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Amtshaus Golzow steht noch immer leer

Seit der Hüllensanierung vor 15 Jahren fehlt eine Nutzung Amtshaus Golzow steht noch immer leer

Auf dem Gelände des einstigen Gutshofes derer von Rochow bahnt sich eine bauhistorische Tragödie an. Das erste Landratsgebäude im heutigen Potsdam-Mittelmark droht erneut zu einem Pflegefall zu werden. Die Gemeinde hat kein Geld für den notwendigen Innenausbau. 

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Vertreter der Landesheimatverbände aus ganz Deutschland besuchen das Amtshaus Golzow. Seit einer Hüllensanierung steht es leer.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Golzow. Es handelt sich um ein in den 1990er-Jahren rohbaufertig saniertes und gesichertes Fachwerkhaus aus dem Jahr 1717, das 1833 mit einem Anbau verlängert wurde. Das der Gemeinde Golzow gehörende Baudenkmal steht leer. Zum Innenausbau kam es nie. Eine Nachnutzung ist bis heute nicht in Sicht.

"Die haben sich in 15 Jahren um nichts gekümmert", ärgert sich Nico Martens von den Golzower Heimatfreunden über Kommune und Verwaltung. Doch Brücks Amtsdirektor Christian Großmann erinnert an andere Verpflichtungen: "Golzow wirtschaftet seit Jahren mit einem Haushaltssicherungskonzept, unterhält eine Schule und eine Kita. Da haben Pflichtaufgaben Vorrang." Überdies habe die Gemeinde mit der in Sichtweite gelegenen Alten Brennerei einen weiteren Immobilienklotz am Bein, für den nach einem neuen Betreiber gesucht werde, so Großmann (MAZ berichtete).

Jetzt bot der Deetzer Architekt Chris Rappaport im Rahmen einer Besichtigung des Amtshauses mit Geschäftsführern der Landesheimatverbände seine Hilfe an, wenn es um Zukunftslösungen für das Ensemble geht. Unter der Leitung Rappaports wurde das Amtshaus nach der Wende mit Fördermitteln vor dem Verfall gerettet. Doch der Leerstand tut dem Haus nicht gut. "Frische Farbe wäre auch schon wieder fällig", bedauert der Architekt. Bauhistoriker Klaus-Dieter Zschech kann sich viele Arten der Nutzung vorstellen, doch der Investitionsaufwand ist noch beträchtlich.

Ideen gab es viele: Vereinsräume, Bibliothek, Heimatstube und Bürgermeisterbüro. Doch Bürgermeister Ralf Werner machte klar, dass die Gemeinde kein neues Fass aufmachen wird: "Golzow hat kein freies Geld. Wir sind schon froh, dass wir einen Käufer für die ehemalige Dorfschule gefunden haben." Heidi Gerber von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz appellierte an die Kommune, sich des historischen Erbes anzunehmen: "Wer hat so etwas schon? Denkmäler sind kein Ballast, sondern kulturhistorischer Reichtum, der nicht mit Geld aufzuwiegen ist." Eine Lösung für das leere Fachwerkhaus ist jedoch in weiter Ferne. Amtsdirektor Großmann mag auch nicht an eine gewerbliche Nutzung glauben: "Es gibt Gewerberäume, die preisgünstiger herzurichten sind." Das Amtshaus diente bis zur Wende für Wohnzwecke. Errichtet worden war es ursprünglich als Verwaltung für den kurbrandenburgischen Landkreis Zauche.

Von Frank Bürstenbinder

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