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Brandenburg/Havel Andreas Kalbitz schönt seinen Lebenslauf
Lokales Brandenburg/Havel Andreas Kalbitz schönt seinen Lebenslauf
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02:15 30.09.2017
Andreas Kalbitz hat nie wirklich Informatik studiert. Quelle: dpa
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Brandenburg/H

Andreas Kalbitz ist AfD-Landtagsabgeordneter in Brandenburg und Vorsitzender der Partei im Land Brandenburg. Doch mit seinen biografischen Angaben nimmt er es nicht so genau. Ein kleiner Schwindel fliegt jetzt auf: Sein angebliches Studium der Informatik an der Fachhochschule Brandenburg/Havel im Jahr 2008 hat nicht stattgefunden.

Auf den Internetseiten des Landtags findet sich im Lebenslauf des Medienkaufmanns Andreas Kalbitz folgender Eintrag: „2008 Studium der Informatik an der FH Brandenburg.“ Doch das ist nachweislich falsch.

Richtig ist nur, dass der heutige Landeschef der AfD zwischen 2005 und 2007 an der Fachhochschule Brandenburg (FHB) eingeschrieben war. Wirklich studiert hat er jedoch weder Informatik noch irgend etwas anderes. Vielmehr legte er keine einzige Prüfung ab und wurde daher am 17. Juli 2007 nach vier Semestern des Nichtstudierens exmatrikuliert, also nicht weiter als Student jener Fachhochschule geführt, die sich vor wenigen Jahren in Technische Hochschule umbenannt.

Noch nicht mal ein „Ticketstudent“

Nicht nur die Brandenburger Hochschule spricht bei Leuten, die sich nur einschreiben, aber keine Vorlesungen und Seminare besuchen und auch keine Prüfungen ablegen, von „Ticketstudenten“. Denn viele von ihnen haben es gar nicht auf eine akademische Ausbildung, sondern nur auf die Semesterfahrkarte abgesehen. Sie berechtigt Studenten, Busse, Straßenbahnen und Regionalzüge eine ganzen Region für wenig Geld zu nutzen.

Kalbitz hält dagegen, er habe die Billigtickets gar nicht nötig gehabt, da er sich nach seiner Dienstzeit als Fallschirmjäger bei der Bundeswehr in der Berufsförderzeit befunden habe.

„Ich war mal dort“

Der AfD-Politiker misst dem Eintrag in seinem Lebenslauf keine besonders hohe Bedeutung bei. An das genaue Jahr, in dem er an der FHB eingeschrieben war, könne er sich nicht mehr erinnern. „Und ich habe nie behauptet, dass ich das Studium beendet hätte und das ergibt sich auch aus dem Zeitablauf meines Lebenslaufes“, sagt der Landeschef der AfD. Er bestätigt, dass er sich keiner Prüfung an der Hochschule unterzogen habe.

Im Übrigen hat Kalbitz eigenen Angaben zufolge bald danach den Einstieg ins Berufsleben vollzogen. Er habe zuletzt mit seinem IT-Consulting für Mercedes, BMW und andere große Unternehmen erfolgreich gearbeitet.

Immerhin hat Kalbitz, den seine Partei im April zu ihrem Landesvorsitzenden gewählt hat, das Hochschulgebäude aber schon von innen gesehen. „Ich habe zwar nie wirklich studiert, war aber mal dort und habe auch mit einer Professorin gesprochen“, versichert er. An Namen von Professoren und Dozenten der Fachhochschule kann er sich nicht erinnern.

Der gebürtige Münchner Andreas Kalbitz hatte im April 2017 Alexander Gauland als Landesvorsitzender der AfD beerbt. Anfang der 1990er Jahre hatte er sich zunächst in der Jungen Union und in der CSU politisch engagiert, 1993 wechselte er für ein Jahr zu den „Republikanern“. Im März 2013 schloss er sich der AfD an. Beobachtern gilt er als Rechtsaußen der Brandenburger AfD, ein Etikett das er zurückweist.

Von Jürgen Lauterbach

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