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Brandenburg/Havel Angelkarte für Mittlere Havel deutlich teurer
Lokales Brandenburg/Havel Angelkarte für Mittlere Havel deutlich teurer
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15:53 31.01.2018
Angeln gilt als Volkssport. Doch billig ist auch dieses Hobby nicht mehr, wie die Entwicklung an der mittleren Havel zeigt. Quelle: privat
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Brandenburg

Blinker polieren, Montagen bauen, Haken binden. Die Raubfischangler an der Havel und ihren Seen gehen in die Winterpause.

Vom 1. Februar bis Ende März hat der Hecht Schonzeit. Ab April darf der Zander für acht Wochen ungestört dem Laichgeschäft nachgehen. Langweilig wird den Petrijüngern beim Aufräumen ihrer Angelkisten nicht. Ein Thema beherrscht die Szene: Ihr Hobby soll 2018 teurer werden.

Was ist dran an den Gerüchten am Wasser, in Angelläden und auf Mitgliederversammlungen? Richtig ist: Für die Havel zwischen der Landesgrenze Berlin bis zum Mühlendamm in der Stadt Brandenburg wurden die Angelkarten neu gemischt. Und zwar ausschließlich zum Nachteil der nicht organisierten Angler.

„Havelkarte“ abgeschafft

Erstens hat die in Plaue ansässige Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ (FSG) die sogenannte „Havelkarte“ für den Bereich oberhalb Brandenburgs abgeschafft. Diese war bisher zum Jahrespreis für 25 Euro in den Vertriebsstellen erhältlich.

FSG-Jahresangelkarte: 145 Euro

Damit bleibt den freien Petrijüngern von Ketzin bis Klein Kreutz und von Schmergow bis Gollwitz, die sich mit ihrem Hobby auf die mittlere Havel beschränkt haben, nur der Kauf der großen FSG-Jahresangelkarte zum Preis von 145 Euro. Diese deckt den riesigen Wasserbereich von Ketzin bis zur Havelmündung in die Elbe ab. Für die Angler mit ihren Stammansitzen in Klein Kreutz, Roskow oder Deetz ein schwacher Trost.

FSG-Vorsitzender: „nicht zuviel verlangt“

FSG-Vorsitzender Ronald Menzel bezeichnete gegenüber der MAZ die alte Preisstruktur als längst nicht mehr zeitgemäß und ungerecht gegenüber Anglern an der unteren Havel und auf den Brandenburger Seen, für die es keine Teilkarte gab. „Wir reden umgerechnet von zehn Euro im Monat für ein spannendes Hobby. Das ist nicht zuviel verlangt. Nirgendwo sonst in Deutschland finden Angler solch eine zusammenhängende und paradiesische Gewässervielfalt“, findet Menzel.

Ronald Menzel, Vorsitzender der Fischereischutzgenossenschaft „Havel“. Quelle: Frank Bürstenbinder

Preisreform trifft Angler empfindlich

Die Abschaffung der günstigen Havelkarte ist jedoch nur Teil einer Preisreform, die auch die nicht organisierten Angler im Raum Potsdam und Berlin empfindlich trifft. Dort haben bislang Berufsfischer diverse bis nach Brandenburg reichende Angelkarten auf eigene Rechnung zu Billigpreisen unter das fischende Volk gebracht.

Wie war das möglich? Grundlage sind uralte Fischereirechte, die bis vor die Tore der Havelstadt reichen und sich an der selben Gewässerstrecke mit Fischereirechten hiesiger Berufkollegen überschneiden; Koppelfischerei genannt.

Die Billigkonkurrenz oberhalb Brandenburgs war der FSG schon lange ein Dorn im Auge. Deshalb wurde mit der 25-Euro-Havelkarte gegengehalten. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Denn nach mehrjährigem Tauziehen hat mit dem Fischereischutzverein „Havel“ Potsdam eine Dachorganisation die Angelkartenausgabe nach Brandenburger Vorbild für die einzelnen Fischer übernommen.

Nur ein Preisbeispiel aus dem Sortiment: Die Jahresangelkarte von der Landesgrenze Berlin bis zum Brandenburger Mühlendamm kostet bei den Potsdamern 120 Euro. Der Unterschied zur 145 Euro teuren FSG-Jahreskarte besteht darin, dass einige Nebengewässer wie der Emster-Bereich nicht enthalten sind.

Billiger bekommt man die Angelkarten auch nicht mehr in Berlin. Die Fischersozietät Tiefwerder/Pichelsdorf verkauft die Jahreskarte für 122,50 Euro. Neu ist das Zugeständnis den Anglern auf der mittleren Havel gegen Aufpreis das Nachtangeln zu erlauben.

Carsten Wuttke, Kreisanglerverband Brandenburg. Quelle: Frank Bürstenbinder

Preise auf bundesdeutschen Durchschnitt angehoben

Ziel der neuen Angelkarten-Allianz zwischen Brandenburg und Berlin ist nicht nur die Anhebung der Preise auf einen bundesdeutschen Durchschnitt. „Es wird mehr Geld in Besatzmaßnahmen fließen. Es gelten einheitliche Kriterien für das Angeln, die Hege und die Pflege der Gewässer“, kündigte FSG-Vorsitzender Menzel an.

Havelkarte gibt’s weiter für DAFV-Angler

Zwar rechnet er mit Protesten gegen die Neuordnung, doch würden diese nach einer Eingewöhnung abebben. Nicht betroffen von der Preiserhöhung sind die Mitglieder des Deutschen Angelfischerverbandes (DAFV), dem Nachfolger des DAV. Sie können auch in Zukunft die sogenannte „Havelkarte“ für fünf Euro über ihre Vereine erwerben. Die große FSG-Karte steht DAFV-Mitgliedern zum ebenfalls ermäßigten Preis von 80 Euro zur Verfügung.

Trotzdem gibt es Kritik. Carsten Wuttke, Vorsitzender des Kreisanglerverbands Brandenburg, monierte gegenüber der MAZ die fehlende Transparenz im Vorfeld der Neuerungen. „Unsere Mitglieder sind durch Gerüchte unnötig beunruhigt worden. Die Erhöhung von 25 Euro auf 145 Euro für nicht organisierte Angler auf der mittleren Havel ist schon exorbitant. Deshalb gibt es im Moment keinen besseren Grund sich einem unserer Ortsvereine anzuschließen“, findet Wuttke.

Von Frank Bürstenbinder

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