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Altengrabower Wolfsrudel wird immer größer

Nachwuchs auf dem Übungsplatz Altengrabower Wolfsrudel wird immer größer

Die Altengrabower Wölfin hat wieder Junge bekommen. Zwei ihrer im Frühjahr geborenen Welpen tappten vor wenigen Tagen im Brandenburger Teil des Truppenübungsplatzes in eine Fotofalle. Weil nicht mehr alle Jährlinge abwandern, dürfte das Altengrabower Rudel das zahlenmäßig stärkste Rudel in Deutschland sein.

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Zwei diesjährige Wolfswelpen erkunden den Brandenburger Teil der Altengrabower Heide.

Quelle: Landesumweltamt Brandenburg

Altengrabow. Die im Frühjahr geborenen Welpen der Altengrabower Wölfe sind schon flott unterwegs. Bilder einer Fotofalle zeigen zwei Junge, wie sie durch die Heidelandschaft des Truppenübungsplatzes schnüren. Die nur wenige Tage alten Aufnahmen entstanden auf dem Brandenburger Teil des Militärareals. Und zwar im Nordosten, wo die mittelmärkischen Dörfer Dretzen und Hohenlobbese angrenzen. Experten vermuten nun, dass sich die Altengrabower Alt-Wölfin einen neuen Wurfplatz gesucht hat. Bisher hatten die Wölfe ihre Höhle im südlichen Bereich des 9000 Hektar großen Bundeswehrgeländes.

Entwicklung wird beobachtet

Seit 2009 ist ein Rudel auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow heimisch. Seitdem wurden dort über 50 Junge aufgezogen. Wolfswelpen kommen Ende April/Anfang Mai in einer von den Wölfen gegrabenen Höhle zur Welt. Es sind meistens vier bis sechs Jungtiere.

Mit einem so genannten Monitoring behalten die Experten der Landesumweltämter Sachsen-Anhalt und Brandenburg und des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt die Entwicklung des Wolfsbestandes auf dem Platz im Blick. Wölfe sind in Deutschland streng geschützt.

„Es kommt schon mal vor, dass die Tiere ihren Wurfplatz wechseln und sich neue Höhlen anlegen“, sagte Klaus Puffer der MAZ auf Nachfrage. Er ist Wolfsbeauftragter des Bundesforstbetriebes Nördliches Sachsen-Anhalt. Ob der wieder zunehmende Übungsbetrieb im anhaltinischen Bereich des Platzes zu einer Vergrämung der Wölfe auf brandenburgisches Territorium führte, ist dagegen unklar. Wie berichtet, wird derzeit wieder verstärkt mit schwerer Artillerie und Mörsern in Altengrabow geübt. Am Dienstag kam es erstmals zu scharfen Bombenabwürfen durch Tornados. Wolfsbeauftragter Puffer vermag nicht auszuschließen, dass die Räuber in diesem Zusammenhang einen größeren Bogen um das Zielgebiet machen.

Seit 2009 gibt es in Altengrabow die selben Elterntiere. Wie hoch die Zahl der Welpen in diesem Frühjahr insgesamt ist, lässt sich derzeit nicht mit Sicherheit sagen. In die Fotofalle tappten zwei junge Wölfe, gesehen worden sollen aber schon drei Welpen. Das wären weniger als in den Vorjahren. Denn die Altengrabower Wölfin gilt als die produktivste in ganz Deutschland. Sie hat seit ihrer Ankunft auf dem Übungsplatz über 50 Jungen das Leben geschenkt. Viele Nachkommen haben an anderer Stelle ein neues Rudel gegründet.

Das sind vier Wolfswelpen aus dem Jahrgang 2015

Das sind vier Wolfswelpen aus dem Jahrgang 2015.

Quelle: Axel Gomille

So lebt auf dem Truppenübungsplatz Bergen in Niedersachsen ein Geschwisterpaar aus Altengrabow. Die Fähe auf dem Truppenübungsplatz Lehnin stammt aus Altengrabow. Über deren Nachwuchs in 2016 ist noch nichts bekannt. Altengrabower Wurzeln hat der Rüde aus der Annaburger Heide (Elbe-Elster). Vom Übungsplatz stammt auch die Fähe vom Wolfsrudel Göritz-Klepzig im mittelmärkischen Süden. Eine Wölfin aus Altengrabow hat es sogar bis zur Chefin des Cuxhavener Rudels geschafft.

Eine Besonderheit gibt es neuerdings im Grenzgebiet zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Normalerweise lösen sich etwa einjährige Jungwölfe vom elterlichen Rudel, um sich weit entfernt eigene Reviere zu suchen. So jedenfalls die bisherige Lehrmeinung. Dagegen wurde nachgewiesen, dass sich im Monitoringjahr 2014/15 auch mehrjährige Wölfe aus dem selben Rudel immer noch in Altengrabow aufhalten.

„Zeitweilig handelt es sich um bis zu 20 verschiedene Wölfe, die genetisch alle aus einer Linie stammen“, teilte Wolfsbeauftragter Puffer mit. Damit dürfte das Altengrabower Rudel zahlenmäßig das stärkste Rudel in Deutschland sein. Was das bedeutet, ist noch unklar. Möglicherweise stößt die Reviersuche der Jungwölfe langsam aber sicher an flächenmäßige Grenzen. Für das Monitoringjahr 2015/16 laufen die Genetikuntersuchungen im Auftrag der Landesumweltämter Brandenburg und Sachsen-Anhalt noch.

Von Frank Bürstenbinder

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