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Brandenburg/Havel Angehörige kommen zum Gedenktag
Lokales Brandenburg/Havel Angehörige kommen zum Gedenktag
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02:16 01.05.2017
Im Athener Telefonbuch hat Alexios Ntetoratis Exarchou den ehemaligen Zuchthaus-Zwangsarbeiter Apostolos Papagelu (93) aufgespürt und dann interviewt. Quelle: Volkmar Maloszyk
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Brandenburg/H

Apostolos Papagelu ist 93 Jahre alt und lebt in Athen. Hass gegen die Deutschen verspürt der Mann nicht, der im Juni 1944 als Zwangsarbeiter im Brandenburger Zuchthaus landete. Ein fast siebzig Jahre jüngerer Landsmann hat Papagelus Geschichte der Nachwelt gesichert. Alexios Ntetoratis Exarchou (24) bringt auch sonst viel Licht ins dunkle Kapitel Zwangsarbeiter.

Der 27. April hat für manche alten Männer in Griechenland eine besondere Bedeutung. Es war im Jahr 1945 der Tag, an dem Soldaten der Roten Armee sie aus dem Zuchthaus auf dem Görden befreiten.

Apostolos Papagelu greift an diesem Tag zum Telefon und spricht mit den wenigen noch lebenden Leidensgenossen jener Zeit. Zum 72. Jahrestag der Befreiung am Sonntag um 13.30 Uhr an der Gedenkstätte Zuchthaus Görden kann er leider nicht kommen. Doch Angehörige von fünf griechischen Zwangsarbeitern nehmen an der öffentlichen Gedenkveranstaltung teil, darunter die Tochter von Apostolos Stavropoulos (1926-2014). Sie wird über die Erinnerungen ihres Vaters berichten, der im Zuchthaus Brandenburg die Hilfe des Mitgefangenen Erich Honecker erfahren hatte. Beide trafen sich an einem Jahrestag in den 80-er Jahren.

Der von den Deutschen verhaftete Partisan landete über Auschwitz und andere Umwege im Griechenlager der Arado-Flugzeugfabrik. Er war einer von 282 Griechen im Alter zwischen 14 und 62 Jahren, die in vier Transporten 1944 ins Zuchthaus geschafft worden waren. In seinen Erinnerungen schreibt Stavropoulos Gutes über deutsche Mitgefangene. Einer rettete ihm das Leben, als er die Schuld für einen Arbeitsfehler des Griechen auf sich nahm.

Der junge Historiker Alexios Exarchou arbeitet seit September als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen in der Brandenburger Gedenkstätte am Nicolaiplatz. „Endlich wissen wir mehr über die Griechen im Zuchthaus Görden“, sagt Gedenkstätten-Leiterin Sylvia de Pasquale. Der Kontakt zu den Nachkommen sei Alexios zu verdanken.

Der 24-Jährige hat damalige Transportlisten studiert, die überlieferten 100 Gefangenenkarteikarten, 30 Personalakten und außerdem Zeitungsartikel. 40 Familien aus seiner Heimat hat er aufgespürt und sogar zwei Überlebende.

Einer von ihnen ist der erwähnte Apostolos Papagelu, 1944 auf einer Demonstration in Athen verhaftet. Es ging ihm in Brandenburg besser als den Griechen im Arado-Lager, denn er arbeitete in der Landwirtschaft. Die Frau im Haus gab ihm zu essen. „Ich war blond, deshalb wurde ich besser behandelt“, erzählt er im eineinhalbstündigen Video-Interview mit seinem jungen Landsmann, der den Namen im Athener Telefonbuch entdeckte, anrief und ihn tatsächlich gleich an der Strippe hatte. Italienische oder deutsche Feldgerichte hatten Papagelu und viele andere griechische Zwangsarbeiter aus politischen Gründen verurteilt: wegen Widerstandes, Waffenbesitzes, Protestes gegen die kollaborierende Regierung.

Mitunter war das Politische privat. Ein Grieche wurde wegen Fluchthilfe verurteilt, weil er einen desertierenden deutschen Matrosen in seinem Haus versteckt hatte, der mit einer Griechin liiert war.

Wie viele Brandenburger Griechen den Zwang überlebt haben ist nicht bekannt. Nach Exarchous Recherchen sind sechs im Zuchthaus gestorben, zwei weitere andernorts, aber noch in Deutschland.

Von Jürgen Lauterbach

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