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Brandenburg/Havel Anglerverbände stehen vor Fusion
Lokales Brandenburg/Havel Anglerverbände stehen vor Fusion
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16:29 14.01.2016
Daniel Müller vom Städteanglerverband Brandenburg/Potsdam hat eine Quappe überlistet. Quelle: Privat
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Brandenburg/Mittelmark

Die einen lassen den Hecht in ihrem Logo schwimmen, bei den anderen springt eine Forelle aus dem Wappen. Viel mehr trennt die Angler in der Stadt Brandenburg nicht von den Petrijüngern im Umland. Mit dem Gasthaus „Fernfahrers Ruh“ in Jeserig haben sie sogar eine gemeinsames Versammlungslokal. Nach jahrelangen Vorgesprächen stehen deshalb die organisierten Sportfischer der Region 2016 vor einer Fusion ihrer Verbände.

„Wir kennen uns, wir angeln zusammen, unsere Heimat sind die Havelgewässer. Ein Zusammenschluss ist überfällig“, wirbt Daniel Müller, Vorsitzender des Städteanglerverbandes Brandenburg/Potsdam für eine Hochzeit mit dem Kreisanglerverband Brandenburg/Land. Die städtischen Angler in Brandenburg und Potsdam hatten sich bereits 2004 zusammengeschlossen. Kommen jetzt noch die Sportfischer aus Brandenburg/Land dazu, entsteht auf Landesebene ein mächtiger Verband mit rund 4000 Mitgliedern, die in über 70 Vereinen organisiert sind.

Gemeinsam stark

Der Städteanglerverband Brandenburg/Potsdam entstand 2004 durch Verschmelzung des Kreisanglerverbandes Brandenburg-Stadt und des Kreisverbandes Potsdam-Stadt. Dem Verband gehören aktuell 38 Vereine mit rund 1900 Mitgliedern an. Zu den bekanntesten vereinseigenen Gewässern gehört der Fuchsbruch bei Klein Kreutz.

Der Kreisanglerverband Brandenburg-Land besteht in den Grenzen des ehemaligen Landkreises Brandenburg. Zu den 33 Angelvereinen gehören zum Beispiel auch die Petrijünger in Wust und Schmerzke. Insgesamt sind über 2000 Mitglieder registriert. Auf dem Lande gibt es deutlich mehr Kinder- und Jugendgruppen als in den Städten.

Die Vorteile solch einer Konstellation liegen für Müller auf der Hand. Der künftige Verein, über dessen Name noch nicht entschieden ist, kann sich doppelte Verwaltungen sparen. Für sportliche Höhepunkte lassen sich die Kräfte bündeln. Zum Beispiel muss nur noch ein Kreishegefischen organisiert werden. Die Verantwortlichen beim Kreisanglerverband Brandenburg/Land sehen die Sache ähnlich. „Wir sind uns im Prinzip über die Fusion einig. Das einzelne Mitglied in seinem Verein wird von der neuen Struktur nichts merken. Dafür fällt uns die Bewältigung organisatorischer Aufgaben leichter“, meint Vorsitzender Frank Sperlich, hinter dem 33 Angelvereine von Wusterwitz bis Deetz stehen.

Großverein zum 1. Januar 2017

Das letzte Wort haben jedoch die Mitglieder. Im Frühjahr geht es bei den Jahreshauptversammlungen der Vereine um Mehrheitsbeschlüsse für den Zusammenschluss. Dann könnte im Oktober eine Fusionsversammlung der Vorstände stattfinden. „Unser Ziel ist es, die Verschmelzung zum 1.Januar 2017 wirksam werden zu lassen“, so Städteanglerchef Müller zur MAZ. Die einzelnen Vereine bleiben in ihrer Selbstständigkeit unberührt. Der neue Großverein wird unverändert dem Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) und damit dem Deutschen Angelfischerverband (DAFV) angehören.

Zander macht sich rar

Neben der Strukturreform sieht Städteangler-Vorsitzender Müller auch in fachlichen Fragen Herausforderungen auf die Sportfischer in der Region zukommen. „Zunehmende Wetterextreme und eine bessere Wasserqualität wirken sich auf die Lebensbedingungen und das Beißverhalten der Fische aus“, weiß der Hobby-Angler. So fühlt sich der Zander in der ungetrübten Havel kaum noch wohl. Dafür gibt es starke Aufkommen an Schleie und Wels. Kraut hat auch im durchwachsenen Angeljahr 2015 die Sport- und Berufsfischerei behindert. Andererseits geben die wuchernden Wasserpflanzen vielen Fischen Deckung.

Der Aal bleibt ein Sorgenkind, leidet aber zusätzlich unter Sauerstoffmangel in aufgeheizten Gewässern. Für 2016 gibt sich Müller unverändert optimistisch: „Die Angler in der Havel-Region können sich glücklich schätzen, solch ein Gewässerparadies vor der Haustür zu haben. Der Fisch ist da. Wir müssen uns nur auf andere Bedingungen einstellen.“

Von Frank Bürstenbinder

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