptberuflich ein Förster ist. Für ihn ist immer Tag des Waldes.

15 Jahre Handwerkerhof

Görzke hat rund 1300 Einwohner, wurde 1161 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit dem 18. Jahrhundert durch das Töpferhandwerk bekannt geworden.

Bei dem Handwerkerhof handelt es sich um ein ehemaliges Rittergut. Darin befand sich bereits 1890 eine Stärkefabrik. In den 30er Jahren erfolgte die Vergrößerung und Modernisierung der Technik. Die doppelwirkende Hochdruck- Dampfmaschine existiert noch heute.

1993 begann die Rekonstruktion mit Geld aus einem Förderprogramm der Europäischen Union. Ostern 2001 konnte der Handwerkhof eröffnet werden, auf dem sich ein Puppenmuseum, die Modellabteilung, das technische Museum und der Hofladen mit typischen Produkten aus der Region befinden.

Sägen dürfen bei solcher Aktion nicht fehlen. Ein Schmuckstück hat Peter Schlicht aus der Nähe von Oldenburg mitgebracht. Der gelernte Forstwirt sammelt Oldtimer schon seit seiner Kindheit. „Angefangen habe ich mit Motorrädern, dann mit Motorsägen und Traktoren“, sagt der als Heilpädagoge tätige Niedersachse. Zur Veranstaltung hat er eigens seine Dargsaw - eine Fuchsschwanzsäge – aus den 30er Jahren mitgebracht. Gebaut wurde das Kleinod in der englischen Stadt Bristol. „Ich habe Zuhause noch eine aus den 20er Jahren“, sagt Peter Schlicht stolz. Ein weiterer Blickfang ist das Horizontalsägegatter aus dem Jahr 1898, das voll funktionsfähig und gut erhalten ist. „Die Säge kann einen Baumstamm bis zu einem Durchmesser von einem Meter durchschneiden“, sagt Hartmut Ott. Der ehemalige Arbeitslehrer aus dem Magdeburgerforth beherrscht die Technik nach wie vor. Für die Veranstaltung wurde das horizontale Sägegatter nach über 13 Jahren wieder zum Laufen gebracht. „Die Säge stand mal in der Stuhlfabrik in Werder/Havel“, weiß Wolfram Schulz.

Der Forstingenieur freut sich, dass zur zweiten Ausgabe der Veranstaltung Jung und Alt nicht nur aus der näheren Umgebung gekommen sind. „Wir haben Besucher aus Berlin und Potsdam.“ Der Tag des Waldes liegt dem 79-Jährigen am Herzen. „Wir Menschen rücken immer weiter von der Natur ab – es geht darum, auch den künftigen Generationen mit diesem Tag und dem Forst- und Jagdmuseum die Waldarbeit und die dazugehörige Forsttechnik näher zu bringen.“ Daher engagiert sich der Rentner für Kooperationen von Kindergärten und Schulen mit dem Forst- und Jagdmuseum, das noch zu selten in den Fokus gerückt werde. „Und Kinder sind in der Natur kreativer“, sagt der Waldliebhaber. Da kommt gar der Senior manchmal ins Staunen.

Von Johanna Uminski

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