Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Bestellt, bis die Gerichtsvollzieherin kam
Lokales Brandenburg/Havel Bestellt, bis die Gerichtsvollzieherin kam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:04 21.08.2014
Quelle: dpa
Brandenburg an der Havel

Otto Versand, Neckermann, Bader, Eddi Bauer, Walbusch: Albert I. hat sie alle durch. Über Monate hinweg bestellte der 52 Jahre alte Brandenburger bei diesen und anderen Internet-Versandhäusern fleißig Pakete, mehr als 50 Stück. Weil er die Ware im Gesamtwert von mehr als 15.000 Euro nach Ermitlungen der Staatsanwaltschaft nicht bezahlt hat, steht er vor dem Brandenburger Schöffengericht.

Eine halbe Stunde benötigt die Staatsanwältin, um die tausend Sachen aufzuzählen, die Albert I. bestellte. Ein breites Spektrum ist das: Vom T-Shirt-Modell Mops bis zur XXL-Jeans, von der Standuhr bis zum Rattan-Tisch, von der Knabberkiste Schwarzwald bis zum Gucci-Parfum für 76 Euro, vom Smartphone bis zum Waffeleisen.
Albert I. wurde als Sohn eines US-Soldaten in Mannheim, geboren. Er lernte Dachdecker und Zimmermann, hatte in Brandenburg vor etlichen Jahren eine eigene Firma, mit der er pleite ging. Nun bezieht er Hartz-IV-Geld, hat aber nach Zeugenaussagen eine „top eingerichtete Wohnung“. Viermal war der früher um 50 Kilogramm schwerere Mann verheiratet, dreimal ist er geschieden, von der vierten Frau lebt er getrennt.

Vor einigen Jahren meldete er sich im Internetforum Jappy bei einer verwitweten Krankenschwester aus Brandenburg. Obwohl diese bald feststellen musste, dass er nicht wie angegeben ledig war, freundeten sich beide an, trafen sich zum Kaffee. Im Herbst 2010 bat Albert I. die neue Freundin einen Gefallen. Er wolle Weihnachtsgeschenke für die Kinder bestellen und vor ihnen verstecken. Ob er die Pakete nicht an ihre Adresse liefern dürfe.

Er durfte. Was die befreundete Krankenschwester nach eigenem Bekunden nicht wusste: Er bestellte alle Sachen auf seinem Computer, aber unter ihrer E-Mail-Adresse. Die 53 Jahre alte Frau ließ sich beschwichtigen, auch als nach Weihnachten immer noch reihenweise Pakete von Versandhäusern eintrudelten. „Nachlieferungen“, erklärte er. Und als die ersten Mahnungen bei ihr eintrafen, da gab sie dem Freund die Briefe und vertraute darauf, dass er alles wie versprochen regeln würde.
Erst als die Gerichtsvollzieherin ins Spiel kam und ihr Gehalt pfändete, ging die Frau zur Polizei und erstattete Anzeige. Sie war endlich sauer geworden, denn der sonst so charmante Albert I. hatte sie zuvor rüde weggeschickt.

Vor Gericht fährt der Angeklagte eine fahrige Strategie. Erst will er nichts sagen, dann erklärt er sich bei fast jeder Frage für krank, überfordert und erinnerungsgetrübt. Schließlich sagt er: „In dem Moment, als ich bestellte, war ich kein Betrüger.“ Denn er habe fast 20.000 Euro von einem alten Schuldner erwartet. Die Krankenschwester habe im Übrigen am Computer fleißig für sich mitbestellt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Jürgen Lauterbach

Potsdam-Mittelmark Dienstleister MeinFernbus stellt Konzessionsantrag beim Land - Lehnin und Berlin rücken zusammen

Jeden Tag rollen sie von Lehnin nach Berlin. Die grellgrünen Busse mit dem Mein-Fernbus-Logo erreichen in 45 Minuten den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) am Funkturm – leider ohne einen Fahrgast. Das soll sich jetzt ändern. Die MeinFernbus GmbH hat beim Landesamt für Bauen und Verkehr einen Konzessionsantrag für eine Buslinie Berlin – Kloster Lehnin beantragt.

20.08.2014
Polizei Brandenburg an der Havel: Polizeibericht vom 20. August - Wieder brennt eine Mülltonne

+++ Hohenstücken: Feuerteufel dreht seine Runde und steckt erneut eine Mülltonne an +++ Görden: Unbekannte brechen in Garage ein und klauen altes Moped +++ Jeserig: Polizei sucht nach wertvollem Schmuck +++

20.08.2014
Brandenburg/Havel Hans-Jürgen und Irmgard Kluge blicken auf 65 harmonische Ehejahre zurück - Ein zaghafter Flirt mit der feschen Blonden

Was im Sommer 1946 mit zaghafter Annäherung begann, entwickelte sich schnell zu einer innigen Liebe. Hans-Jürgen Kluge begleitete seine Irmgard tagtäglich auf dem Nachhauseweg, gemeinsam gingen sie in Göttin, wo er wohnte, zum Tanz. „Schon bald zog ich bei ihrer Familie ein“, sagt er heute. Seit 65 Jahren sind sie nun verheiratet.

20.08.2014